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Drei Formel 1-Rennen in Gefahr

Saison 2012 mit nur 17 Grands Prix?

Bernie Ecclestone GP Indien 2011 Foto: xpb 20 Bilder

Eigentlich umfasst der Formel 1-Kalender 2012 die Rekordzahl von 20 Rennen. Doch die Front bröckelt. Istanbul ist bereits ausgestiegen. Hinter Bahrain, Korea und Austin stehen Fragezeichen. Droht Bernie Ecclestones Expansionspolitik der Ausverkauf?

22.11.2011 Michael Schmidt

Am 31. August veröffentlichte der FIA-Weltrat den vorläufigen Kalender für die Formel 1-Saison 2012. Er enthielt 20 Rennen, zwölf davon in Übersee. Das wäre Rekord, obwohl der GP Türkei bereits aus Bernie Ecclestones Roadshow geworfen wurden. Die Türken können das Antrittsgeld nicht mehr bezahlen. "Dabei habe ich ihnen das gleiche Angebot gemacht wie den Ungarn", bedauerte der Formel 1-Chef.

Die Chance, dass bei der nächsten FIA-Weltratsitzung am 7. Dezember in Neu Delhi nur noch 19 Rennen im Kalender stehen, ist groß. Die Möglichkeit, dass bis zum nächsten Jahr noch zwei weitere rausfliegen, ist zumindest vorhanden.

Austin frühestens 2013 im Kalender

Der größte Wackelkandidat ist ein Grand Prix, der neu in das Formel 1-Koordinatensystem aufgenommen werden sollte. Austin hat Schwierigkeiten, das Comeback der Formel 1 in den USA zu finanzieren. Der ursprüngliche Vertrag mit Promoter Tavo Hellmund wurde aufgelöst, weil der den Vertragsforderungen nicht nachgekommen war. Jetzt versucht der Streckenbetreiber des Circuit of The Americas das nötige Geld aufzutreiben. Die Chancen, dass dies noch passiert, stehen selbst nach Ecclestones Aussagen schlecht.

Auch Korea hat Geldsorgen. Nachdem auch der zweite Grand Prix ein finanzieller Reinfall war, baten die Koreaner Ecclestone um einen Preisnachlass. Was der aber strikt ablehnte. Wenn der Promoter in Yeongam nicht zahlen kann, dürfte auch dieser Grand Prix wohl bald Geschichte sein.

Droht der Formel 1 weitere Bahrain-Blamage?

Zum Thema Bahrain äußerte sich Ecclestone jüngst positiv. In Abu Dhabi wieselten auch viele Bahrainis durchs Fahrerlager um Werbung in eigener Sache zu machen. Hier ist nicht das Geld, sondern die Politik das Problem. Es herrscht immer noch Unruhe in dem Inselstaat, und die Feindseligkeiten können jederzeit wieder in einer Intensität ausbrechen, die die Durchführung des Rennen gefährden würde.

Erst am Dienstag (22.11.) meldeten britische Medien, dass Ärzte und Krankenschwestern in den Gefängnissen Bahrains gefoltert wurden, um Geständnisse zu erzwingen. Den Medizinern wird vorgeworfen, die Regimegegner bei den Protesten im Frühjahr unterstützt zu haben. Nach Elektroschocks und Schlägen im Gefängnis drohen nun 20 Jahre Haft. Die Formel 1 könnte sich erneut blamieren, wenn sie das Rennen wieder ansetzt und dann doch kurzfristig absagen muss. Das ist in diesem Jahr bereits zwei Mal passiert.

Eher weniger als mehr Rennen

Auch wenn mit New Jersey 2013 und Sotschi 2014 neue Kandidaten bereitstehen, sieht es so aus, als ob die Formel 1 in Zukunft eher weniger als mehr Rennen im Jahr fährt. Interessanterweise bröckelt es zuerst bei den neuen Veranstaltungen und nicht den Traditionsrennen. In vielen der neuen Länder ist die Formel 1 nie richtig angekommen. Türkei ist das beste Beispiel. Aber auch in Korea, China und Malaysia wirkt der GP-Zirkus wie ein Fremdkörper.

Der Reiz des Neuen ist längst erloschen. Jetzt drückt nur noch das Antrittsgeld, das je nach Strecke zwischen 25 und 40 Millionen Dollar beträgt. Und das ist selbst bei vollem Haus nur schwer refinanzierbar. Da müssen schon Regierungen einspringen. Die aber sehen im Aufmerksamkeitswert des Premierenrennens oft ihre Pflicht als Geldesel erfüllt. Das zweite und dritte Rennen bringt für das Renommee nicht mehr viel.

Die Expansionspolitik der Formel 1 hat eben nicht nur gute Seiten. Es ist sinnlos Grand Prix-Rennen vor halb leeren Tribünen auszutragen. Das ist schlecht für das Image des Sports, egal wie wichtig der Markt für die in der Formel 1 vertretenen Firmen ist.

Bleibt der GP Indien eine Erfolgsgeschichte

Der Buddh International Circuit bei Delhi war die zehnte neue Strecke der letzten zwölf Jahre im Kalender, Indien das achte neue Land. Am Rennsonntag strömten 95.000 Zuschauer in die Anlage. Ein schöner Erfolg für die Inder. Doch die wahre Prüfung kommt erst 2012 und 2013 auf die Veranstalter zu. Dann wird sich zeigen, ob die Show gut genug war, gleich viele oder mehr Zuschauer anzulocken.

Bis jetzt konnte sich aus dem Reigen der neuen Veranstaltungen nur Singapur fest im Kalender etablieren. Die Tribünen waren auch im dritten Jahr gut gefüllt, und das Nachtrennen verleiht dem Grand Prix ein Alleinstellungsmerkmal.

Anderswo hat sich die Aufbruchstimmung bereits abgekühlt. Indianapolis stieg 2007 aus, Istanbul folgt im nächsten Jahr. Yeongam und Valencia betteln um Preisnachlässe. Shanghai, Melbourne und Sepang würden tiefrote Zahlen schreiben, wenn nicht irgendeine Regierung helfend einspringen würde. Auch der bestens besuchte Grand Prix in Montreal muss Klimmzüge machen, um das Rennen vor den Kritikern in der Stadt zu rechtfertigen.

Sparen selbst in Abu Dhabi

Selbst Abu Dhabi hat sich einen Sparkurs verordnet, so komisch das bei einem der reichsten Länder der Erde klingen mag. Die von den Formel 1-Gewaltigen gewünschte Verbreiterung der Kurve vor der langen Geraden wurde mit dem Argument aufgeschoben, dass Überholen in Zeiten des Klappflügels kein Thema mehr sei.

Ob sich der Grand Prix für die Scheichs lohnt oder nicht, ist ein einfaches Rechenbeispiel. Mit 48.000 Sitzplätzen kann man nur eine bestimmte Summe erwirtschaften, selbst wenn darunter viele teure VIP-Tickets sind. Ob die ausreicht, eines der höchsten Antrittsgelder der Formel 1 auszugleichen, muss bezweifelt werden.

In unserer Fotogalerie sagen wir Ihnen, was jeder Grand Prix-Ort für die Austragungsrechte bezahlen muss.

TerminRennenStrecke
18. MärzGP AustralienMelbourne
25. MärzGP MalaysiaSepang
15. AprilGP ChinaShanghai
22. AprilGP BahrainBahrain
13. MaiGP SpanienBarcelona
27. MaiGP MonacoMonte Carlo
10. JuniGP KanadaMontreal
24. JuniGP EuropaValencia
8. JuliGP EnglandSilverstone
22. JuliGP DeutschlandHockenheimring
29. JuliGP UngarnBudapest
2. SeptemberGP BelgienSpa-Francorchamps
9. SeptemberGP ItalienMonza
23. SeptemberGP SingapurSingapur
7. OktoberGP JapanSuzuka
14. OktoberGP KoreaYeongam
28. OktoberGP IndienDelhi
4. NovemberGP Abu DhabiAbu Dhabi
18. NovemberGP USAAustin
25. NovemberGP BrasilienSao Paulo
Test-Termine 2012
Test 1Jerez7. - 10. Februar
Test 2Barcelona21. - 24. Februar
Test 3Barcelona1. - 4. März
Test 4Mugello1. - 3. Mai
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