Es war teilweise ein einziges Lotterie-Spiel, was sich in der vergangenen Saison während Safety-Car-Phasen abgespielt hat. Ihren Höhepunkt fand das skurrile Treiben beim Nachtrennen Singapur, als Nico Rosberg trotz anschließender Strafe von seinem Stopp bei geschlossener Boxengasse profitierte.
Die ungeliebte Regel wird nun endlich wieder abgeschafft. Während Safety-Car-Phasen können Piloten in dieser Saison jederzeit ihre Crew ansteuern. Notstopps wegen Benzinmangel gehören dann der Vergangenheit an.
Tempolimit bis zur Box
Um die Gefahr während einer Gelbphase zu reduzieren, müssen die Piloten allerdings mit einer Einschränkung leben. Wenn das Safety-Car auf die Strecke geht wird das Tempo gedrosselt. Alle Fahrer erhalten auf ihrem Lenkrad-Display automatisch eine Minimalzeit für die Rest der Runde bis zur Box, die nicht unterschritten werden darf.
Damit korrigiert die FIA die alte umstrittene Regel, die erst 2007 eingeführt wurde. "Das war eine schlechte Regelung", gibt Rennleiter Charlie Whiting zu. Mit Hilfe der Technik hat man nun eine Lösung gefunden, die alle zufrieden stellen soll. "Nun ist der Anreiz weg, so schnell wie möglich zur Box zurück zu hetzen", erklärt Whiting.
Praxistest im Rennbetrieb
Dieser Sprint an die Box vorbei an der Unfallstelle hat oftmals zu gefährlichen Situationen geführt. "Jetzt müssen sich die Piloten an die Zeit auf dem Display halten." Bei den ersten Praxistests in den Freitagstests der vergangenen Saison hat das System bereits einwandfrei funktioniert. Einige Fahrer monierten allerdings, dass sie ständig gezwungen seien, die Anzeige zu kontrollieren und sich nicht mehr auf die Strecke konzentrieren konnten.
Ob sich das neue System auch im Rennbetrieb durchsetzen kann, muss also erst die Praxis zeigen. Einige Experten unken bereits, dass es mit den neuen breiteren Frontflügeln in dieser Saison zu mehr Crashs auf der Strecke und somit zu vermehrten Safety-Car-Phasen kommen könnte.



