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F1 Saison 2008

Drama in 18 Akten

Foto: Wilhelm / Reinhard 61 Bilder

Nach einer turbulenten Saison konnte Lewis Hamilton in Sao Paulo einen Punkt Vorsprung über die Ziellinie retten. Wir blicken noch einmal auf die 18 Rennen, mit denen sich der junge Brite in die Geschichtsbücher eintragen konnte.

04.11.2008 Tobias Grüner

Beim Auftakt in Australien ging die Saison gleich turbulent los. Nur sieben Autos kamen ins Ziel, Safety-Car-Phasen brachten die Taktik der Teams gleich mehrmals durcheinander. Lewis Hamilton ließ sich von all dem nicht ablenken und fuhr von der Pole Position ein fehlerfreies Rennen zum ersten Saisonsieg.

Eine Woche später in Malaysia sollte es nicht mehr ganz so reibungslos laufen. Vom vierten Startplatz aus hatte der Silberpfeil keine Chance gegen den überlegenen Sieger Kimi Räikkönen. Ganz im Gegenteil: Durch ein klemmendes Rad verlor Hamilton beim ersten Boxenstopp fast 20 Sekunden. Am Ende betrieb der Brite mit Rang fünf Schadensbegrenzung. Nach einem selbstverschuldeten Ausfall hatte der spätere Meisterschaftskonkurrent Massa zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen WM-Punkt auf dem Konto.

In Bahrain folgte allerdings ein weiterer Tiefpunkt für Hamilton. Bereits am Start fiel der McLaren-Pilot durch ein Problem von drei auf zehn zurück, fuhr dann seinem alten Rivalen Fernando Alonso ins Heck und musste sich eine neue Nase holen. Während Massa seinen ersten Saisonsieg feierte blieb Hamilton mit über einer Runde Rückstand punktlos. Auch die WM-Führung war damit erst einmal futsch.

Beim ersten Rennen auf dem europäischen Kontinent in Barcelona lief es dann etwas besser. Zwar konnte Ferrari mit Kimi Räikkönen an der Spitze erneut einen Doppelsieg einfahren, Hamilton konnte sich mit Rang drei aber in der Gesamtwertung wieder auf Position zwei vorkämpfen. Überschattet wurde das Rennen vom Unfall des zweiten Silberpfeil-Piloten Heikki Kovalainen, der nach einem Felgenbruch mit hoher Geschwindigkeit in einen Reifenstapel einschlug.

Auch beim fünften Saisonlauf in der Türkei gab es keinen Sieg für Hamilton. Mit einer ungewöhnlichen Drei-Stopp-Strategie sicherte sich der spätere Weltmeister allerdings den zweiten Platz im Ferrari-Sandwich. Mit seinem zweiten Saisonsieg ging Felipe Massa im Gesamtklassement wieder vorbei am jungen Briten.

Zwei Wochen später sollte es in Monaco wieder chaotisch werden. Beim Regenrennen im Fürstentum fiel Hamilton nach einem Reifenschaden zunächst auf Rang fünf zurück kämpfte sich mit Hilfe einiger Safety-Car-Phasen und einem fulminanten Zwischenspurt aber wieder nach vorne. Mit seinem ersten Monaco-Sieg und der erneuten Übernahme der WM-Spitze krönte Hamilton seinen Husarenritt.

Beim Grand Prix von Kanada sollte dann jedoch schon wieder ein Tiefpunkt folgen. Von der Pole Position gestartet crashte Hamilton am Ende der Boxengasse in den stehenden Ferrari von Räikkönen. Hamilton musste nicht nur die WM-Führung an Montreal-Sieger Robert Kubica abgeben, als Strafe wurde der Brite zusätzlich für das folgende Rennen in Magny Cours zehn Plätze in der Startaufstellung zurückgestuft.

Unter diesen Voraussetzungen sollte auch das Frankreich-Wochenende kein glückliches werden. Zusätzlich zur Rückstufung am Start handelte sich Hamilton noch eine Durchfahrtstrafe nach einem fragwürdigen Manöver gegen Sebastian Vettel ein. Der Silberpfeil-Pilot blieb letztlich ohne Punkte, während Massa als Sieger die Ziellinie überquerte. Räikkönen wurde trotz gebrochenem Auspuff zweiter.

Bei seinem Heim-Grand Prix in Silverstone ging die Achterbahnfahrt weiter. Bei feuchten Bedingungen deklassierte Hamilton die Konkurrenz. Rivale Massa konnte nach insgesamt sechs Drehern sein Konto nicht aufstocken. Die Spannung in der Fahrerwertung wurde mit drei punktgleich führenden Fahrern nach Silverstone endgültig auf die Spitze getrieben. Auch Robert Kubica befand sich mit nur zwei Zählern Rückstand in unmittelbarer Schlagdistanz.

Auch das Rennen in Hockenheim bot den begeisterten Fans im Motodrom Renn-Action vom Feinsten. Nach einer Safety-Car-Phase entschied sich McLaren-Mercedes eigentlich für die falsche Strategie. Doch Hamilton konnte in einem unnachahmlichen Schlussspurt noch drei Piloten - darunter auch Massa - überholen. Teamchef Ron Dennis entschuldigte sich anschließend bei seinem Star, dass man es Lewis so schwer gemacht hatte.

In Ungarn erlebten Fans das Rennen der verpassten Chancen. Massa konnte direkt am Start beide McLaren überholen und sich so an die Spitze setzen. Drei Runden vor dem Ende fiel der souverän führende Brasilianer mit einem Motorschaden aus. Zuvor verlor Hamilton seinerseits nach einem Reifenschaden wertvolle Plätze. Am Ende erbte Heikki Kovalainen die Führung und fuhr zum ersten Sieg seiner Karriere.

Entgegen aller Ankündigungen bot das Rennen in Valencia wenig Action. Nur Kimi Räikkönen sorgte mit einem verpatzten Boxenstopp und einem späten Motorplatzer für etwas Dramatik. An der Spitze fuhr Massa einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Hamilton nach Hause. Die WM wurde nun langsam zu einem Zweikampf, bei dem der McLaren-Pilot aktuell die Nase mit sechs Zählern vorne hatte.

Schon beim folgenden Rennen in Spa-Francorchamps sollte der Vorsprung allerdings empfindlich schrumpfen. In einem dramatischen Finale schnappte sich Hamilton Spitzenreiter Räikkönen eine Runde vor Schluss auf der Zielgeraden und fuhr zum vermeintlichen Sieg. Der Brite hatte zuvor allerdings eine Schikane abgekürzt und den Ferrari anschließend nur kurz vorbeigelassen. Das sei nicht genug gewesen, befand die Rennleitung und stufte Hamilton auf Rang drei zurück. Nach einem Crash Räikkönens in der letzten Runde erbte Massa schließlich den Sieg und verkürzte in der Gesamtwertung auf zwei Punkte.

In Monza sollte es nur sieben Tage später nicht minder regnerisch und ebenso dramatisch weitergehen. Ausgerechnet Youngster Sebastian Vettel stahl den etablierten Piloten mit der Pole-Position und einem Start-Ziel-Sieg die Show. Hamilton wurde nach einem verkorksten Qualifying nur Siebter, Massa konnte durch den sechsten Platz den Rückstand in der WM-Tabelle auf einen Punkt verkürzen.

Wie so oft in dieser Saison würfelte eine Safety-Car-Phase das Klassement in Singapur durcheinander. Fernando Alonso profitierte am meisten und fuhr seinen ersten Saisonsieg vor Nico Rosberg ein. Hamilton konnte mit seinem dritten Platz allerdings auch gut leben, da Konkurrent Massa nach einem verpatzten Boxenstopp punktlos blieb. Der Brasilianer wurde losgeschickt, obwohl der Tankschlauch noch steckte und sorgte damit unfreiwillig für eines der Bilder der Saison.

In Fuji kam es dann zum direkten Duell der Rivalen auf der Strecke. Massa drehte Hamilton in einem unfairen Manöver und wurde dafür von der Rennleitung bestraft. Die Kommissare bestraften allerdings auch den McLaren-Piloten, da der am Start die beiden Ferrari abgedrängt hatte. Am Ende siegte erneut Alonso. Massa holte als Siebter zwei Zähler auf Hamilton auf, der auf Rang zwölf letztlich punktlos blieb.

Mit fünf Punkten Vorsprung reiste Hamilton zum vorletzten Rennen nach China. In einem ereignisarmen Rennen hatten die beiden Ferrari keine Chance gegen den Briten, der überlegen seinen fünften Saisonsieg feierte. Per Stallregie überließ Räikkönen seinem Teamkollegen Massa noch Platz zwei.

Beim Saisonfinale in Sao Paulo musste Hamilton nur Fünfter werden, um sich als jüngster Weltmeister in die F1-Geschichtsbücher einzutragen. Der McLaren-Pilot ging das ganze Wochenende auf Nummer sicher. Nach einem vierten Platz im Qualifying und einem vorsichtigen Rennauftakt lag Hamilton sechs Runden vor Schluss noch sicher auf Rang vier. Ein plötzlicher Regenschauer sorgte dann allerdings für ein unvergesslich dramatisches Finish.

Während Hamilton an der Box auf Regenreifen wechselte ging Timo Glock mit einem riskanten Trockenreifen-Poker vorbei. In der vorletzten Runde verdrängte Vettel den McLaren nach einem Fahrfehler schließlich auf Rang sechs. Als Massa schon längst als Sieger abgewinkt war, konnte Hamilton zum Entsetzen der brasilianischen Fans den wehrlosen Toyota von Glock in der vorletzten Kurve doch noch überholen und damit den wertvollen fünften Platz zurückzuerobern. Mit einem Punkt Vorsprung reichte das zum Titel.

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