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F1-Tagebuch GP Malaysia 2016

Mein nächstes Knaller-Rennen

F1-Tagebuch - GP Malaysia 2016 - Formel 1 - Sepang Foto: ams 26 Bilder

Die Formel 1-Reporter von auto motor und sport berichten in ihren Formel 1-Tagebüchern von ihren persönlichen Erlebnissen bei den 21 Grand Prix-Rennen der Saison 2016. In Teil 16 blickt Andreas Haupt hinter die Kulissen des GP Malaysia.

16.12.2016 Andreas Haupt

Ich muss zugeben: Ich habe richtig Glück mit meinen sieben Rennen, die ich 2016 vor Ort für auto motor und sport betreute. Im Prinzip sehe ich keinen Langweiler. Und nicht immer gewinnt Mercedes. Nicht, dass ich ihnen den Erfolg missgönne. Mercedes macht seit Beginn der Hybrid-Ära einfach den besten Job. Weil die Technik-Truppe schlicht gut ist, und es aus meiner Sicht keine bessere gibt. Weil die Strukturen gewachsen sind und nicht wie bei Ferrari nach einem Misserfolg alles infrage gestellt wird. Man denke nur an die Zeit zurück, als das Reifenmanagement für die Mercedes-Ingenieure wie ein Buch mit sieben Siegeln wirkte. Heute hat keiner die schwarzen Walzen so gut im Griff wie die Silbernen. Und die beiden Fahrer ist das beste Fahrerpaar im Feld.

Hamilton und die Verschwörungstheorien

Lewis Hamilton ist in Malaysia eine Klasse für sich. Bis zur 40. Rennrunde kontrolliert er von der Pole-Position aus das Geschehen. Der Vorsprung auf das Red Bull-Duo um Daniel Ricciardo und Max Verstappen beträgt über 20 Sekunden. Dann braust der Weltmeister über die Zielgerade. „Das klingt nach einem Motorschaden“, ruft Michael Schmidt in die Runde. Alle horchen auf. Plötzlich taucht das Auto mit der Startnummer 44 auf den Monitoren auf. Der Silberpfeil qualmt. Der Silberpfeil brennt. Aus der Traum vom Sieg. Aus der Traum vom WM-Titel?

Die Aufregung ist groß. Hamilton steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Zuerst kniet er in der Auslaufzone. Daraus sollten später einige lustige Fotomontagen á la Fernando Alonso und Brasilien 2015 entstehen. Später diktiert Hamilton in die Mikrofone: „Da sind acht Fahrer mit Mercedes-Motoren auf der Strecke, aber immer nur meine gehen kaputt. Irgendjemand will hier nicht, dass ich gewinne.“ Eine Verschwörung gegen den Weltmeister? Später rudert Hamilton zurück, als ihm die Tragweite seiner Aussagen bewusst wird und das diese missverstanden werden könnten. „Mit meinem Satz waren höhere Mächte gemeint.“

Red Bull lacht sich ins Fäustchen. Wieder stauben die Bullen ab, wenn Mercedes patzt. Wie schon in Spanien. Ferrari ist wie so oft in dieser Saison abgemeldet. Der Zweikampf um Platz zwei ist nach dem Hamilton-Defekt plötzlich ein Duell um den Sieg. Ricciardo entscheidet es für sich. Beide Piloten behandeln sich bei einer spektakulären Parallelfahrt zwischen den Kurven vier und acht mit Respekt. Rosberg boxt sich von hinten auf das Podest. Am Start war er von Sebastian Vettel torpediert worden. Später quetschte sich Rosberg mit aller Gewalt und Rambo-Einlage in der zweiten Kurve an Kimi Räikkönen vorbei. Trotz einer Strafe reicht es für 15 wichtige WM-Punkte.

Magnussens Renault in Flammen

Der Sport produziert nicht nur im Rennen selbst Dramatik. Nach sieben Minuten fängt der Renault R.S.16 von Kevin Magnussen im ersten freien Training Feuer. Die Renault-Mechaniker bekommen den Brand nicht gelöscht. Aus der Airbox sprudelt das Benzin, immer wieder entzündet sich das Gemisch genährt vom Sauerstoff. Zum Schluss ist Magnussens Dienstauto komplett mit weißem Löschschaum shamponiert.

Wunderkind Max Verstappen feiert in Malaysia nicht nur sein fünftes Podest seiner F1-Karriere, sondern auch seinen 19. Geburtstag. Fünf malaysische Damen überreichen ihm eine Geburtstagstorte noch vor dem ersten Training. Ob er ein Stück genascht hat, bevor er ins Auto stieg? Als wir am Abend das Fahrerlager verlassen, läuft uns Verstappen in die Arme und wir beglückwünschen ihn zum 19. Tags zuvor hatten wir Sebastian Vettel auf dem Weg von der Strecke erwischt. Der Heppenheimer feierte zwar keinen Geburtstag, bekam von Ferrari aber trotzdem ein nettes Spielzeug für die Tage in Malaysia: einen Ferrari 488 GTB. Der viermalige Weltmeister ließ sich nicht chauffieren, sondern setzte sich selbst hinter das Steuer des 670 PS starken Sportwagens.

Unser Mietwagen ist nicht ganz so leistungsstark: ein Proton Saga FLX. Teilweise sind wir zu fünft in der kleinen Limousine. Immer am Steuer: Michael Schmidt. Daneben genießt Roger Benoit vom Schweizer Blick, der schon über 700 Rennen auf dem Buckel hat, seine obligatorische Zigarre. Und ascht uns hinten ein. Der Proton hat nicht gerade das passagierfreundlichste Fahrwerk auf Erden. Nach Bodenwellen federt er so vehement aus, dass der Kopf gegen den Dachhimmel knallt, wenn man nicht bewusst dagegen steuert. Der Weg vom Hotel zur Rennstrecke und umgekehrt ist ziemlich langweilig. Der Großteil führt über die Autobahn. Nur eine Stelle hat es uns angetan. Nach einer Mautstation folgt eine flüssige Linkskurve, die wie eine Steilkurve überhöht ist.

Für unser Wohl sorgt eine Straßenkneipe gegenüber von unserem Hotel in Subang Yaya, der zweitgrößten Stadt nach Kuala Lumpur. Es gibt Hähnchen mit Reis – genannt Nasi Goreng Chicken. Dazu gönnen wir uns Naan-Brot. Das sind dünne Teigfladen aus mit Jogurt gesäuertem Hefeteig – mit einem Dipp echt lecker und kostengünstig. Auch der Sprit ist in Malaysia nicht teuer. Für einen Dreivierteltank bezahlen wir etwa 50 Ringgit. Das sind rund zehn Euro.

Kreditkarte geknackt

Ich muss aufpassen. Irgendjemand hat sich meine Kreditkarten-Daten gezogen. Einen ersten Verdacht schöpfe ich aufgrund einer skurrilen SMS. Als ich wieder zuhause bin, fische ich Post von meiner Bank aus dem Briefkasten. Es ist die Bestätigung, dass irgendwer meine Karte belieht hat. Zum Glück war meine Bank aufmerksam.

Am Montag nach dem Rennen will ich eigentlich ausschlafen. Doch um acht Uhr bin ich bereits hellwach. Also ran an die Arbeit, noch ein paar Texte schreiben und Bildergalerien zusammen klopfen. Am Nachmittag habe ich mein Soll erledigt und genieße die Sonnenstunden am Pool. Am Abend zieht es uns nach Kuala Lumpur in ein indisches Restaurant. Das Problem: Wo früher das Restaurant stand, ist heute eine große Baustelle. Im Internet steht davon aber nichts. Unser Fahrer ist aufgeschmissen. Wir auch. Ohne unser Zutun kommen Schmidt und ich in den Genuss einer Stadtführung durch Downtown KL. Nach über einer halben Stunden finden wir schließlich den Inder. Unser Fahrer hatte im Restaurant angerufen. Es ist jetzt in einem großen Kaufhaus in der Innenstadt.

Was mir sonst in Erinnerung blieb? Sicher, das McLaren-Motorhome. Das Team dekorierte es für Jenson Button zu einem englischen Pub um. Inklusive Dartscheibe und Kicker. Der Weltmeister von 2009 hatte es verdient. In Sepang feierte er seinen 300. Renneinsatz in der Formel 1. Auch die Kollegen schauten vorbei, um mit Button zu feiern und zu gratulieren.

In der Galerie finden Sie noch einige persönliche Impressionen der auto motor und sport-Reporter vom Geschehen hinter den Kullissen.

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