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F1-Streit FIA vs. FOTA

Ross Brawn fürchtet Spaltung der Formel 1

Ross Brawn Foto: dpa 26 Bilder

Ross Brawn hat der F1-Teamvereinigung (FOTA) seine Treue geschworen. Der Brite sieht immer noch gute Chancen für eine versöhnliche Lösung, fürchtet aber zugleich, dass ein radikaler Weg der FIA die Spaltung der Formel 1 zur Folge haben könnte.

07.06.2009 Michael Schmidt

Ross Brawn hat sich festgelegt. Trotz des Abspringens von Williams und Force India hält der Chef des WM-Spitzenreiters der FOTA die Treue. "Ich verdanke die Existenz dieses Teams der FOTA. Ohne die Mithilfe von McLaren und Mercedes gäbe es uns nicht." Außerdem binden Brawn keinerlei Verträge mit der FIA und den Rechteinhabern, so wie das beispielsweise bei Williams der Fall ist.

Begrenzung der Ressourcen

Den Erfolgsmanager hat das jüngste Konzept der FOTA an den Weltverband überzeugt: "Es ist unter dem Strich fast identisch mit dem, was die FIA vorschlägt. Wir reden nicht von einem Budgetlimit, geben aber auch nicht mehr Geld aus als hätten wir eines." Brawn präzisiert, wie sich die FOTA das Sparen vorstellt. Außer den bekannten Obergrenzen für Motoren (5 Millionen Euro) und Getriebe (1,5 Millionen Euro) gibt es eine genaue Liste an Modifikationen, die man in einer Saison an die Strecke bringen darf: Je fünf Flügelapplikationen, drei unterschiedliche Unterböden, drei Motorabdeckungen.

"Das spart uns mehrere Millionen." Dazu darf je nach Standort eine bestimmte Zahl an Ingenieuren nicht überschritten werden. In Deutschland, der Schweiz und Italien dürfen demnach ein paar Ingenieure mehr pro Team arbeiten als in England, weil in den genannten Ländern die Sozialabgaben höher liegen. Der Einkauf an Teilen soll auf 20 Millionen Euro beschränkt werden. Wer mehr selbst produziert, muss sich bei der internen Fertigung einschränken.

Kompromiss greifbar nahe

Im Prinzip, so Brawn, lägen die Vorstellungen der FIA und der FOTA gar nicht so weit auseinander. Der ehemalige Verfechter eines Budgetlimits hat sich von der Gegenseite überzeugen lassen, dass eine fixe Obergrenze nicht für alle Teams fair wäre. "Die Struktur unserer Teams ist doch sehr verschieden. Da kann man nicht alle über einen Kamm scheren." Die Tatsache, dass die FOTA-Teams dem Verband die Teilnahme bis 2012 garantieren wollen, habe die Schärfe aus dem Sparplan genommen. Deshalb könne man die Ausgaben in Stufen zurückfahren.

Obwohl ein Kompromiss greifbar nahe liegt, sieht Brawn weiter das Risiko einer Spaltung. "Es kommt darauf an, wie viele Teams die FIA nächsten Freitag akzeptieren wird. Wenn für die aktuellen Teams nicht mehr genügend Plätze übrig bleiben, könnte es zu einer Konfrontation kommen, die alles kaputtmacht." Den Gedanken an eine Piratenserie will der Brillenträger erst gar nicht aufkommen lassen. "Das muss die letzte Option bleiben." Stattdessen plädiert er für eine rasche Einigung. "Solange diese Unsicherheit herrscht, steht alles still. Es ist fast unmöglich, jetzt auf Sponsorsuche zu gehen. Was soll ich einem Interessenten erzählen, wenn keiner weiß, wie es weitergeht?"

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