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F1 Tagebuch GP Spanien 2014

Debüt für die nächste Generation

F1 Tagebuch - GP Spanien 2014 Foto: xpb 29 Bilder

Die auto motor und sport Formel 1-Reporter berichten in ihren F1-Tagebüchern von ihren persönlichen Erlebnissen bei den 19 Grand Prix-Rennen der Saison 2014. In Teil 5 blickt Tobias Grüner hinter die Kulissen des GP Spanien.

08.12.2014 Tobias Grüner

Die Saison ist nach 4 Übersee-Rennen endlich in Europa angekommen. Der Flug nach Barcelona ist für Formel 1-Verhältnisse nur ein kleiner Hüpfer. Dieses Mal ist auto motor und sport nicht nur im Doppelpack vor Ort, sondern sogar in dreifacher Mann-Stärke. Unser junger Nachwuchsreporter Andreas Haupt darf nach seinem ersten F1-Einsatz bei den Testfahrten nun auch endlich Grand Prix-Luft schnuppern. Er wird übrigens in der kommenden Saison regelmäßig vor Ort sein, um Ihnen Bilder und News aus erster Hand zu liefern.

Neben der Zukunft des Motorsport-Journalismus ist natürlich auch die Vergangenheit, in Person von Kollege Schmidt, wieder dabei. Im Gegensatz zu uns jüngeren Kollegen, die auch noch ein kleines bisschen Sozialleben neben der Formel 1 aufrechterhalten wollen, lässt die F1-Reporter-Legende keine Grand Prix-Reise freiwillig aus. Auch nach mehr als 35 Jahren in der Königsklasse kann sich der Bayer keine schönere Wochenendbeschäftigung vorstellen, als von früh bis spät durchs Fahrerlager zu rennen und Leute vollzuquatschen.

Im Billigflieger nach Spanien

Im Laufe der Jahre haben sich bei ihm so einige Marotten eingeschlichen. Mit moderner Informationstechnik steht der Kollege immer noch auf Kriegsfuß. Facebook und Twitter hält er für Hexenwerk. Ein Handy besitzt er trotz wiederholter Überzeugungsversuche von Kollegen und Vorgesetzten nicht. Dafür hat er ja mich. Auch in Sachen Formel 1-Reisen zeigt er sich unflexibel: Gewohnte Hotels dürfen nur dann gewechselt werden, wenn die Preise massiv erhöht wurden. Und neumodische Billig-Airlines stehen generell auf dem Index.

Auch Germanwings gehört zu der Gruppe von Fluglinien, die unbedingt gemieden werden müssen. Deshalb stehen Kollege Haupt und ich auch erst einmal mit dem Gepäck alleine vor dem alten Terminal des Flughafens in Barcelona und warten, bis uns Kollege Schmidt nach seinem deutlich längeren Swiss-Flug mit Umweg über Zürich endlich mit seinem Mietwagen aufgabelt.

Der Weg in den Vorort Granollers dauert eine halbe Stunde. Wenn man Pech mit der Rush-Hour hat, kann es auch doppelt so lange werden. Der Verkehr auf den Ringstraßen der katalanischen Metropole ist launisch. Deshalb wohnen wir auch im Gegensatz zu anderen Kollegen nicht in der belebten Stadtmitte, sondern im eher tristen Barcelona-Randgebiet in der Nähe der Strecke.

Unser Hotel hat 3 spanische Sterne, was in Wirklichkeit ungefähr einem halben Deutschen Stern entspricht. Die Zimmer sind klein. Die Betten unbequem. Die Einrichtung altmodisch. Der Fernseher ist nur wenig größer als mein Handy-Display. Aber wenigstens gibt es gratis Internet. So lernt Kollege Haupt gleich mal das Glamour-Leben eines Formel 1-Journalisten kennen.

Erster Stopp Akkreditierungsstelle

Am Donnerstag führt uns der Weg nicht direkt ins Fahrerlager, sondern erst einmal zur Akkreditierungsstelle. Unser F1-Rookie benötigt schließlich noch seine Zugangsberechtigung. Wer nicht regelmäßig kommt, erhält auch keinen Pass für das ganze Jahr, sondern muss sich für jedes Rennen einzeln anmelden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei der Vergabe der begehrten FIA-Pässe häufiger mal etwas schief geht. Dieses Mal zum Glück nicht. Der grüne Umhänger mit Ausweisfoto liegt für den Neuling bereit. Und das Drehkreuz am Fahrerlager-Eingang gibt tatsächlich den Weg frei.

Zum Pflichtprogramm beim Start in die Europa-Saison gehört traditionell die Bildergalerie mit den neuen Motorhomes. Jedes Jahr untersuchen wir die mobilen Paläste auf interessante Umbauten. Dieses Mal halten sich die architektonischen Updates allerdings in Grenzen. Bei Mercedes hat sich der Eingangsbereich etwas geändert. Bei Williams ist die Farbe neu. Das Team aus Grove ist nun in einem weißen Martini-Tempel untergebracht.

Nach dem Gang durch das Fahrerlager folgt die Inspektion der Formel 1-Autos in der Boxengasse. Ich will den Kollegen Haupt in die Geheimnisse der Jagd auf Technik-Neuheiten einweisen, doch mit seinem grünen Popel-Pass gibt es keinen Weg vorbei an der spanischen Faherlager-Security. Nur Dauer-Journalisten mit dem roten Kärtchen dürfen passieren.

Für Technik-Fans ist das erste Rennen in Europa immer besonders interessant. Seit dem vorherigen Grand Prix in China hatten die Ingenieure 3 Wochen Zeit, neue Teile zu entwickeln und zu bauen. Am Donnerstag werden die Autos das erste Mal mit allen Updates zusammengeschraubt, bevor es in die technische Abnahme der FIA geht. Für uns stets ein Pflichttermin. Selbst die Kollegen von RTL fragen an, ob sie unsere Technik-Fotos im Vorprogramm zum Rennen zeigen dürfen.

Mercedes-Tröte wird zum Rohrkrepierer

Mercedes kommt mit einem neuen Frontflügel im Gepäck nach Spanien. Bei den Testfahrten im Anschluss an den Grand Prix wird dann auch noch eine Tröte zur Steigerung des Auspuff-Sounds ausgepackt. Doch der Trichter wird im wahrsten Sinne des Wortes zum Rohrkrepierer. Lauter wird der Turbo-Motor dadurch nicht.

Bei Ferrari ist das komplette Heck umgebaut. Erste Bilder der Updates werden auf Twitter von den italienischen Tifosi und spanischen Alonso-Fans aufgeregt geteilt. Man hofft auf die große Wende. Doch ein Wunder können die Modifikationen nicht bewirken. Räikkönen wird im Rennen überrundet. Alonso entgeht der Höchststrafe nur knapp.

Am Sonntag kommt es zur mittlerweile gewohnten Reihenfolge an der Spitze: Lewis Hamilton und Nico Rosberg fahren den vierten Doppelsieg in Folge ein. Hamilton übernimmt damit zum ersten Mal dieses Jahr die WM-Führung. Die Daimler-Konzernspitze um Boss Dieter Zetsche ist begeistert und lässt sich gerne mit den Pokalen ablichten.

Dank der Mithilfe von Kollege Haupt sind wir mit dem Programm nach der Zieldurchfahrt schneller fertig als sonst und schaffen es am Abend sogar noch ins Restaurant, bevor die Küche schließt. Zum Glück essen die Iberer traditionell gerne etwas später. Mit einer gemischten Paella-Pfanne lassen wir das Wochenende ausklingen. Am Montag geht es in aller Früh wieder zurück nach Stuttgart. Kollege Schmidt kommt etwas später. Er nimmt natürlich wieder den Umweg über Zürich.

In unserer Bildergalerie nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen des GP Spanien.

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