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F1-Tagebuch 2012 (Teil 13): Italien

Bunga-Bunga und Waldbeerkuchen

GP Tagebuch 2012 Italien Foto: xpb 21 Bilder

Im Formel 1-Tagebuch geben die auto motor und sport F1-Reporter einen persönlichen Blick hinter die Kulissen des Grand Prix-Sports und lassen die Saison 2012 noch einmal Revue passieren. Teil 13: GP von Italien.

15.12.2012 Bianca Leppert

Der Grand Prix von Italien gehört zu den Rennen, zu denen wir traditionell mit dem Auto anreisen. Unser treuer Begleiter sollte ein passend zum Anlass Ferrari-roter BMW 1er sein, den wir am Nachmittag in der Tiefgarage von auto motor und sport abholten.

Nordschleifenfahrt über den Splügenpass

Ich hatte bereits geahnt, dass wir nur wenige Stopps auf unserer Fahrt durch Deutschland, die Schweiz und Italien einlegen würden. Da ich bei den Kollegen aber als gefräßige Zeitgenossin gelte, deckte ich mich in der Schweiz mit einem Achterpack "Milchbrötli" für unsere rund sechsstündige Fahrt ein.

Die sollte alles andere als langweilig werden. Ich durfte schon in der Vergangenheit die automobilen Künste meines geschätzten Kollegen Michael Schmidt genießen, doch dieses Mal kamen sie voll zum Einsatz. Mein Reiseleiter hatte sich schon vorab die Route über den Splügenpass zurechtgelegt.

Bei der Ankündigung der Überquerung des ältesten Alpenpasses hatte ich noch nichts Böses geahnt, sondern mir ein traumhaftes Panorama ausgemalt. Das hatten wir tatsächlich. Doch bei all den engen Kehren, die wir im Eiltempo hinter uns ließen, fühlte ich mich mehr an eine rasante Nordschleifenfahrt erinnert, als an die Idylle von Kühen, grünen Bergen und Almglocken.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch erreichten wir schließlich am späten Mittwochabend unser Ziel. Dank Kollege Schmidt meisterten wir das Labyrinth von Monza schnell und ohne Wirrungen. Unser Hotel hatte wirklich eine, sagen wir mal, einmalige Lage - es war nur wenige Minuten von der berühmten Bunga-Bunga-Villa von Silvio Berlusconi entfernt. Viel wichtiger war aber der Bahnübergang auf dem Weg zur Strecke. Wer hier einmal aufgehalten wird, kann in Ruhe noch einen Espresso trinken, bevor es weitergeht.

Tägliches Ritual auf der Fahrt zur Strecke

Wer nicht zur Formel 1 nach Monza kommt, sollte den Königlichen Park, in dem die Rennstrecke liegt, trotzdem auf seiner Liste haben. Schon allein unsere Fahrt durch die riesigen Grünanlagen zum Parkplatz war beeindruckend.

Jeden Morgen folgten wir an einer Stelle demselben Ritual. Einmal rechts zur Steilkurve der alten Strecke schauen, einmal links zur Steilkurve des alten Abschnitts umdrehen. Erst danach schlängelten wir uns durch die Menschenmenge vor dem Eingang, die sogar von Ferrari-Pressesprecher Luca Colajanni Autogramme sammelte. Für die Tifosi sind bei Ferrari eben alle Stars.

Romain Grosjean machte im Fahrerlager hingegen eher negativ auf sich aufmerksam. Der Lotus-Pilot war für das Rennen in Monza gesperrt worden und zog mit seiner Anwesenheit den Groll so mancher Experten auf sich. Viele waren der Meinung: wer gesperrt ist, sollte auch zuhause bleiben. Das interessierte den Franzosen aber nicht die Bohne. Er verfolgte am Kommandostand alles mit, was sein Ersatzmann Jerome d’Ambrosio an diesem Rennwochenende ablieferte.

Monza-Verbot wegen Waldbeerkuchen

Wer Monza einen Besuch abstattet, darf natürlich nicht nach Hause fahren, ohne Pizza gegessen zu haben. Das Roxy gehört dabei sicherlich zu den Pizzerien mit der größten Auswahl, wie ein Blick in die Karte verrät. Auch wenn die Nähe zur Bunga-Bunga-Villa und die rosa Leuchtreklame an der Fassade zunächst eher auf eine andere Lokalität schließen lässt.

Ebenfalls ein kulinarisches Muss: Torta Frutti di Bosco. Zu Deutsch: Waldbeerkuchen. Schon Tage im Voraus hatte mir Michael Schmidt von dieser Köstlichkeit vorgeschwärmt. Als ich den Kuchen nach einem Probierhappen nur mit "gut" bewertete, beschlossen die Kollegen mit einem Grinsen auf dem Gesicht, mich nie mehr mit nach Monza zu nehmen.

Ein Heimsieg blieb den Tifosi an diesem Wochenende nicht vergönnt. Stattdessen fuhr Lewis Hamilton den dritten McLaren-Sieg in Folge ein. Sensations-Zweiter wurde Sergio Perez, Fernando Alonso machte seine Fans immerhin mit Platz drei glücklich.

Sebastian Vettel erlebte hingegen ein Katastrophen-Rennen. Erst bekam er eine Durchfahrtsstrafe, weil er Fernando Alonso bei Höchstgeschwindigkeit ins Gras abdrängte, dann streikte wieder einmal die Lichtmaschine. Unser BMW 1er ließ uns auf der Rückfahrt glücklicherweise nicht im Stich und brachte uns am frühen Montagmorgen wieder sicher nach Stuttgart zurück.

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