Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

F1-Tagebuch 2012 (Teil 10): Deutschland

Sprachprobleme im Heimatland

GP Tagebuch 2012 GP Deutschland Foto: xpb 22 Bilder

Im Formel 1-Tagebuch geben die auto motor und sport F1-Reporter einen persönlichen Blick hinter die Kulissen des Grand Prix-Sports und lassen die Saison 2012 noch einmal Revue passieren. Teil 10: GP Deutschland.

12.12.2012 Bianca Leppert

Hockenheim ist mein Heimrennen. Nicht nur weil es in Deutschland stattfindet, sondern weil Hockenheim in Baden liegt. Die Region, in der ich aufgewachsen bin. Und in der ich den badischen Dialekt gelernt habe, den ich bis heute manchmal nur schwer unterdrücken kann. Es gab also keinerlei Verständigungsprobleme. Überhaupt sollte man Bernie Ecclestone mal den Vorschlag machen, dieses Rennen in den Grand Prix von Baden umzutaufen.

Die Formel 1 spricht deutsch

Auf der anderen Seite hatte dieser Grand Prix für mich auch nicht allzu viel Aufregendes und Neues zu bieten. Ich war schon gefühlte 200 Mal bei Rennen anderer Serien in Hockenheim und kannte das Fahrerlager in und auswendig. Ich musste mich lediglich daran gewöhnen, mit dem Personal im Pressezentrum nicht wie bei der Formel 1 üblich englisch zu sprechen.

Meine badische Heimat präsentierte sich Ende Juli nicht gerade freundlich. Am Freitag schüttete es während des gesamten Trainings. Dabei erzähle ich immer gerne, dass wir Badener die meisten Sonnenstunden im Jahr genießen können. Das war wohl der berühmte Vorführeffekt. Die Zuschauer kamen trotzdem auf ihre Kosten. Denn Michael Schumacher und Co. legten spektakuläre Pirouetten und Showeinlagen aufs Parkett.

Schwer, die richtigen Worte zu finden

Ein großer Vorteil des Heim-Grand Prix: Lange Autofahrten bleiben aus. Die Fahrt ins das nur wenige Kilometer entfernte Hotel in Walldorf war schnell erledigt. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn Kollege Michael "Ungeduld" Schmidt am Steuer sitzt. Ein weiterer Vorteil des nahe gelegenen Hotels: Es bleibt ausnahmsweise mal Zeit, sich bei einem Bier mit den deutschen Kollegen auszutauschen. Denn die meisten verlegten ihren vorübergehenden Wohnsitz ebenfalls nach Walldorf.

Aber es gab auch einen deutsch-schweizerischen Austausch in Hockenheim. Zum ersten Mal erlebte ich als Journalistin, wie es wohl meinem Gegenüber ergehen muss, wenn ich ihn mit Fragen löchere und ihm mein Diktiergerät vor die Nase halte. Meine liebe Kollegin Vanessa Georgoulas bat mich und eine andere Kollegin um ein Interview für das Magazin Wirtschaftsjournalist, das über Journalistinnen in der Männerdomäne Formel 1 berichten wollte. Erst danach habe ich bemerkt, wie schwierig es manchmal sein kann, die richtigen Worte zu finden.

Vettel kommt von der Bahn ab

Anderen hatte es in Hockenheim aber komplett die Sprache verschlagen. Zum Beispiel den Red Bull-Verantwortlichen, als es vor dem Rennen noch einmal Tohuwabohu um deren Motor-Mapping ging, das von FIA-Technikkommissar Jo Bauer überraschend untersucht wurde. Die Medien versuchten nur wenige Stunden vor dem Rennen noch ein Statement von Christian Horner und Co. zu bekommen. Erst wartete die Meute vor der Box, dann vor dem Motorhome. Doch alle Beteiligten gaben sich wortkarg.

Schließlich starteten Sebastian Vettel und Mark Webber doch wie geplant von ihren eigentlichen Startplätzen. Ganz ohne Strafe ging das Rennen für Lokalmatador Vettel aber nicht über die Bühne. Weil er die Strecke mit allen vier Rädern beim Überholen von Jenson Button verlassen hatte und sich damit einen Vorteil verschaffte, wurde er nachträglich nur als Fünfter statt als Zweiter gewertet.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden