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F1-Szene

Fotografen im Fokus

Foto: Reinhard / Wilhelm 38 Bilder

Wolfgang Wilhelm und Daniel Reinhard sind Künstler an der Kamera. Die beiden auto motor und sport-Fotografen liefern Woche für Woche spektakuläre Bilder von den Rennstrecken dieser Welt. Höchste Zeit, sie mal etwas näher vorzustellen.

15.07.2008 Tobias Grüner

Auf die Schnelle betrachtet ist der Job eines Formel 1-Fotografen ein echter Traumberuf: In ferne Länder reisen, berühmte Persönlichkeiten kennenlernen und dabei immer mittendrin in der glamourösen Umgebung von schnellen Autos und hübschen Frauen. Doch der Alltag eines Renn-Fotografen sieht leider etwas anders aus.

Das fängt schon bei den Arbeitszeiten an: Der Tag eines Formel 1-Fotografen beginnt an Renntagen bereits um sieben Uhr in der früh. Ende ist nicht vor elf Uhr abends. "Und wenn es was zu feiern gibt, geht es auch schon mal bis fünf Uhr morgens", erklärt Wolfgang Wilhelm. Der Pfälzer ist mittlerweile seit 33 Jahren fester Bestandteil der Formel 1-Szene und verfügt somit über jede Menge Erfahrung.

Stress trotz guter Planung

Diese Erfahrung spiegelt sich auch in den Aufnahmen wider. Mit viel Akribie und Routine plant Wilhelm schon vor dem Wochenende sein Programm, um während eines Rennens Fotos aus interessanten Perspektiven von verschiedenen Locations an der Strecke zu schießen. Trotzdem kommt immer wieder Stress auf. "Positiver Stress", wie Wilhelm betont. Um an die besten Motive zu kommen, müssen die Fotografen im wahrsten Sinne des Wortes Schwerstarbeit leisten. 35 Kilogramm Marschgepäck werden an jedem Renntag um die Strecke geschleppt.

Neben Wolfgang Wilhelm nimmt auch Daniel Reinhard diese Strapazen Rennen für Rennen auf sich. Der Schweizer liefert seit 1979 Actionbilder für auto motor und sport. Reinhard, der mittlerweile schon über 400 Grand Prix-Rennen im Sucher hatte, wurde das Talent quasi in die Wiege gelegt. Zu Zeiten von Juan Manuel Fangio und Graham Hill fotografierte bereits sein Vater Josef internationale Motorsport-Ereignisse. Weil Reinhard Senior meistens zur Stelle war, wenn es irgendwo krachte, wurde ihm in der Szene der Spitzname "Katastrophen-Sepp" verpasst. Diese Art der Anerkennung blieb dem Sohn bislang zum Glück erspart.

Schwierige Bedingungen an der Strecke

An die guten alten Zeiten der Formel 1 denken beide Fotografen gerne zurück. "Damals konnte man an der Strecke noch nahe an die Autos ran", schwärmt Wilhelm. "Jetzt gibt es überall breite Auslaufzonen und man ist meilenweit entfernt vom Geschehen." Auch die neue Pilotengeneration bewahrt gerne etwas Distanz zu den Fotografen: "Gute Portraits sind heute das schwierigste Kapitel der F1. Entweder die Fahrer tragen dunkle Sonnenbrillen und Kappen oder sie sind mal gar nicht mehr auffindbar", beklagt Reinhard. Als Konsequenz verzichtet der Profi generell auf Fotos mit Sonnenbrille.

Die hohen Ansprüche an sich selbst und die herausragende Qualität der Arbeiten blieben in der Szene nicht lange unentdeckt. So nehmen mittlerweile auch Teams und Hersteller die Dienste der beiden in Anspruch. Reinhard liefert zusätzlich Bilder an das BMW-Sauber Team und ist in dieser Funktion auch viel mit den Piloten unterwegs. Zuletzt besuchte er Robert Kubica in Krakau, mit Heidfeld ging es nach Valencia zum Segeltörn auf der BMW-Oracle Yacht. Wilhelm fotografiert seinerseits im Auftrag von Mercedes. Bei einem Rennen machen sie allerdings keinen Unterschied. Da wird jeder Pilot abgelichtet, der den beiden vor die Linse fährt.

Glück und Zufall gehören dazu

Für das perfekte Foto müssen allerdings viele Faktoren zusammenspielen. "Dazu gehört natürlich auch immer etwas Glück, dass im richtigen Moment alles zusammenpasst", gibt Wilhelm freimütig zu. Perfekt scharfe Mitzieher bei hohen Geschwindigkeiten zeigen jedoch auch, dass Glück und Zufall alleine noch keine guten Bilder machen.

Jeweils über tausend Fotos schießen die beiden während eines Wochenendes. "800 davon wandern gleich in den Müll", erklärt Wilhelm. Die restlichen 200 gehen in die Produktion. Im Heft finden sich schließlich die besten 15 wieder. In der großen Fotoshow auf auto-motor-und-sport.de werden jeden Montag nach dem Rennen rund 50 Motive veröffentlicht. Am Saisonende fließen die Highlights dann noch in das große Formel 1 Buch und den F1-Kalender ein.

Zur Saisonhalbzeit geben uns die beiden allerdings schon einmal eine Auswahl ihrer besten Schüsse der ersten neun Rennen. In unserer großen Fotoshow erklären die Profis die Geschichte hinter den Bildern und warum sie sich gerade für diese Motive entschieden haben. 

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