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Erster Streckenrundgang in Indien

Geile Kurven mit Schönheitsfehlern

GP Dehli 2011 - Impressionen Foto: Grüner 52 Bilder

Die neue Grand Prix-Strecke in Delhi liegt zwischen Genie und Wahnsinn. Das Layout verspricht ein großes Spektakel, doch einige Schönheitsfehler trüben das Bild. auto motor und sport nimmt Sie mit auf den ersten Streckenrundgang.

26.10.2011 Tobias Grüner

Rund 150 Millionen Euro hat sich Indien seinen Platz auf der Formel 1-Landkarte kosten lassen. Dafür bekam man einen nagelneuen Grand Prix-Kurs im Nirgendwo. Greater Noida nennt sich eine der zahlreichen Satellitenstädte im Dunstkreis der Hauptstadt Dehli, wo seit zwei Jahren die Bagger am Werkeln sind. Vier Millionen Kubikmeter Boden wurden versetzt, um das platte Land eine hügelige Rennstrecke zu verwandeln.

F1-GP Indien - Vorschau 45 Sek.

Formel 1-Strecke mit "Stairway to heaven"

Doch am Mittwoch vor der großen Premiere war längst nicht alles fertig. Aus den Wänden hängen noch unisolierte Kabel, Klospülungen und Wasserhähne wollten partout keine Flüssigkeiten ausspucken und einige Kaffee-Maschinen wanderten direkt in den Müll, nachdem sie wegen falsch angeschlossener Steckdosen Rauchzeichen von sich gaben. "Das muss man bei einer neuen Strecke wohl in Kauf nehmen", grinste Formel 1-Architekt Hermann Tilke etwas gequält und versprach: "Das bekommen wir aber noch hin."

Schwierig wird die Fehlerbeseitigung aber bei gröberen Baumängeln wie der im Fahrerlager spöttisch genannten "Stairway to heaven". An der Seite des Hauptgebäudes an den Boxen führt eine Treppe bis in das oberste Stockwerk und endet direkt vor der Brüstung. Ein Schritt zu weit und es geht abwärts. "Das ist die erste Strecke, die kurz nach der Eröffnung schon 20 Jahre alt aussieht", spotten einige im Fahrerlager.

Bis zuletzt versuchten die Inder mit viel Man- bzw. Woman-Power die Rennstrecke zum Glänzen zu bringen. Anstatt die Einfahrt schnell mit einem Reinigungswagen zu säubern, fegten rund 30 Frauen mit Naturbesen den Asphalt - auf den Knien versteht sich. Am mangelnden Einsatz liegt es also nicht, dass die Qualität nicht überall passt.

Hohes Tempo, heiße Duelle

Die auto motor und sport-Reporter machten sich also mit etwas gemischten Gefühlen auf die traditionelle Streckenbegehung. Doch die 5,125 Kilometer lange Piste hatte einige freudige Überraschungen zu bieten. Mit 235 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ist sie nach Monza die zweitschnellte Strecke im Kalender. Die zwei Jahre Planungszeit im Architektenbüro Tilke haben sich gelohnt. Die vielen Wellen im Gelände sorgen für viele blinde Ecken. Mit viel Gras am Streckenrand macht der Kurs auch optisch einen guten Eindruck.

Auch für die Fans von spektakulären Überholmanövern hat sich Tilke etwas einfallen lassen. Gleich an drei Kurven wurde die Asphaltbreite von zwölf auf 22 Meter ausgedehnt. In den Anbremszonen in den Dimensionen von Supermarktparkplätzen haben Fahrer kaum noch Chancen sich zu verteidigen. Auch ohne den beweglichen Heckflügel können sich die Fans auf spannende Duelle freuen.

Dreck und Dunst trüben das Bild

Der gute Eindruck des abwechslungsreichen Layouts wird nur durch zwei Schönheitsfehler getrübt. Erstens haben die Bauarbeiten auch auf der Strecke Spuren hinterlassen. Überall ist Dreck, Staub und sogar Öl auf der Ideallinie. Den Fahrern steht vor allen in den ersten Sitzungen eine Rutschpartie bevor. Zweitens schwebt über ganz Delhi eine hartnäckige Smog-Haube. Gegen den grauen Dunst hat selbst die Sonne keine Chance.

Wenn Sie sich selbst ein Bild von der Situation auf dem neuen Grand Prix-Kurs in Indien machen wollen, klicken Sie einfach in unsere Fotogalerie. Wir nehmen Sie mit auf unsere erste Streckenbegehung.

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