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F1 Tagebuch Ungarn 2013

Schlechter Dienst am Fan

GP Ungarn 2013 - Formel 1-Tagebuch Foto: xpb 27 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 10: GP Ungarn.

11.12.2013 Tobias Grüner

In Ungarn ging es zum letzten Mal vor der Sommerpause um WM-Punkte. Lewis Hamilton gewann das Rennen. Wir dachten doch allen Ernstes, das Duell um den Fahrertitel könnte noch einmal spannend werden. Wie kann man nur so naiv sein. Hätten wir gewusst, dass Vettel nach der Sommerpause eine One-Man-Show durchzieht, hätten wir den Mercedes-Sieg wohl etwas ausgelassener gefeiert.

Pressezentrum als Höhenlager

Ungarn ist immer eines der angenehmeren Rennen im Kalender. Der Flug ist nicht weit. Das Wetter ist meist sonnig. Budapest als Stadt ist wunderschön. Das Essen in den Restaurants ist lecker und günstig. Und man weiß, dass die Sommerpause nicht mehr weit entfernt ist. Irgendwie macht sich im Fahrerlager immer ein wenig das Gefühl von letzter Schultag breit.

Einzig der Weg ins Pressezentrum ist etwas mühsam. Drei Stockwerke muss man per Treppen erklimmen. Wenn man bedenkt, dass wir mindestens 10 Mal am Tag raus zum Recherchieren und wieder rein zum Schreiben gehen, dann kommt da ganz schön was an Höhenmetern zusammen an einem Wochenende. Und das ohne Sauerstoff, wie Kollege Schmidt immer betont. Bei ihm trägt der Pressesaal übrigens den Spitznamen "Mount Everest".

Teams verbannen Presse aus der Boxengasse

Einen Aufstieg hätte ich mir an diesem Wochenende sparen können. Wie immer führte der erste Weg nach dem Auftakttraining am Freitag in der Mittagspause in die Boxengasse, um mit der Kamera bewaffnet nach Technik-Updates zu suchen. Doch während die 911er des Porsche-Rahmenprogramms ihre Trainingsrunden drehten, wurde ich unsanft wieder aus der Boxengasse rausgeworfen.

Nach dem Unfall beim Rennen zuvor am Nürburgring, als ein Rad von Mark Webber einen Kameramann traf, herrschte erhöhte Sicherheitsstufe. Ursprünglich war nur geplant, dass die Anzahl an Journalisten in der Boxengasse während der F1-Sitzungen stark eingeschränkt wird. Dass man nun auch bei den völlig harmlosen Rahmen-Trainings nicht mehr zu den Garagen kam, war natürlich völlig übertrieben.

Hinter der Maßnahme steckte nicht die FIA sondern die Teams selbst. Ihnen war es ein Dorn im Auge, wenn nervige Fotografen in den Pausen zu nahe an die Autos herankommen. Während der Rahmenrennen sind die Absperrbänder üblicherweise nicht so weit wie sonst von den Boxen entfernt. Dienst am Fan sieht anders aus. Wir Journalisten mussten uns danach noch mehr anstrengen, den Geheimnissen auf die Spur zu kommen.

Da man die Formel 1-Autos nur noch in ausgewählten Zeitfenstern betrachten konnte, suchte ich in der Zwischenzeit nach anderen Motiven. Praktischerweise lagen die privaten Parkplätze der Formel 1-Piloten direkt vor den Toren des Fahrerlagers. Unser kleiner Fotogalerie-Rundgang durch die Dienst- und Mietwagen der F1-Stars kam bei unseren Lesern auch sehr gut an.

Red Bull kokettiert mit Alonso

Fernando Alonso sorgte ebenfalls für Schlagzeilen. Zuerst war sein Manager beim Red Bull-Besuch beobachtet worden. Dann beklagte sich der spanische Pilot auch noch über die Leistungsfähigkeit seines Ferrari. Er hätte gerne ein anderes Auto - so wurde Alonso zumindest zitiert. Einige Kollegen schrieben bereits über Verhandlungen über einen Wechsel zu Red Bull. Teamchef Christian Horner machte sich einen Riesenspaß daraus, die Gerüchte nicht zu dementieren - natürlich wurden sie auch nicht bestätigt.
 
Der Plan, Ferrari mit der Politik zu reizen, gelang. Präsident Montezemolo erklärte nur wenige Tage später öffentlich, dass er Alonso die Ohren langgezogen habe. Später gab auch Teamchef Stefano Domenicali zu, dass er intern Kritik geübt habe. Solche Ablenkungen halfen sicher nicht, als man gegen Red Bull noch mitten im Titelkampf steckte.
 
Red Bull machte sich aber ebenfalls selbst das Leben schwer. Die unbeantwortete Frage, wer Mark Webber am Ende der Saison beerben würde, nervte die Verantwortlichen langsam. Berater Helmut Marko erklärte, dass noch in der Sommerpause eine Entscheidung getroffen werde. Doch vier Wochen später in Spa-Francorchamps waren wir Journalisten immer noch nicht schlauer. Doch immerhin gab es genügend Themen, damit es in der Sommerpause nicht langweilig wurde.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Budapest gesammelt.

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