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Formel 1-Rennleitung unter Druck

Warum wurde Hamilton so spät bestraft?

Lewis Hamilton Foto: xpb 33 Bilder

In der zehnten Runde überholte Lewis Hamilton in Valencia illegalerweise das Safety-Car. Doch erst 17 Runden später kam der McLaren-Pilot zur Durchfahrtstrafe an die Box. Warum brauchte die Rennleitung so lange mit dem Urteil? Wir sorgen für Aufklärung.

01.07.2010 Tobias Grüner

Für Fernando Alonso war es der Aufreger des Grand Prix von Europa in Valencia. Lewis Hamilton überholt in der zehnten Runde vor seinen Augen das Safety-Car. Während sich der Ferrari-Star brav hinten anstellt und eine halbe Runde mit gedrosseltem Tempo fahren muss, kann Hamilton zu seinem ersten Boxenstopp rasen, ohne viel Zeit zu verlieren.

Hamilton verliert trotz Strafe keinen Platz

Als sich das Feld endlich geschlossen hinter dem Safety-Car versammelt, liegt Hamilton immer noch auf Rang zwei hinter Sebastian Vettel, während Alonso bis auf Rang zehn durchgereicht wurde. In Runde 15 ist das Rennen wieder freigegeben. Das Spitzenduo kann sich schnell absetzen, weil der Sauber von Kamui Kobayashi auf Rang drei den Rest des Feldes aufhält. Als die Rennleitung Hamilton in Runde 25 endlich zur fälligen Durchfahrtstrafe bittet, ist der Vorsprung von des McLaren-Piloten auf seinen japanischen Verfolger schon so groß, dass er zwar Zeit aber keinen Platz verliert.

Knapp eine halbe Stunde benötigte die Rennleitung, um zu einem Urteil zu kommen. Alonso, der am Ende auf Rang acht einlief, sprach anschließend von Manipulation. Doch die Stewards hatten gute Gründe, warum die Entscheidungsfindung in diesem Fall etwas länger dauerte.

Whiting: "Sicherheit geht vor."

Nach dem Crash von Webber passierte erst einmal fünf Runden lang nichts. "Da geht die Sicherheit vor", erklärte Rennleiter Charlie Whiting. Die Beweisaufnahme war schwierig. Das zunächst einzige verfügbare Video war die Bordkamera von Hamilton. Darauf konnte man die genaue Position des Safety-Cars nicht sehen. Auch Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer konnte aus seiner Sicht nicht genau sagen, wer die in diesem Fall entscheidende Safety-Car-1-Linie am Ausgang der Boxengasse zuerst gekreuzt hatte.

Die Zeitnahme verriet zwar, dass der silberne Mercedes SLS die Linie sechs Hunderstel vor Hamilton überquert hatte, allerdings konnte die Rennleitung diesem Wert nicht vertrauen. Die Transponder, mit denen die Zeitmessung ausgelöst wird, sind beim Safety-Car und im Formel 1-Auto an unterschiedlichen Positionen eingebaut.

Erst Luftaufnahme bringt Klarheit

Auf der Suche nach einer Klärung musste sich Rennleiter Whiting eine Luftaufnahme der Szene besorgen. Erst das Bild aus der Vogelperspektive brachte die Lösung. Der McLaren lag an der Linie eine halbe Wagenlänge hinter dem Safety-Car. Die Hubschrauberaufnahme zeigte aber auch: Hätte Hamilton nicht einen Moment zuvor gezögert, hätte er den Mercedes noch locker vor der Linie passieren können.

Nachdem die entscheidenden Aufnahmen aus der Luft endlich bei der Rennleitung angekommen waren, dauerte es nur noch drei Minuten, bis die Strafe an den McLaren-Kommandostand weitergeleitet wurde. Bis Hamilton schließlich an die Box kam, vergingen weitere zwei Runden, in denen der Engländer seinen Vorsprung auf Kobayashi ausbauen konnte.

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