Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

F1 Tagebuch GP Monaco 2015

Ferrari im Glitzer-Look

F1 Tagebuch - GP Monaco 2015 Foto: xpb 19 Bilder

Die auto motor und sport Formel 1-Reporter berichten in ihren F1-Tagebüchern von ihren persönlichen Erlebnissen bei den 19 Grand Prix-Rennen der Saison 2015. In Teil 6 blickt Bianca Leppert hinter die Kulissen des GP Monaco.

12.12.2015 Bianca Leppert

Der Grand Prix von Monaco ist mein Formel-1-Comeback nach fast 6 Monaten Pause. Nach dem Rennen in Brasilien im Vorjahr schnupperte ich bei den Tests in Barcelona zwar noch einmal in den Zirkus hinein, war aber bis zum Highlight in Monaco hauptsächlich mit GT-Sport für die Kollegen unseres Schwesterblatts sport auto beschäftigt.

Als ich direkt vom 24h Nürburgring-Rennen am Montagmorgen um 6 Uhr weiter nach Stuttgart fahre, um mich mit Michael Schmidt auf den Weg nach Monaco zu machen, fühle ich mich als hätte man mich mit 4 Tagen Schlafentzug gefoltert und auf Eifelplatten-Diät gesetzt (Currywurst mit Pommes vom Nürburgring, in der vegetarischen Variante nur Pommes).

Unschöne Twitter-Aufnahmen

Wenigstens muss ich nicht selbst ans Steuer und kann auf der Rückbank entspannen. Grund genug für Kollege Roger Benoit vom Schweizer Blick, mich mal eben im Schlafmodus abzulichten und heimlich bei Twitter die ruhiggestellte "Motzi" zu verewigen. Auch in meiner sechsten Saison werde ich den lästigen Spitznamen nicht los - völlig zu Unrecht natürlich.

Obwohl ich schon direkt bei unserer Ankunft im französischen Küstenort Menton einen Grund zu Motzen hätte. Unsere Stamm-Beachbar "Elsa Plage" wurde offenbar abgerissen. Da hilft auch unser verzweifeltes Umherirren nichts. Wir mussten uns einen neuen Treffpunkt suchen und steuern die Restaurants in der Stadtmitte an. Der Abend bleibt jedoch kurz, schließlich steht anschließend ja schon der erste Arbeitstag an der Strecke an.

Weil in Monaco das ganze Spektakel einen Tag früher beginnt, reservieren wir am Dienstag bereits unsere Plätze im Pressesaal. Es gehört zu den Media-Zentren, die schon richtig in die Jahre gekommen sind - dafür hat es einen ganz speziellen Charme. Es ist beinahe so verwinkelt wie die Rennstrecke selbst.

Iceman schaukelt im Wasser

Während Roger gemütlich im Fahrerlager seine erste Zigarre ansteckt, "Schmiddi" bereits auf Investigativ-Tour ist und die Logistiker im Fahrerlager Tetris spielen, schlendere ich über die Boots-Stege. Denn ein großer Teil unserer Arbeit am Monaco-Wochenende ist das Ablichten der Luxus-Yachten der Schönen und Reichen, die genauso zum Grand-Prix-Wochenende gehören wie die zahlreichen Edel-Schlitten, die wir ebenfalls in einer Bildergalerie festhalten.

Einer der Stammgäste im Hafen von Monte Carlo ist Kimi Räikkönen mit seiner schwarzen "Iceman"-Yacht, die nicht zu übersehen ist und nur eine Minute zu Fuß vom Fahrerlager-Eingang im Wasser schaukelt. So kommt man auch pünktlich zur Arbeit, wenn man die Nacht zuvor etwas länger gefeiert hat.

Am Mittwoch beginnt unser Weg zur Rennstrecke mit einem deftigen Stau. Kollege Schmidt brennen hinterm Steuer mal wieder die Sicherungen durch. Geduld ist nicht unbedingt seine größte Stärke. Wir haben schon darüber nachgedacht, ihm mal einen Yoga-Kurs zu spendieren. Der Grund für das Chaos ist jedoch schnell ausgemacht: Ein Motorradfahrer hatte einen Unfall auf der Küstenstraße und wird gerade ärztlich versorgt.

Nach diesem Schreck stehen die üblichen Presserunden auf dem Programm. Fernando Alonso hofft auf Punkte, Lewis Hamilton verlängert seinen Vertrag bei Mercedes offiziell und Nico Hülkenberg freut sich auf sein erstes Heimrennen im Fürstentum.

Monaco-Wochenende startet mit Verstappen-Bestzeit

Am Donnerstag röhren schließlich zum ersten Mal die Motoren. Und bereits das erste Training hält mit einer Bestzeit für Max Verstappen eine Überraschung bereit. Das zweite wird hingegen zur herben Enttäuschung. Weil es regnet und die Formel 1 offensichtlich mehrheitlich aus Angsthasen besteht, traut sich kaum einer auf die Piste. Die Fans sind verständlicherweise enttäuscht.

Während so mancher den Abend nutzt, um sich ins Partygetümmel zu schmeißen, liegen wir nach dem Abendessen brav im Bett. Denn der Freitag ist traditionell mein Wandertag in Monaco. Mit dem Fotoapparat bewaffnet übe ich mich als Hobby-Paparazzo im Ablichten der heißesten Schlitten in den Straßen rund um das Kasino.

Vor allem dort gibt es die besten Carspotting-Gelegenheiten. Regelmäßig gibt es automobile Kuriositäten zu sehen. Zum Beispiel einen mit silberner Glitter-Folie beklebten Ferrari. Nur blöd, dass die Folie dermaßen amateurhaft angebracht ist, dass sie so gar nicht zu dem teuren Vehikel passen will.

Am Samstag steht ein anderer Fan der Bling-Bling-Kultur im Rampenlicht: Lewis Hamilton holt seine erste Monaco-Pole. Doch die Freude währt nicht lange. Am Sonntag muss er seinen Sieg an Nico Rosberg abgeben, weil Mercedes sich mit einem Boxenstopp verzockt hat. Der Frust sitzt tief. Und die Rivalität zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten geht einmal mehr in die nächste Runde.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden