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Formel 1-Technik Spionagefotos

Red Bull-Geheimnisse enttarnt

Red Bull Verhüllung 2011 RB7 Foto: Red Bull 34 Bilder

In der Formel 1 herrscht höchste Geheimhaltungsstufe. Besonders verschlossen in Sachen Technik gibt sich Red Bull. Umso mehr freute sich die Konkurrenz, als der RB7 in Monza plötzlich ungeschützt auf dem Präsentierteller stand. Wir haben die Bilder der Foto-Spione.

21.10.2011 Tobias Grüner

Jedes Grand Prix-Wochenende beginnt das Versteckspiel aufs Neue. Wenn alle Autos in der Startaufstellung stehen, ist bei Red Bull immer am meisten los. Hier tummeln sich die Ingenieure der Konkurrenz, um die einzige Chance des Wochenendes zu nutzen, sich den RB7 im Stand aus der Nähe anzuschauen. Als Abwehrmaßnahme lässt Teamchef Christian Horner seine Mechaniker vor dem besonders sensiblen Heckbereich im Halbkreis aufstellen, um allzu tiefe Einblicke zu vermeiden.

Kopieren gehört in der Formel 1 zum guten Handwerk. Und bei Red Bull gibt es bekanntlich immer etwas zu entdecken. Besonders sensibel reagieren die "Wachmänner", wenn sich ein Fotograf dem Heck nähern. Da wird auch mal geschubst und gepöbelt, wenn das Objektiv in Richtung Auspuff-Endrohr oder Diffusor gerichtet wird. Beim Katz und Maus-Spiel hatte Red Bull zumeist die Oberhand. Wer die filigran geformten Luftkanäle im Heck fotografieren wollte, musste sich schon in der Boxengasse auf die Lauer legen und schnell am Abzug sein.

Red Bull-Updates: GP Japan 2011 1:30 Min.

Red Bull RB7 hängt abschussbereit am Haken

Doch in Monza wendete sich das Blatt. Mark Webber krachte mit seinem Auto in der Parabolica in die Reifenstapel und die Fotografen hatten plötzlich leichtes Spiel. Das Auto stand ungeschützt auf dem Präsentierteller. Zur Freude der Spione halfen auch die Streckenposten mit. Der Red Bull wurde per Kran in die Luft bugsiert und erst einmal ein paar Minuten hängengelassen, bis alle Schüsse im Kasten waren.

In unserer großen Fotogalerie können wir Ihnen nun erstmals exklusiv den Red Bull aus allen Perspektiven im Detail zeigen. Besonderes Interesse bei der Konkurrenz ruft die Holzplatte am Unterboden hervor. Der vordere Teil weist ungewöhnliche Abnutzungsspuren auf. Die ersten 30 Zentimeter des Splitters scheinen während der Fahrt gleichmäßig auf dem Asphalt zu schleifen. Bei anderen Autos sind die Kerben eher unregelmäßig über die gesamte Bodenplatte verteilt.

Red Bull-Unterboden im vorderen Teil flexibel?

Die Konkurrenz vermutet, dass der vordere Teil der Platte flexibel ist, um den Frontflügel näher an den Asphalt zu bringen. Das wäre allerdings illegal. Doch bisher fiel das Auto bei den FIA-Tests nicht negativ auf. Der englische Technikexperte Craig Scarborough hat auf seiner Webseite eine interessante Theorie dazu verfasst, wie Red Bull das Kunststück hinbekommt. Seiner Meinung nach ist der Unterboden mit einer achsgelagerten Aufhängung mit dem Chassis verbunden.

Das System funktioniert seiner Meinung nach wie eine umgekehrte Wippe: Bei höheren Geschwindigkeiten zieht der Abtrieb des Frontflügels den Splitter auf den Asphalt. Der vordere Teil des Unterbodens wird durch das Schleifen auf der Piste nach oben gedrückt. Der Teil hinter der Achse wird wie bei einer Wippe gleichzeitig nach unten gedrückt. Dadurch liegt der Unterboden im vorderen Teil plan auf dem Asphalt auf, die Kräfte werden besser verteilt und die Holzplatte nicht zu stark abgenutzt.

Die FIA überprüft die Flexibilität des Splitters mit hydraulischen Stempeln. In der Testanordnnug wird der Unterboden mit der gesamten Länge auf eine ebene Fläche gestellt. Die Stempel versuchen dann den vorderen Teil mit vorgegebenen Kräften nach oben zu drücken. Da der hintere Teil hinter der Drehachse in der Ausgangsstellung schon flach auf dem Boden liegt, ist die Wippe blockiert. Somit kann sich auch der vordere Teil nicht mehr verbiegen.

Wippen-Lösung wäre illegal

Auf Nachfrage von auto motor und sport hält die FIA ein solches System prinzipiell für möglich, betont gleichzeitig aber auch noch einmal, dass es illegal wäre. Auch die Konkurrenz hat von der Theorie Wind bekommen. Angeblich hat ein Spitzenteam auch schon eine offizielle Anfrage an die Regelhüter gestellt. Was sich unter der Verkleidung verbirgt, können auch die Foto-Spione nicht herausfinden. Die FIA könnte allerdings ihr Testverfahren ändern.

Mit den Bildern aus Monza hat auto motor und sport-Technikexperte Giorgio Piola eine neue 3D-Animation erstellt. Neben dem Video haben wir die wichtigsten Elemente auch noch einmal in unserer Fotogalerie erklärt.

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