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F1 Tagebuch China 2013

Saisonauftakt in Shanghai

F1 Tagebuch GP China 2013 Foto: Wilhelm 31 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 3: GP China - Saisonauftakt in Shanghai.

04.12.2013 Bianca Leppert

Hi, Shanghai! Bei meinem vierten traditionellen Formel-1-Auftakt in Shanghai, hatte ich mir vorgenommen, die Vorurteile der auto motor und sport-Kollegen Schmidt und Grüner zu China auszublenden und der Millionen-Metropole nochmal mit neuen Augen zu begegnen.

Mit der Taxi-App durch den Großstadtdschungel

Über den Winter hatten sich schon in regelmäßigen Abständen Fern-Wehen gemeldet. Kein Wunder, der Wettergott in Deutschland outete sich bis weit nach dem Frühlingsbeginn auch als Spielverderber. Von München gestartet, kam ich nach rund zwölf Stunden Flug und einem Zwischenstopp in Abu Dhabi an meinem ersten Formel 1-Ziel des Jahres an. Dieses Mal alleine. Denn Kollege Schmidt bevorzugte eine andere Reiseroute, um zwischen dem GP China und dem GP Bahrain einem Kurzaufenthalt zuhause frönen zu können.

Vor meiner Reise hatte mir eine Freundin die App "Hi, Shanghai Taxi" ans Herz gelegt. Sie kam auch prompt als ich das Flughafengebäude verließ zum Einsatz. Ein netter Gimmick: Der Handyhelfer erklärt die Bedeutung der unterschiedlichen Taxifarben. Mintgrüne Taxen sind empfehlenswert, weinrote rangieren am unteren Ende der Skala. Und welches bekam Glückspilz Fräulein Leppert vom Anweiser am Taxistand zugewiesen? Na? Natürlich ein Weinrotes.

Glücklicherweise zeigte die App auch Hotel-Adressen auf Chinesisch an, denn ein englischsprachiger Chauffeur in der Millionen-Metropole ist ungefähr so selten wie ein Upgrade in die First Class. Der Taxifahrer zückte kurz seine Brille, nickte wild, und wir ratterten davon - zu meiner großen Überraschung auf direktem Weg zum Hotel. War ich farbenblind oder die App etwa doch Schrott?

Immer noch Vegetarier?

Am Abend traf ich dort die gesamte Gang wieder. Michael Schmidt aka "Der Schrecken der Straße", Roger Benoit vom Schweizer Blick aka "Nicht ohne meine Zigarre" und Mathias Brunner aka "Der Frühaufsteher". Auf unseren auto motor und sport-Fotografen Dani Reinhardt mussten wir schmerzlich verzichten. Bei seiner Entscheidung zwischen China und der Schweiz zögerte er einen klitzekleinen Moment - dann machte ganz überraschend die Schweiz das Rennen.

Das beherrschende Thema beim ersten Abendessen nach fünf Monaten Trennung: Ist Madame Leppert wieder zur Vernunft zurückgekehrt und hat nach zwei Jahren Vegetarier-Leben Fleisch im persönlichen Speiseplan eine zweite Chance gegeben? Dödöm. Zonk. Von der Herren-Fraktion erntete ich nur fassungsloses Kopfschütteln.

Ähnlich unnachgiebig waren wir mit unserem Chauffeur, der uns jeden Tag im Kleinbus zur Strecke brachte. Der junge Chinese sah in seinem Norweger-Pullover zwar äußerst dynamisch aus, war bei der Berechnung der Fahrtroute allerdings etwas unflexibel. So kam es, dass wir eines Abends in der Pampa von Shanghai rumschaukelten und dem Herrn am Steuer mit abwechselndem Gebrüll aus der zweiten Reihe wie "Map", "No, left", "Don't you have to go right?" und herumfuchtelnden Händen wahnsinnig machten. Er hatte es das ganze Wochenende wahrlich nicht leicht. Man stelle sich vor, ein Chinese wolle einem deutschen Taxifahrer erklären, dass es ins Stadtzentrum von München in diese oder jene Richtung geht.

Vettel sorgt für Diskussionen

Etwas vom Weg abgekommen, war man auch bei Red Bull. Nicht der Sport selbst, sondern die Stallorder-Affäre aus Malaysia dominierte die Gespräche im Fahrerlager. Die einen fanden Sebastian Vettels deutliche Worte gegenüber Mark Webber ("Er hat es nicht verdient zu siegen") gut. Die anderen sprachen davon, wie Bambi zum Werwolf mutierte.

Selbst wir lieferten uns am Abend beim neu entdeckten Japaner um die Ecke noch hitzige Diskussionen. Die nächsten Tage sollten arbeitsreich werden. Mehr als eine Pizza aufs Zimmer oder ein schneller Besuch beim Texaner BBQ war nicht drin. Am Sonntag sah die Formel 1 den dritten Sieger in drei Rennen: Fernando Alonso triumphierte im Ferrari vor Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton. Ein Weltmeister-Podest.

Sightseeing-Tour durch Shanghai

Ich nutzte den Montag und Dienstag noch für eine kleine Sightseeing-Tour durch Shanghai. Statt mich mit dem Taxi auf die Socken zu machen, wollte ich unbedingt einmal die chinesische U-Bahn testen. Und siehe da: Unterirdisch kommt man wesentlich schneller ins Zentrum, als auf den verstopften Straßen mit dem Taxi – egal in welcher Farbe.

Am ersten Tag ging es zu Fuß durch das Viertel French Concession und das Künstlerviertel Tianzifang, am Dienstag besuchte ich den traditionellen Yuyuan-Garten. Kein leichtes Unterfangen, denn ich lief erst einmal um den hinter hohen Mauern gelegenen Garten herum, bis ich einen Ausgang aus dem Labyrinth und den Eingang zum Garten fand. Am Abend hieß es auch schon wieder Koffer packen: Die Weiterreise nach Bahrain stand an. Die verlief aber etwas holpriger als gedacht. Aber das können Sie in der nächsten Folge lesen.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Shanghai gesammelt.

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