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F1 Tagebuch GP USA 2014

Veggie-Burger in Texas

Formel 1-Tagebuch GP USA 2014 Foto: Wilhelm 26 Bilder

Die auto motor und sport Formel 1-Reporter berichten in ihren F1-Tagebüchern von ihren persönlichen Erlebnissen bei den 19 Grand Prix-Rennen der Saison 2014. In Teil 17 blickt Bianca Leppert hinter die Kulissen vom GP USA.


20.12.2014 Bianca Leppert

Der Grand Prix der USA ist zugleich mein Comeback nach einer langen Formel-1-Pause seit dem Monza-Rennen. Und es läutet das Finale meiner Saison ein. Kollege Grüner war in diesem Jahr gnädig mit mir und überließ mir bei der Aufteilung mit dem Gastspiel in Texas sogar eines seiner Lieblingsrennen - ist er doch bekennender US-Sport-Fan und McDonalds-Pilger.

Für US-Sport interessiere ich mich eher weniger, für McDonalds als Vegetarierin ebenfalls nicht. Dafür erfreut es mein Salat-und-Gemüse-Herz, dass es hier an jeder Ecke einen Subway gibt. Veggie-Delite mit Honey-Mustard-Dressing kann ich wärmstens empfehlen. Da halfen auch die ermunternden Worte von Kollege Schmidt vor dem Abflug nichts, mir doch zumindest in USA und Brasilien eine Fleisch-Kur zu gönnen.

Im Umkehrschluss kann ich Kollege Schmidt bis heute nicht zum Kauf eines Handys bekehren. Weil er in Stuttgart und ich in München los fliege, aber ungefähr zur gleichen Zeit ankomme, verabreden wir uns in Houston bei der Gepäckausgabe. Nachdem ich mir bei der Einreise-Kontrolle die Füße rund 20 Minuten in den Bauch stehe, laufe ich Schmiddi zufällig direkt in die Arme.

Mit dem Bus geht es zur Mietwagenstation, wo wir unseren kleinen Hüpfer in Empfang nehmen. Wir wundern uns kurz, dass der silberne Nissan kein Kennzeichen hat, sondern nur ein Papierzettel in der Heckscheibe klebt. Der Hertz-Mitarbeiter winkt aber ab und versichert uns, es sei alles in Ordnung.

Weil uns der Weg direkt nach Austin am Abend zu lange dauert, wollen wir einen Stopp in San Antonio einlegen. Dort machte die auto motor und sport-Reisegruppe im vergangenen Jahr schon Halt. Durch den Feierabend-Verkehr von Houston geht es über die Interstate westwärts. Nach rund 3 Stunden erscheinen plötzlich die Lichter San Antonios in der Ferne. Mitten durch die Innenstadt zieht sich ein kleiner Fluß, der von Restaurants und Bars gesäumt ist. Und wie es sich in Texas gehört, gibt es beim Mexikaner feurige Burritos und Fajitas mit Blick aufs Wasser.

Marussia und Caterham fehlen im USA-Fahrerlager

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Austin. Im Fahrerlager angekommen, entdecken wir bereits die ersten Kuriositäten. Über einigen Boxen hängen noch die Tafeln von Marussia und Caterham. Dabei treten die beiden Kellerkinder aufgrund von Finanzproblemen in Austin gar nicht an. Pirelli freut sich über mehr Platz und übernimmt die leer stehenden Garagen zur Reifenmontage. Die beiden Pavillons, in denen normalerweise die Hospitality untergebracht ist, bleiben leer.

Nachdem die ersten Fotos online sind, fahren wir zu unserem Hotel, das rund eine halbe Stunde entfernt ist. Dort empfängt uns eine Puerto Ricanerin an der Rezeption, die uns erstmal fragt, was eigentlich Journalisten machen, da sie keine Ahnung davon habe. Wir erklären ihr unseren Job, und streiten noch ein wenig mit ihr, ob die Rate für das Hotel nun bezahlt ist oder nicht.

In der Zwischenzeit schwärmt uns Fred Oppert, der ehemalige Formel-2-Teamchef von Keke Rosberg und aktuelle Gast von Nico, vom tollen Frühstück in diesem Hotel vor. Zum Abendessen geht es aber erst einmal zu Red Lobster. Wie der Name schon sagt, gibt es dort vor allem Fisch und Krustentiere. Eine von unzähligen Fress-Ketten in den USA. Ihre Erfinder müssen Milliardäre sein.

Das Frühstück am nächsten Morgen ist dann auch eher typisch amerikanisch. Toast, Donuts, Pancakes und Co. Im ersten Moment denke ich, Rapper Snoop Dogg würde mir meine Frühstückseier zubereiten. Der Koch sieht der Hiphop-Legende verdammt ähnlich.

Kleine Formel 1-Teams rebellieren öffentlich

Am Donnerstag sind bereits erste Rauchzeichen der Diskussion um die Kosten in der Formel 1 auszumachen. Die Bombe platzt aber erst am Freitag. In der über einstündigen Pressekonferenz der Teamchefs machen Gerard Lopez, Monisha Kaltenborn und Vijay Mallya ihrem Frust Luft. Es gehen sogar Gerüchte eines möglichen Boykotts herum. Auch wir diskutieren beim Abendessen in der "Hopdoddys Burger Bar" in der Innenstadt von Austin ausgelassen über das Thema.

Vor der Tür treffen wir Damon Hill und Eddie Jordan. Sie erzählen uns, dass Sebastian Vettel im vergangenen Jahr ewig Schlange stand, nur um die legendären Burger von Hopdoodys zu probieren. Und sogar ich werde ein Fan des Fresstempels - es gibt nämlich auch einen Veggie-Burger. Ganz im Gegensatz zum "The Salt Lick", ein rustikales Grill-Restaurant im Freien, bei dem wir am Abend zuvor waren und von dem Michael permanent schwärmt. Dort essen die Amis verkohltes Fleisch in rauen Mengen. Ich habe nur Bohnen und Krautsalat bekommen.

Die Fortsetzung der Kosten-Diskussion gibt es am Samstagabend in Form des Hilferufs von Bernie Ecclestone. Der Formel-1-Zampano bittet geladene Journalisten aus England, Italien und Deutschland - darunter auch auto motor und sport – zur Gesprächsrunde im kleinen Kreis. Ob es Zufall war, dass er ausgerechnet die Länder, die Red Bull, Ferrari und Mercedes vertreten, berücksichtigte? Jedenfalls bittet er um Hilfe und räumt Fehler ein. Die Fernsehteams verpassen den großen Auftritt, die haben zu dieser Zeit meistens schon Feierabend.

Es kommt am Sonntag jedoch nicht zum Boykott. Stattdessen träumte Adrian Sutil mit Startplatz 9 zum ersten Mal von Punkten, doch daraus wurde dank eines Harakiri-Manövers von Sergio Perez nichts. Noch dazu musste er sich ärgern, weil im Lauf des Wochenendes bekannt wird, dass er seinen Cockpit für 2015 zugunsten von Paydrivern aufgeben muss. Nico Rosbergs Träume vom WM-Titel erhalten in Austin ebenfalls einen Dämpfer. Lewis Hamilton sicherte sich vor seinem Teamkollegen den Sieg dank eines geschickten Ausbrems-Angriffs.

Sao Paulo-Wettervorhersage zwingt zum Shopping-Stop

Unser langer Abend endet bei Applebees - einer der wenigen Läden in der Umgebung unseres Hotels, der noch um Mitternacht geöffnet hat. Der Name dieser Kette verwirrt sowohl Kollege Schmidt als auch mich. Er ging immer davon aus, dort gäbe es nur Apfelkuchen und ich dachte sofort an Apfelsaft. Weit gefehlt, amerikanische Spezialitäten wie Chicken Wings und Co. in Hülle und Fülle.

Am Montag ist schließlich die Fahrt zurück zum Flughafen nach Houston angesagt. Von dort aus soll es weiter nach Brasilien gehen. Weil die Wettervorhersage für Sao Paulo jedoch nur Regen prophezeit und ich meine Regenjacke zuhause vergessen habe, machen wir noch kurz einen Stopp im Outlet Center von San Marcos. Das Shopping-Paradies südlich von Austin ist eine Pilgerstätte für den gesamten Formel 1-Tross. Wir treffen gleich mehrere bekannte Gesichter.

Die finden sich dann auch fast alle auf unserem Flug nach Sao Paulo wieder. Die Maschine ist voll bis auf den letzten Platz. Im Gegensatz zu Kollege Grüner, der vor zwei Jahren aufgrund der Überbuchung erst einen Tag später fliegen konnte, komme ich mit an Bord. Doch erstmal ist Geduld gefragt. Wegen technischer Probleme müssen wir über eine Stunde im Flieger warten, bevor es losgeht. Und auch die Ankunft in Brasilien war nichts für Ungeduldige wie Kollege Schmidt. Aber dazu mehr in der nächsten Folge unseres Tagebuchs.

In unserer Bildergalerie nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen des GP USA.

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