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F1-Saison 2011

137 Überholmanöver in drei Grand Prix

04/11 Formel 1, Überholmanöver Foto: Dani Reinhardt 40 Bilder

Es wird überholt wie noch nie in der Formel 1. Nach Durchsicht der Rundentabellen der ersten drei Grand Prix haben wir insgesamt 137 echte Überholmanöver gezählt. Den Vogel schoss China mit 68 erfolgreichen Überholversuchen ab.

27.04.2011 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone kann sich die Hände reiben. Die TV-Anstalten sind happy. Von Langeweile keine Spur. In der Formel 1 wird plötzlich überholt, als hätte es nie ein Überholproblem gegeben. Gut für die TV-Produzenten, die Probleme haben, ihre Zuschauer mit Hintergrundinformation zu unterhalten, wenn auf der Rennstrecke gerade mal Konvoifahren angesagt ist.

Der Auftakt in Melbourne war noch bescheiden. 24 Überholmanöver sind kein schlechter Wert, doch das hatten wir bei besseren Grand Prix früher auch schon. Es fiel nur keinem auf, weil die Kameras meistens die Spitzenpositionen einfingen und sich keiner die Mühe gemacht hat, weiter hinten im Feld die Überholversuche zu zählen.

Überholmanöver in Malaysia verdoppelt

In Malaysia stieg die Zahl der Überholmanöver schon fast auf das Doppelte von Australien an. 45 Mal wurden Positionen getauscht. Nur der Mann an der Spitze konnte unbedrängt seine Runden drehen. Sebastian Vettel war zu schnell für seine Verfolger, und er profitierte von dem Luxus, dass er sich nicht die Reifen im Verkehr ruinierte.

Der GP China schlug dann alles bisher Dagewesene. Insgesamt weist die Rundentabelle 68 Überholmanöver auf. Sogar eines um die Führungsposition. Lewis Hamilton überholte Spitzenreiter Sebastian Vettel sechs Runden vor Schluss in einer 240 km/h-Kurve. Das Manöver zeigt: Es geht auch ohne den verstellbaren Heckflügel. Der war an dieser Stelle des Kurses gar nicht aktiviert. Gleiches gilt für die beiden anderen spektakulären Überholvorgänge. Als Hamilton seinen Teamkollegen Jenson Button eingangs der Schneckenkurve überraschte. Und als sich Nico Rosberg vor der Zielkurve an Fernando Alonso vorbeimogelte.

Reifen sind der Hauptgrund für die Überhol-Inflation

Die Inflation an Platzverschiebungen hat mehrere Gründe. An erster Stelle stehen die Reifen. Zwischen frischen weichen Reifen und gebrauchten harten liegen bis zu fünf Sekunden in der Rundenzeit. Das erleichtert dem besser bereiften Angreifer die Aufgabe. Die DRS-Überholhilfe versagt im Pulk, weil alle bis auf den Spitzenreiter der Schlange den Flap flachstellen dürfen. Vorteil gleich null. Deshalb brauchte Mark Webber auch so lange, bis er sich frei geschwommen hatte.

Die Wirksamkeit des Flügels wird auch vom Streckenlayout bestimmt. In Melbourne lagen drei Kurven zwischen Abstandsmessung und Aktivierungspunkt. Da war der Kontakt zum Vordermann oftmals schon wieder abgerissen. Außerdem betrug die Aktivierungsstrecke nur 600 Meter. In Sepang und Shanghai standen den Fahrern theoretisch 750 Meter zur Verfügung. Prompt wurde der Flügel als Topspeed-Spender beim Überholen auch mehr genutzt. Man sieht es an der Zahl der Überholmanöver.

KERS gegen Flügel

Trotz bis zu 15 km/h extra ist das Überholen kein Kinderspiel. Da kommt KERS ins Spiel. "Wenn du weißt, dass dir einer im Genick sitzt, rufst du deinen ganzen KERS-Energievorrat an der Stelle ab, wo der andere den Flügel einsetzen darf. Der Flügel funktioniert erst bei höherer Geschwindigkeit. KERS dagegen hilft schon beim Beschleunigen. Wenn du die Extrapower am Eingang der Geraden richtig einsetzt, kannst du dich gegen den Angriff wehren", erzählt Vitaly Petrov.

Jedes der drei Rennen brachte einen anderen Überholkönig. Das hat hauptsächlich mit dem Rennverlauf zu tun. In Melbourne kam Rubens Barrichello nach einem Rammstoß von Sergio Perez als Drittletzter aus der ersten Runde zurück. Danach überholte er acht Kollegen. Erst bei Nico Rosberg war Endstation. In Malaysia profilierte sich Adrian Sutil als bester Überholer. Der Force India-Pilot musste nach einer Kollision mit Barrichello einen frühen Boxenstopp einlegen und pflügte sich dann noch bis auf Platz 11 durch das Feld. Der Held von Shanghai war zweifelsfrei Mark Webber. Von Startplatz 18 auf Rang drei. Dazwischen gab es 13 echte Ausbremsmanöver.

Vettel steht schlecht in der Überholstatistik da

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel steht in dieser Wertung zwangsläufig schlecht da. Der Weltmeister fährt meistens an der Spitze und trifft seine Kollegen höchstens beim Überrunden. Nur in Shanghai hatte Vettel eine Chance sich auszuzeichnen. Kurz vor seinem ersten Boxenstopp überholte der Red Bull-Pilot den späteren Sieger Lewis Hamilton.

Grand PrixÜberholmanöverBeste Überholer
Australien24Barrichello (8), Alguersuari (5), Alonso (3), Button (3), Sutil (2)
Malaysia45Sutil (7), Webber (7), Massa (5), Hamilton (3), di Resta (3), Kobayashi (3)
China68Webber (13), Hamilton (6), Petrov (6), Maldonado (5), Perez (5)
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