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Formel 1-Sperrstunde

Red Bull bekommt Joker zurück

Red Bull RB7 Foto: Red Bull 76 Bilder

Update ++ Red Bull, Mercedes und Virgin werden nun doch nicht für den Bruch der Sperrstunden-Regelung bestraft. Nach einer Untersuchung des Vorfalls hat die FIA entschieden, den Rennställen den Joker wieder zurückzugeben.

24.09.2011 Tobias Grüner

Die Sperrstunden-Regelung, die seit dieser Saison in Kraft ist, soll eigentlich verhindern, dass Teammitglieder spät in der Nacht Überstunden machen und am Auto arbeiten. Die betreffenden Personen dürfen in einem bestimmten Zeitraum vor dem ersten und dritten Freien Training  nicht ins Fahrerlager kommen. Die FIA gestattet jedem Rennstall in einer Saison vier Ausnahmen, falls größere Umbauarbeiten am Auto notwendig sind.

Normalerweise liegt die arbeitsfreie Zeit mitten in der Nacht, weil die ersten Freien Trainings des Tages in der Regel morgens beginnen. Doch in Singapur ist durch den ungewöhnlichen Zeitplan alles etwas anders. Hier fahren die Autos erst, wenn die Sonne untergeht. Somit liegen die Sperrstunden plötzlich am helllichten Tag. Am Samstag waren die Teammitglieder zwischen 9.30 Uhr und 16 Uhr ausgesperrt.

Red Bull auf der Suche nach dem Schuldigen

In dieser Zeit aber hatte die FIA gleich bei drei Teams unerlaubterweise Personal an der Strecke notiert. Bei Red Bull, Mercedes und Virgin waren Marketing-Leute zu früh bei der Arbeit. Im Gesetzestext steht eigentlich, dass nur Personal Zugang hat, das nicht mit der Operation der Autos in Verbindung steht. Doch zu Saisonbeginn hatten sich die Teammanager bei einem Treffen in Melbourne geeinigt, wer sich genau zur Sperrzeit in der Nähe der Autos aufhalten darf.

"Damit bei den vielen Marketing-Leuten keine Verwirrung aufkommt, sind diese in das Verbot mit eingeschlossen", erklärt der Teammanager eines Konkurrenten. "Erlaubt sind explizit nur Mitarbeiter der Security, des Caterings und vom Hospitality Management."

Bei Red Bull wäre der Verlust des Sperrstunden-Jokers besonders schmerzhaft gewesen. Es wäre bereits die dritte von vier Ausnahmen in diesem Jahr. Doch Teamberater Helmut Marko erklärte schon am Samstagabend, dass man die Strafe nicht akzeptieren will. Und nach einer genaueren Untersuchung entschied die FIA tatsächlich, dem Rennstall den dritten Joker zurückzugeben.

"Nach Befragung der Person, die die Sperrstunde im Fall Red Bull gebrochen hat und nach Anhörung der Begründung, ist es nun klar, dass diese Person kein Mitglied des Red Bull-Teams ist und auch nicht mit der Operation des Autos in Zusammenhang steht", begründete der Verband die Entscheidung in einer offiziellen Mitteilung. Schon am Vortag war klar, dass die betreffende Person mit einem Gästepass ins Fahrerlager kam.

Auch Strafen gegen Mercedes und Virgin aufgehoben

Auch Mercedes bekommt seinen Joker wieder zurück. Wie ein Sprecher des Silberpfeil-Teams erklärte, waren zwei Mitarbeiterinnen des Marketings eine halbe Stunde vor Ablauf der Sperrstunde an die Strecke gekommen. Die FIA hat schließlich doch noch eingesehen, dass die beiden Mädels nicht am Auto gearbeitet haben. Für Mercedes wäre es aber sowieso erst der erste Joker gewesen.

Virgin war ebenfalls unter den Sündern, die am Sonntag von den Regelwächtern begnadigt wurden. So bleibt es nur bei der Bestrafung für das Toro Rosso-Team, das am Freitag in die Sperrstunden-Falle gelaufen war. Ausgerechnet Teamchef Franz Tost sorgte dafür, dass der erste Joker fällig wurde.

Sollte ein Team übrigens mehr als vier Mal in einer Saison gegen die Sperrstunden-Regel verstoßen, ist die Strafe im Reglement nicht ganz klar festgeschrieben. Die wahrscheinlichste Konsequenz ist, dass beide Autos aus der Boxengasse starten müssen.

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