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Formel 1-Saisonausblick

Alonso mit den besten Titelchancen

Fernando Alonso und Lewis Hamilton Foto: dpa 37 Bilder

Nach acht Rennen bekommt die Formel 1-Weltmeisterschaft 2010 langsam ein Gesicht. Im Titelrennen spitzt sich die Auseinandersetzung der großen Acht auf einen Fünfkampf zu. Wir sagen Ihnen, was die Teams noch planen und wer die besten Chancen besitzt.

17.06.2010 Michael Schmidt

Den Ersten trennen 19 Punkte vom Fünften. Lewis Hamilton kann sich auf seinem Vorsprung auf Sebastian Vettel aber nicht ausruhen. Ein Sieg von Vettel, ein siebter Platz von Hamilton, und schon herrscht Gleichstand. Mit seinen zwei Siegen in Folge hat sich Lewis Hamilton vor McLaren-Teamkollege Jenson Button mit 109:106 Punkten an die Spitze der Gesamtwertung gesetzt. Mark Webber liegt mit 103 Zählern quasi im Windschatten. Auch Fernando Alonso (94) und Sebastian Vettel (90) haben noch Tuchfühlung.

Der Bruch kommt erst zwischen Platz fünf und sechs. Nico Rosberg liegt 16 Punkte hinter Sebastian Vettel. Da von Mercedes derzeit keine Wunderdinge zu erwarten sind, dürfte das Titelrennen auf einen Fünfkampf hinauslaufen. Auch Robert Kubica (73) und Felipe Massa (67) sind schon zu weit weg.

Wie eng da vorne alles zusammen liegt zeigt ein Fallbeispiel: Hätte Fernando Alonso den GP Kanada vor Lewis Hamilton und Jenson Button gewonnen, was durchaus im Bereich des Möglichen lag, dann würde der WM-Stand jetzt so lauten: Alonso 104, Button und Webber je 103, Hamilton 102 Punkte.

Ferrari plant aggressives Entwicklungsprogramm

Der Spanier hat vielleicht die besten Karten in der Hand. In Valencia kommt ein runderneuerter Ferrari. Mit etwas Verspätung, weil die Entwicklung des F-Schachts einige Kapazitäten gebunden hat. Auch in Silverstone und Hockenheim will Ferrari weitere Modifikationen nachschieben. Jetzt läuft wieder die normale Entwicklungsmaschinerie. Der F-Schacht funktioniert zwar nicht so gut wie bei McLaren, aber man ist nach drei Einsätzen bereits einen Schritt weiter als Red Bull. Nach vier Rennen ohne Motorprobleme ist Alonso mit seinem Triebwerksprogramm wieder im Lot. Und er ist die klare Nummer eins in seinem Stall. Bald schon wird Ferrari alle Karten auf seinen Superstar setzen.

Bei Red Bull und McLaren tobt ein internes Duell. Welche Folgen das haben kann, zeigte sich in Istanbul. Vettel ist nach seinem Ausfall der einzige der Top 5 mit zwei Nullrunden. Teamkollege Webber dafür der einzige der Spitzengruppe, der in jedem Rennen gepunktet hat.

Doch irgendwie hat man bei dem Australier das Gefühl, dass er im Team seit der unheilvollen Kollision nicht mehr so gelitten ist. Auch wenn die offizielle Sprachregelung sagt, dass beide Fahrer frei fahren dürfen. Bei Red Bull geht immer noch zu viel kaputt. Webber verlor in Montreal wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze. Vettel musste im letzten Renndrittel wegen eines maladen Getriebes zurückstecken. Da es erst eins von vier Rennen bestritten hat, kann ihn das Problem später noch einmal treffen.

Valencia keine Red Bull-Strecke

Red Bull muss in Valencia mit starker Gegenwehr von McLaren und Ferrari rechnen. Ferrari ist auf diesem Typ Stop-and-Go Strecke stark. Dazu kommt die Ausbaustufe. McLaren zeigte in Montreal, was man von ihnen auf ähnlichen Streckenlayouts von ihnen erwarten kann. Red Bull hat da vielleicht noch einen Vorteil von zwei oder drei Zehnteln, aber nur, wenn nicht das Geringste schiefläuft. Das setzt die Bullen unter Druck. Keine Strategiefehler, keine Fahrfehler, keine Defekte.

Für Silverstone hat McLaren-Chef Martin Whitmarsh eine B-Version des MP4-25 angekündigt. Dann sollten Hamilton und Button auch auf Rennstrecken mit flüssigen Kurvenfolgen konkurrenzfähig sein. Da fehlte in Barcelona noch eine Sekunde auf die Red Bull. Vorteil McLaren: Die Chancenauswertung ist deutlich besser als bei Red Bull. Aus einer Pole Position holte man vier Siege. Red Bull machte aus sieben Trainingsbestzeiten nur drei Siege.

Newey arbeitet weiter am F-Schacht

Red Bull-Chefdesigner Adrian Newey blieb nicht ohne Grund zuhause in England, während sein Team in Montreal von McLaren empfindlich geschlagen wurde. Er arbeitete am Comeback des F-Schachts, der beim ersten Versuch in der Türkei noch nicht richtig funktionierte. Wenn alle Probleme gelöst sind rechnet Red Bull mit drei Zehnteln Zeitgewinn. Doch das wird nicht ausreichen, um den Vorsprung gegen McLaren und Ferrari zu konservieren.

Beide rüsten mächtig auf. Und die WM ist noch lang. Red Bull wird den 85 Punkten, die man durch Defekte, strategische Aussetzer und die Kollision von Istanbul verschenkt hat, noch nachweinen.

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