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Formel 1: Setup-Rätsel in Bahrain

Was entscheidet: Rennen oder Qualifikation?

Start Sao Paulo 2009 Foto: xpb 44 Bilder

Nach 15 Tagen und knapp 57.000 Testkilometern beginnt kommende Woche in Bahrain der Ernst des Lebens. Wer gewinnen will, muss den Spagat zwischen den extremen Gewichtsunterschieden meistern. Wie der beste Kompromiss beim Setup aussieht, weiß noch keiner.

02.03.2010 Michael Schmidt

Wenn der letzte Testtag von Barcelona ein Gradmesser für die neue Formel 1-Saison ist, dann darf man sich freuen. Acht Teams liegen innerhalb von 0,43 Sekunden, und das auf einer selektiven Rennstrecke wie Barcelona.

Nur Renault beteiligte sich nicht an der Zeitenjagd. Robert Kubica fuhr seine schnellste Zeit in einem 15-Runden-Turn. Der Pole gab aber zu, dass der Renault R30 in Barcelona nicht an seine gute Jerez-Form anschließen konnte. "Irgendwie fehlt uns hier der Abtrieb."

Frage der richtigen Abstimmung

So deutlich gingen die Teams beim Testen noch nie in die Offensive. Früher versuchte man schnelle Runden im Qualifikationstrim zu verschleiern. Diesmal gaben praktisch alles Gas. Weil keiner einzuschätzen vermag, was am Rennwochenende entscheidend sein wird: Die gute Startposition oder ein Auto, das die Reifen schont.

Je nach Entscheidung hängt ab, wie das Auto am Samstagmittag abgestimmt wird. Eher Richtung Qualifikation mit Opfern für das Rennen oder lieber für einen langen Atem im Rennen? Um beide Extreme auszuloten, muss man unter beiden Bedingungen mal gefahren sein.

Fahrer muss beide Extreme kennen

"Es macht wenig Sinn, irgendetwas mittendrin zu testen. Mit halbvollen Tanks kannst du nichts lernen", bestätigt Williams-Technikchef Sam Michael. "Die entscheidenden Runden sind die in der Qualifikation und am Anfang des Rennens. Für beides muss der Fahrer ein Gefühl bekommen."

Gerade die ersten Runden werden ein Ritt auf der Rasierklinge. Einerseits bietet sich im Kampfgetümmel die größte Chance, Positionen gut zu machen, andererseits kann man gerade da seine Reifen irreparabel ruinieren. "Wenn der Fahrer in den ersten drei Runden nicht aufpasst, können die Reifen so stark körnen, dass sie nie wieder zurückkommen." Und dann wäre man Freiwild für seine Verfolger.

Teuer erkaufte Startpositionen

Bei den Top Ten der Startaufstellung kommt hinzu, dass sie mit den Reifen starten müssen, auf denen sie ihre schnellste Runde gefahren sind. Die Versuchung, sich mit der weichen Gummimischung in die ersten zwei Startreihen zu fahren, kann einen im Rennen böse bestrafen. Besonders auf Strecken, die den Reifen strapazieren.

Williams schickte seine Piloten mit unterschiedlichen Programmen in die Testarbeit. "Für Nico Hülkenberg als Neuling war es wichtig, so oft wie möglich unter Qualifikationsbedingungen zu testen", erklärt Michael. "Rubens Barrichello hat schon 285 Mal eine Qualifikation mitgemacht. Er weiß, was auf ihn zukommt. Bei ihm machte es mehr Sinn, mit vollen Tanks zu fahren."

Barrichello: "Ferrari liegt vorne"

Trotzdem ging auch der Oldie am letzten Tag auf Zeitenjagd. Ihm fehlten 0,398 Sekunden auf die Spitze. Sam Michael glaubt trotz aller Bedenken in Bezug auf das Überholen: "Das Rennen wird im Rennen entschieden und nicht im Training." Und da kommt er nach 15 Testtagen zu dem Schluss: "Ferrari liegt vorne. Vor dem Rest müssen wir keine Angst haben."

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