Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

F1 Tagebuch England 2013

Regen drinnen und draußen

F1 Tagebuch - GP England 2013 Foto: xpb 25 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 8: GP England.

09.12.2013 Bianca Leppert

In Silverstone hatte Kollege Grüner wieder Pause. Michael Schmidt musste wieder mit weiblicher Begleitung Vorlieb nehmen. Die Anreise nach London traten wir allerdings getrennt an. Deshalb verabredeten wir uns am Mietwagen-Parkplatz, der etwas außerhalb vom Flughafen Heathrow liegt. Kollege Schmidt befürchtete bereits, er müsse dort ewig auf mich warten, weil ich an einem abgelegenen Terminal landete. Dabei war ich schließlich diejenige, die eine halbe Stunde auf dem Parkplatz warten musste.

Linksverkehr immer wieder gewöhnungsbedürftig

Schon auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt kam bei mir Formel-1-Stimmung auf. In der Ankunftshalle grinste Lewis Hamilton von einem Werbeplakat. Im Shuttle-Bus zur Hertz-Station erschien der Name von Lotus-Ersatzfahrer Davide Valsecchi auf der Anzeigetafel. Dieses Mal schaffte ich es sogar, nicht gleich auf der falschen Seite einzusteigen. Der Linksverkehr war trotzdem wieder gewöhnungsbedürftig. Mehr als einmal machte ich Anstalten, mit dem rechten Fuß reflexartig das Bodenblech durchzudrücken.

Im Hotel in Milton Keynes wurden wir gleich von einer deutschen Kollegenrunde begrüßt und gönnten uns noch ein kleines Gute-Nacht-Bier. Wieder einmal das leidige Gesprächsthema: Warum ist "Motzi" Leppert eigentlich Vegetarierin? Kollegin Nicola Pohl von der Bild-Zeitung ist sozusagen das absolute Gegenteil von mir. Sie liebt Fleisch über alles - was bei den männlichen Kollegen offenbar deutlich leichter zu akzeptieren ist.

Pressezentrum oder Big Brother Container?

Am Donnerstag zog ich in der Früh den Vorhang im Hotelzimmer zurück und sah das, was ich schon von England erwartet hatte. Einen grauen, tristen Himmel mit Regenwolken. Das hielt die Verantwortlichen im Pressezentrum aber nicht davon ab, die Klimaanlage voll aufzudrehen. Und auch bei der Zuweisung meines Sitzplatzes mit der Nummer 13 K hätte ich eigentlich schon misstrauisch werden müssen.

Aber ich war noch zu fasziniert von dem neuen und modernen Pressezentrum. Bei meinem letzten Besuch in Silverstone vor zwei Jahren saßen wir noch in einem alten Bau. Der hatte allerdings den Vorteil, dass man wenigstens ein Stück der Strecke sah. Im neuen Pressezentrum saß man quasi wie bei Big Brother in einem Container ohne Kontakt zur Außenwelt.

Schon am Donnerstag gab es jede Menge Gesprächsstoff im Fahrerlager. Der Mercedes-Prozess schlug noch Wellen und der Abgang von Mark Webber wurde ebenfalls diskutiert. Nico Rosberg bekam zu seiner Medienrunde eine Torte geschenkt. Der Mercedes-Pilot feierte seinen 28. Geburtstag.

Algen und Tiramisu für Vegetarier

Wir stillten unseren Bärenhunger am Abend traditionell beim Chinesen. Die Ente ist legendär - erzählt man sich zumindest. Denn ich konnte sie natürlich noch nie probieren. Auch dieses Mal nutzten sämtliche Überredungsversuche von Kollege Schmidt nichts. Stattdessen verzockte ich mich aber bei meiner Essenswahl. Auf meinem Teller landeten irgendwelche grüne Algen.

Weil ich meinen Teller nicht leer gegessen hatte, war der Wettergott vermutlich erzürnt und schickte uns am Freitag wieder Regen. Im ersten Training fuhr kaum jemand auf die Strecke. Irgendwie Ironie des Schicksals, wo doch im Mercedes-Prozess diskutiert wurde, dass jeder Kilometer zählt.

Um den Wettergott etwas gnädiger zu stimmen, landeten wir dieses Mal mit ein paar deutschen Kollegen beim Inder zum Abendessen. In diesem Paradies für Vegetarier esse ich meinen Teller nämlich garantiert leer. Zum Nachtisch gab es auch Tiramisu auf der Karte. Wir tauften es aber kurzerhand in Tajmisu um, klingt doch gleich authentischer.

auto motor und sport sitzt im Regen

Dritter Tag in Silverstone und wieder Regen. Dieses Mal aber von der Decke. Ich war gerade dabei, hochkonzentriert wichtige Sätze in die Tastatur zu hacken, als plötzlich ein Wasserfall von oben kam. Die Decke war seltsam bräunlich verfärbt. Trockener Kommentar von Sitznachbar Schmidt: "Oh nein, nicht schon wieder!"

Hatte ich da richtig hingehört? Schon wieder? Es stellte sich heraus, dass auch Kollege Grüner schon das Vergnügen der Regendusche hatte. Er hatte im vergangenen Jahr auf demselben Platz gesessen. Die 13 brachte Unglück. Hektisch versuchte ich meinen Laptop trocken zu legen und meine Unterlagen in Sicherheit zu bringen.

Das Personal des Pressezentrums konnte dabei leider nicht wirklich helfen. Es gab wohl ein Problem mit der Klimaanlage, die just über meinem Platz Wasser ansammelte, das dann durch die Decke lief. Vorübergehend zog ich um. Am nächsten Tag beteten wir einfach, dass sich dieses Szenario nicht wiederholen würde.

Sightseeing in London

Nach dem Mercedes-Reifentest-Skandal beschäftigte uns in Silverstone gleich der nächste Aufreger. Die Pirelli-Reifen platzten am Sonntag wie angestochene Luftballons. Was war da los? Und vor allem: Wie groß war das Sicherheitsrisiko?

Nach dem Rennen, das nach Monaco wieder Nico Rosberg für sich entscheiden konnte, ging das Gezeter gegen Pirelli los. Der Reifenhersteller hatte wahrlich keine leichte Zeit in der Formel 1. Aber damit durfte sich Kollege Grüner dann beim GP Deutschland näher beschäftigen. Ich hing nach dem Rennen noch ein paar Tage Sightseeing in London dran.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Silverstone gesammelt.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden