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F1 Tagebuch Australien 2013

Melbourne-Quali an zwei Tagen

GP Australien 2013 - Formel 1-Tagebuch - Impressionen Foto: Red Bull 30 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 1: GP Australien - Melbourne-Quali an zwei Tagen.

02.12.2013 Tobias Grüner

Der Start in meine 5. Formel 1-Saison wurde von einem komischen Gefühl begleitet. Erst im Dezember hatte ich einen ganzen Monat Privaturlaub in Down Under gemacht. Am 10. März wartete der Flieger erneut in Frankfurt, um mich ans andere Ende der Welt zu bringen. Dieses Mal stand allerdings kein Urlaub auf dem Programm, auch wenn mir das die daheimgebliebenen Kollegen immer einreden wollen.

Um 19 Uhr abends ging die Reise los, um 7 Uhr morgens spuckte mich der Flieger in Melbourne wieder aus. Der Kalender zeigte mittlerweile 2 Tage später an. Zum Glück stand in meinem Hotel ein bezugsfertiges Zimmer bereit. Es gibt nichts Schlimmeres, als nach dem langen Flug noch in der Lobby warten zu müssen, bis die Putzkolonne ihre Arbeit beendet hat.

Erste Impressionen aus dem Albert Park

Obwohl meine innere Uhr eigentlich nach einem zwölfstündigen Power-Napping verlangte, ging es nach einer kurzen Dusche schon wieder los. Als erstes Ziel stand wie jedes Jahr das Parkview Hotel auf dem Plan. Hier hatte die FIA im zweiten Stock die Akkreditierungsstelle eingerichtet. Eine nette Dame überreichte mir den begehrten roten Pass, der den Zugang zum Fahrerlager, der Boxengasse und der Startaufstellung garantierte. Dass die Boxengasse ab dem GP Ungarn zum Sperrgebiet werden sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mit Kollege Michael Schmidt ging es anschließend einmal quer durch den Albert Park zum Pressezentrum. Er war übrigens schon einen Tag früher angereist und war ausgeschlafen. Beim gemütlichen Parkspaziergang fiel auf, welchen Aufwand die verrückten Aussies jedes Jahr für die Formel 1 betreiben. 3 Monate zuvor war hier noch alles grün. Ein faszinierendes Vorher-Nachher-Bild der Boxenanlage finden Sie in der Galerie.
 
Einen Internet-Zugang gibt es freundlicherweise gratis. So waren die ersten Impressionen aus dem Fahrerlager und der Boxengasse pünktlich für die deutschen Fans am Mittwochmorgen auf der Webseite. Obwohl mein Körper immer noch nach einem Bett schrie, ging es am Abend noch zu unserem traditionellen Dinner im kultigen Vlados Steakhouse. Nichts für Vegetarier. Die einzige Beilage zu den Fleischlappen sind Krautsalat und Brot. Da sollte ich meine auto motor und sport-Kollegin und bekennende Fleisch-Verweigerin Bianca Leppert mal hinschicken.

Erste Gerüchte über Finanzprobleme bei Sauber

Der Donnerstag begann mit einer Einladung von Mercedes. Am Strand von St. Kilda hatte das Werksteam ein komplettes Restaurant gemietet, um die Journalisten auf die neue Saison einzustimmen. Lewis Hamilton stellte sich der Presse noch einmal im neuen silbernen Rennanzug vor, beklagte sich aber, dass er noch keine Uhr von Sponsor IWC geschickt bekam.

Der neue Team-Mitbesitzer Toto Wolff redete beim gemütlichen Lunch an unserem Tisch lange über seine Pläne und Ambitionen. Besonders in Erinnerung ist mir seine Beobachtung geblieben, dass vor der Fabrik in Brackley zu wenige Mercedes-Autos stehen. Wolffs Schlussfolgerung: "Wir brauchen wieder eine eigene Identität."

Beim Fußmarsch mit den Kollegen zurück zur Rennstrecke kam kurzzeitig doch so etwas wie Urlaubsfeeling auf. Nach dem harten deutschen Winter genossen wir den Spaziergang im milden australischen Spätsommer. Im Fahrerlager wurde die Stimmung allerdings gleich wieder getrübt. Wir bekamen erste verlässliche Informationen über Finanzprobleme bei Sauber.

In solchen Situationen ist man als Journalist immer in der Zwickmühle. Wir standen vor der Frage: Machen wir eine große Story darüber oder halten wir uns zum Schutz des Rennstalls zurück? Wir entschieden uns, die Informationen nicht zu veröffentlichen, um mögliche Sponsoren nicht zu vergraulen. Ich hätte nicht geglaubt, dass es noch bis zum Rennen in Silverstone dauert, bis das ganze Ausmaß der Krise an die Öffentlichkeit gelangt.

Wetterumschwung bringt Zeitplan durcheinander

Auch der Rest des Wochenendes war getrübt. Das Wetter schlug nach dem Traininigsfreitag plötzlich komplett in die falsche Richtung um. Samstagfrüh zum dritten Training zogen bereits dunkle Wolken über den Albert Park. Im Qualifying ging dann plötzlich nichts mehr. Nach der ersten Runde des Zeittrainings regnete es und regnete es. Und es hörte nicht mehr auf. Bernd Mayländer drehte in seinem Safety-Car eine Runde nach der anderen. Doch die Bedingungen wollten einfach nicht besser werden.
 
Der Rennleitung blieb am Ende nichts anderes übrig, als die Teile 2 und 3 auf den Sonntag zu verschieben. Ich hätte gerne vor dem Rennen noch etwas länger geschlafen. Doch Charlie Whiting hatte kein Einsehen mit mir und den Fans. In Deutschland mussten die Zuschauer um 1 Uhr nachts aufstehen, wenn sie den Kampf um die Pole Position live erleben wollten.
 
Red Bull sicherte sich locker auf die erste Startreihe. Knapp 7 Zehntel Vorsprung fuhr Vettel auf Hamilton heraus. Im Pressezentrum machte sich Ernüchterung breit. Wird das wieder so eine langweilige Vettel-Show wie schon in der Saison 2011? Doch das Rennen nur wenige Stunden später machte uns wieder Hoffnung. Am Ende kamen Alonso und Räikkönen vor Vettel ins Ziel. Adrian Sutil sorgte mit seiner Alternativ-Strategie und vielen Führungsrunden für eine nette Randgeschichte.
 
Einen Fehlstart erlebte Nico Hülkenberg. Kurz vor Rennbeginn stellten die Mechaniker ein Leck in der Tankblase fest. Für die Reparatur blieb keine Zeit. Hülk musste zuschauen, wie seine Kollegen um die ersten Punkte des Jahres kämpften. Schon 2010 und 2012 kam der Rheinländer im Rennen nach Kollisionen nur wenige Meter weit. Australien bringt dem Sauber-Piloten einfach kein Glück.

Wie immer wurde die Arbeit im Pressezentrum erst weit nach Mitternacht beendet. Storys gab es nach dem Rennen genug. Wir wussten allerdings noch nicht, dass es nur eine Woche später in Malaysia noch viel aufregender werden sollte.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Melbourne gesammelt.

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