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F1 Tagebuch Deutschland 2013

Heimspiel mit Hindernissen

Formel 1-Tagebuch 2013 - GP Deutschland Foto: Red Bull 26 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 9: GP Deutschland.

10.12.2013 Tobias Grüner

Der Grand Prix von Deutschland ist nicht nur das Heimrennen für Vettel, Rosberg und Co. sondern natürlich auch für uns deutsche Journalisten. Es ist immer angenehm, wenn man gemütlich mit dem Auto zu einem Rennen fahren kann. Vor allem, wenn man mit dem Kollegen Michael Schmidt unterwegs ist. Dann gibt es eine Anekdote nach der anderen aus mehr als 30 Jahren Formel 1-Erfahrung. Eine spannender als die andere.

Wenn man Schmiddi bei seinen Erzählungen aus der guten alten F1-Zeit zuhört, denke ich mir immer, dass irgendjemand das mal alles aufnehmen und dann als Buch oder Audioversion veröffentlichen muss. Allerdings ist vieles, was damals hinter den Kulissen passiert ist, leider nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Sorry liebe Leser.

Impressionen vom Mittwoch in Gefahr

Dieses Jahr dauerte die Geschichtsstunde sogar noch länger als gewöhnlich. Stau und Regen verzögerten unsere Ankunft in der Eifel am Mittwochnachmittag. Der Plan, noch schnell ein paar Impressionen aus dem Fahrerlager und aus der Boxengasse einzufangen, geriet kurzzeitig in Gefahr. Doch dann kamen wir doch noch bei Tageslicht an der Strecke an und die ersten Bilder des Aufbaus waren schnell im Kasten.

Im Pressezentrum wartete allerdings schon das nächste Problem: Wie sollten die Bilder ihren Weg auf die auto motor und sport-Webseite finden? Die Nürburgring-Mitarbeiter waren am Mittwoch noch nicht auf Journalisten eingestellt. Eigentlich hatte das Media-Zentrum offiziell noch gar nicht geöffnet. Folglich war es auch nicht möglich, eine einigermaßen flotte Internetverbindung zu bekommen. Das Handynetz in der Eifel ist bekanntlich auch nicht dafür ausgelegt, größere Datenmengen durchzuschleusen.

Zum Glück standen in einer Ecke des Pressesaals noch ein paar Desktop-PCs herum, die per LAN-Kabel mit dem weltweiten Netz verbunden waren. Ohne lange zu fragen wurde kurzerhand einer davon gekapert und das Material hochgeladen. Wäre ja noch schöner, wenn unsere User ausgerechnet beim Heimspiel auf die Bilder von den Vorbereitungen auf das Grand Prix-Wochenende verzichten müssten.

Mercedes verhindert negative Schlagzeilen

Auch der Rest des Wochenendes wurde es nicht langweilig. Am Donnerstag machte im Fahrerlager relativ schnell das Gerücht die Runde, Mercedes-Sportchef Toto Wolff habe sich negativ über Teammitglieder geäußert. Angeblich existierte sogar eine Abschrift eines privaten Gesprächs mit den Lästereien. Bei den Stuttgartern sorgte die Affäre für erhöhte Alarmbereitschaft: Die Presseabteilung wirkte spürbar nervöser als sonst.

Da die Zitate offenbar unter dubiosen Umständen festgehalten wurden, traute sich kein Journalist darüber zu berichten. Wir auch nicht. Mercedes drohte mit deftigen Unterlassungserklärungen, falls doch etwas von den Zitaten nach draußen dringen sollte. Als Red Bull-Berater Dr. Helmut Marko von der Geschichte Wind bekam, bot der Österreicher generös an, mögliche Strafen aus der Red Bull-Portokasse zu übernehmen. Natürlich nur ein Scherz - oder Herr Doktor?
 
Zwei Wochen später bewiesen die Kollegen der Sport Bild dann übrigens doch noch Eier und berichteten über die Angelegenheit. Allerdings wurden dabei leider immer noch keine Zitate veröffentlicht. Bis heute schaffte es Mercedes erfolgreich, die Opfer und den genauen Inhalt der Kollegenschelte Wolffs geheim zu halten.

Helmdiebe und Schnitzelessen

Ein weiteres heißes Thema, das erst Monate später an die Öffentlichkeit kam, war der gestohlene Helm von Nico Rosberg. Ein Langfinger war mitten in der Nacht in die Mercedes-Box geschlichen und hatte sich den zitronengelben Kopfschutz des Piloten gemopst. Obwohl Rosberg später Bilder der Parc Fermé-Überwachungskamera veröffentlichte, konnte der Täter nie ermittelt werden.
 
Ich hatte übrigens ein gutes Alibi. An den Nürburgring-Wochenenden wird abends immer im Hotel Hüllen in Barweiler Schnitzel gegessen. Leckerer und gemütlicher geht es nicht. Nur am Samstag musste ich passen. Pirelli hatte einige Formel 1-Reporter in die Pistenklause in Adenau eingeladen, um noch einmal in gemütlicher Runde über die letzten Reifenprobleme zu diskutieren.
 
Nach dem Debakel von Silverstone hatte der Gummilieferant eine verbesserte Version in die Eifel mitgebracht. Sebastian Vettel kam damit besonders gut zurecht. In einem spannenden Rennen konnte der Red Bull-Pilot die beiden Verfolger von Lotus bis zur Ziellinie in Schach halten. Der Heppenheimer – passend mit Goldhelm unterwegs – gewann damit in der Formel 1 zum ersten Mal auf deutschem Boden.

Boxengasse wird zum Sperrgebiet

Für die größten Schlagzeilen nach dem Rennen sorgte aber sein Teamkollege. Beim Boxenstopp von Mark Webber war ein Rad nicht richtig festgezurrt worden. Der außer Kontrolle geratene Gummi traf in der Boxengasse einen Kameramann am Rücken. Die spektakulären Bilder ließen einem dem Atem stocken. Zum Glück kam der TV-Kollege glimpflich davon.
 
Aber auch für die anderen Reporter hatte der Unfall Auswirkungen. Ab dem folgenden Rennen in Ungarn durfte ich nicht mehr wie gewohnt in den Freien Trainings oder in den Sitzungen der Rahmenrennen in die Boxengasse, um detaillierte Technikbilder zu schießen. Auf die sind unsere Leser bekanntlich immer besonders scharf. Trotz Protest der Journalisten zog die FIA die harte Linie bis Saisonende durch.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens am Nürburgring gesammelt.

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