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F1 Tagebuch USA 2013

Formel 1-Party im Texas-Style

GP USA 2013 - Formel 1-Tagebuch Foto: Red Bull 32 Bilder

Die auto motor und sport-F1-Reporter waren auch 2013 wieder auf den Grand Prix-Strecken dieser Welt unterwegs. In ihren Formel 1-Tagebüchern gewähren sie einen persönlichen Blick hinter die Kulissen. Rennen 18: GP USA.

19.12.2013 Tobias Grüner

Die Vettel-Titelparty in Indien und den Wüstentrip nach Abu Dhabi hatte ich den Kollegen Schmidt und Leppert überlassen. In der WM war somit fast alles entschieden, als ich den United-Flieger von Frankfurt nach Houston bestieg. Das Formel 1-Jahr konnte somit entspannt ausklingen. Da in Deutschland so langsam die kalte Jahreszeit anbrach, hatte ich nichts gegen ein bisschen Texas-Hitze.

Doch das Wetter wusste offenbar nichts von meine Plänen. Als ich mit Kollege Michael Schmidt am Mittwoch vor dem Rennen erstmals durch das Fahrerlager spazierte, wehte uns noch ein eisiger Wind ins Gesicht. In den Morgenstunden zeigte das Thermometer sogar noch Minusgrade an. Viele Mechaniker arbeiteten mit Wollmütze und gefütterten Handschuhen. So hatte ich mir Austin eigentlich nicht vorgestellt.

Endlich wieder im Lieblings-Reiseland

Ich gebe zu, dass ich ein Fan der USA bin. Auch wenn das in letzter Zeit etwas außer Mode gekommen ist. Ich mag dicke Steaks, riesige Autos, monströse Shopping-Malls, 24h Supermärkte, billiges Benzin, Rechtsabbiegen auch bei roter Ampel, die Weite der Landschaft, die Ungezwungenheit der Leute und ich bin ein Fan von US-Sportarten wie Football, Basketball, Eishockey und Baseball.
 
Da können die Fragen und Checks bei der Einreise noch so nervig sein. Da kann Obama von mir aus die komplette NSA auf mein Googlemail-Konto loslassen - ich werde immer wieder gerne den Trip über den großen Teich antreten. (Hoffe, da hat jetzt jemand mitgelesen, damit das mit dem Visum beim nächsten Mal wieder klappt.)

Austin ist ein besonderes Fleckchen der USA und absolut nicht typisch für das Land - und noch weniger typisch für Texas. In der elftgrößten Stadt der USA rennen dank der örtlichen Universität jede Menge junge Leute rum. Die Szene ist weltoffen und eher alternativ. In den Bars wird überall Live-Musik gespielt. Cafés sind jederzeit gut besetzt. Vegetarier, Homosexuelle, Hippies, Formel 1-Fans... hier wird keiner doof angeschaut.

Rennen kann Erwartungen nicht erfüllen

Kollege Schmidt, der eher zur Generation Old-School zu zählen ist, hat sich mittlerweile auch als Austin-Fan geoutet. Mich nervt es zwar etwas, wenn er das Classic Rock Radio ständig auf maximale Lautstärke dreht, wenn wieder einmal Deep Purple, Pink Floyd, Ten Years After oder Jimi Hendrix aus den Lautsprechern dröhnen, aber bei seiner Lieblingsmusik schimpft er wenigstens nicht ständig auf die anderen Verkehrsteilnehmer, die dem bekennenden Schnellfahrer ständig im Weg herumstehen.

Auch die Rennstrecke sorgt regelmäßig für Begeisterung. Der ungewöhnliche Anstieg der Zielgerade und die spektakuläre S-Kurven-Kombination im ersten Sektor hatten dafür gesorgt, dass der Tilke-Kurs schon im zweiten Jahr bei Fahrern und Experten als eine der besten Pisten des Jahres akzeptiert ist. Auch die Atmosphäre passt. Im Fahrerlager tummelten sich das ganze Wochenende Hollywood-Promis. Die Tribünen waren voll mit Fans, die vor dem Start von Cheerleadern und einer riesigen Marching-Band in Stimmung gebracht wurden. Auch die Temperaturen kletterten zum Wochenende in deutlich freundlichere Regionen.

Alle Zutaten passten also. Nur das Rennen konnte nicht ganz mit dem Drumherum mithalten. In einem eher langweiligen Grand Prix gewann wieder einmal Sebastian Vettel. Daran hatten sich die Nicht-Vettel-Fans langsam sattgesehen, was man an sinkenden Einschaltquoten im Fernsehen und reduziertem Traffic auf unserer Webseite erkennen konnte.

Nowitzki signiert Vettel-Finger

Bevor der Flieger in Richtung Sao Paulo abhob, gönnte ich mir ein besonderes Erlebnis. Zusammen mit den Kollegen der Bild-Zeitung düste ich am Montag nach dem Grand Prix im komplett vollgepackten Auto nach Dallas, um Dirk Nowitzki zum ersten Mal live spielen zu sehen. Schon im Vorjahr hatte mich Bild-Reporter Helmut Uhl zum Mavs-Game mitgenommen, da war Nowitzki allerdings verletzt.

Uhl kennt Nowitzki noch aus gemeinsamen Würzburger Zeiten persönlich und organisierte neben tollen Plätzen in der Arena auch noch Zugang in die Spielerkabine nach dem Abpfiff. Beim Gang durch den Mavericks-Fanshop hatte ich in der Halbzeit eine übergroße Hand mit ausgestrecktem Finger gesehen. Der Finger erinnerte verblüffend an die bekannte Sieger-Geste von Sebastian Vettel. Zusammen mit den Bild-Kollegen kam uns die Idee, den Fanartikel von Nowitzki signieren zu lassen und dann in Brasilien an Vettel zu übergeben.

Nowitzki machte natürlich sofort mit bei der Aktion. Generell ist der 2,14 Meter große Superstar ein total umgänglicher Typ. Beim Besuch in der Kabine kam er gerade mit einem Handtuch um die Hüfte aus der Dusche und gab halbnackt die ersten Interviews für die US-Reporter. Stellen Sie sich das mal im Fußball oder der Formel 1 vor, dass die Journalisten mit in die Umkleide dürfen. So etwas gibt es nur bei den Amis. Was Vettel zu dem Geschenk aus Dallas zu sagen hatte, lesen Sie im letzten Teil unseres Formel 1-Tagebuchs 2013 aus Sao Paulo.

In unserer Galerie haben wir ein paar Impressionen vom Geschehen hinter den Kulissen des F1-Rennens von Austin gesammelt.

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