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F1 Tagebuch Singapur 2013

Blick auf die gleißende Schlange

GP Singapur 2013 - Formel 1-Tagebuch Foto: xpb 33 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 13: GP Singapur.

14.12.2013 Tobias Grüner

Singapur ist definitiv eines der Highlights im Kalender. Wenn mich Freunde fragen, zu welchen Rennen sie einmal im Leben gefahren sein müssen, antworte ich immer: Monaco und Singapur. Noch vor Klassikern wie Monza, Spa oder Silverstone. Singapur hat einfach eine einzigartige Atmosphäre, obwohl das Rennen erst seit 2008 im Kalender vertreten ist.

Das besondere Formel 1-Fieber in der asiatischen Metropole wird vor allem durch die Kombination aus Nachtrennen und Stadtrennen gebildet. Es ist jedes Jahr ein faszinierendes Schauspiel, wenn die Flutlichter eingeschaltet werden und sich das gleißende Asphaltband wie eine eckige Schlange durch die Häuserschluchten zieht. Die Formel 1 im Spotlight. Alles außenherum verschwindet im Dunkel der Nacht.

Hotel zwischen Kurve 7 und 9

Dieses Mal konnten wir die Atmosphäre noch intensiver genießen als gewöhnlich. In den vergangenen Jahren wurde für das auto motor und sport-Team bisher immer ein Hotel im kommerziellen Zentrum der Stadt gebucht. Dort spielte sich am Abend zwar mehr Leben ab, allerdings ist der Weg zur Strecke auch relativ kompliziert. Weil der Bereich rund um die Marina und das Riesenrad großflächig abgesperrt ist, verweigern einige Taxifahrer sogar die Beförderung.
 
In diesem Jahr konnten wir auf renitente Chauffeure verzichten. Unsere Herberge lag direkt an der Strecke. Genau zwischen den Kurven 7 und 9. Je nach Glück bei der Zimmerverteilung hatte man vom Balkon einen perfekten Blick auf das Geschehen. Das einzige Problem: Da wir Journalisten immer im Pressezentrum sitzen, wenn die Autos unterwegs sind, ist die tolle Aussicht leider nichts wert.
 
Bei der Buchung des Hotels war mir nicht bewusst, wie nah wir wirklich dran waren. Vor Ort war meine größte Sorge zunächst, dass irgendwelche Ferrari, Porsche oder GP2-Autos aus den Rahmenrennen meinen Schönheitsschlaf stören. In Singapur hört die Arbeit bekanntlich erst mitten in der Nacht auf. Dafür klingelt der Wecker auch immer erst nach der Mittagszeit. Doch der Motorenlärm begann zum Glück erst in den Nachmittagsstunden.

Schweizer Blick mit Loch im Schuh

Mit dem neuen Hotel änderte sich auch der Weg zum Pressezentrum. Früher war man 20 Minuten im klimatisierten Taxi unterwegs. Dieses Mal hieß es Laufen. Zwar nur 15 Minuten, aber bei 30°C Sauna-Hitze in der Mittagssonne reichte das vollkommen aus, um komplett durchgeschwitzt am Fahrerlagereingang anzukommen. Zum Glück hält das Pressezentrum immer eine gut gefüllte Kühltruhe bereit. In diesem Jahr wurde das Häagen-Dazs-Eis durch Ben & Jerry's ersetzt. Damit konnte ich leben.
 
Auch unser Kollege vom Schweizer Blick, Roger Benoit, der mit mehr als 650 Grand Prix-Rennen zu den erfahrensten Pressevertretern im Fahrerlager gehört, zog mit in das neue Hotel. Allerdings hätte er für den Weg zur Strecke nicht seine neuen Puma-Sneaker anziehen sollen. Für den Rest des Wochenendes wurde er von einer dicken Blase am Zeh geplagt.
 
Neben seiner Zigarre ist die Schweizer Fahrerlager-Legende bekannt dafür, immer ohne Socken in den Schuhen herumzulaufen. Egal ob bei 5°C am Nürburgring oder 35°C in Malaysia. Nun musste er sich erstmals Strümpfe kaufen um die Reibung zu lindern. Zur besseren Belüftung schnitt er kurzerhand ein Loch in seine sündhaft teuren Designer-Leder-Slipper.

Zwei Wetten mit Force India-Sportdirektor

Sportlich war das Singapur-Wochenende leider eine echte Enttäuschung. Sebastian Vettel fuhr der Konkurrenz dermaßen um die Ohren, dass es schon nicht mehr lustig war. Immerhin hatten wir Journalisten etwas zu schreiben. Warum wurde Vettel schon wieder ausgebuht? Und warum war dieser Red Bull nur so schnell?

Für Force India sah es dagegen immer schlechter aus. Adrian Sutil erklärte mir vor dem Qualifying, warum sein Auto nicht vernünftig läuft. Sportdirektor Otmar Szafnauer wollte davon aber nichts hören. Der lustige US-Amerikaner ist ein Zocker und ein Optimist. Und so bot er mir eine Wette an, dass mindestens einer seiner Piloten doch in das Q3 kommt. So leicht hatte ich 20 Singapur Dollar (gut 10 Euro) selten gewonnen.
 
Außerdem hatte ich mit ihm noch seit knapp 12 Monaten die Wette laufen, dass er sein Gewicht vom GP Japan 2012 bis zum GP Japan 2013 von 112 auf 90 Kilogramm senken muss. Ich erklärte ihm, dass er die Wette auch verlieren würde, wenn er die Nahrungsaufnahme in den 3 Wochen bis Suzuka komplett einstellen würde. Aber dazu mehr im F1-Tagebuch von Japan.
 
Sonntagnacht wurde es mit dem Feierabend wie immer sehr spät - oder sollte man sagen früh. Zum Glück war direkt neben unserem Hotel ein 24 Stunden McDonalds untergebracht. Nicht gerade ein Festmahl zum Abschluss, aber wenn der Hunger plagt tut es das auch. Leider hatte der Burger-Brater sein Sortiment schon auf Frühstück umgestellt, und so war die Auswahl eingeschränkt. 4 Sausage McMuffin, 4 Chicken McMuffin und 6 Rösti stapelten sich am Ende auf dem Tablett. Trotzdem freute ich mich schon wieder auf das nächste Jahr.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Singapur gesammelt.

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