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Aufstand gegen Hybrid

Foto: BMW AG

Update + + Am Samstagmorgen (26.4.) haben sich die Teamchefs und Technikdirektoren in Barcelona überraschend zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen. Es ging um das Thema Hybrid, genauer gesagt die KERS-Systeme (kinetic energy recovery systems), die ab 2009 zugelassen sind.

25.04.2008 Michael Schmidt

Nicht alle Formel 1-Teams teilen die Begeisterung von FIA-Präsident Max Mosley über eine "grüne Formel 1". So langsam kommen die Beteiligten drauf, wie komplex die Technologie ist und vor allem wie teuer sein wird. "Die Entwicklung kann bis zu 20 Millionen Dollar kosten", klagt Renault-Teamchef Flavio Briatore. Renault gilt als einer der KERS-Gegner.

Briatore scheitert mit Antrag

Briatore würde die Einführung des Hybridantriebs am liebsten bis auf 2010 verschieben. Doch der Antrag des Italieners wurde von seinen Kollegen abgelehnt: "Es ist, als rede man gegen eine Wand. Die anderen Teams wollen anscheinend Geld ausgeben", sagte der Renault-Teamchef im Anschluss. In der anderthalbstündigen Sitzung soll es zwischen den Teamchefs zu hitzigen Diskussionen gekommen sein.

Rückendeckung erhielt Briatore kürzlich auch von Ferrari-Sohn Piero Lardi. Der hatte ebenfalls die hohen Kosten angeprangert. Ferraris Presseabteilung beeilte sich jedoch mitzuteilen, dass dies die private Meinung von Herrn Lardi sei. Man will sich auf keinen Fall den Ärger der FIA einhandeln, verweist dennoch auf die Schwierigkeit der technischen Aufgabenstellung.

Zwei Fraktionen

Renault wird bei der Sitzung auf Widerstand stoßen. Honda und BMW unterstützen Mosleys grüne Politik. Aus technischen Gründen, aber auch wegen der positiven Außenwirkung. Mercedes hält sich bedeckt, verweist auf die Kostenfrage einerseits, auf die Bedeutung für die Automobilindustrie andererseits. Toyota müsste wegen seinem Knowhow-Vorsprung bei Straßenautos eigentlich pro Hybrid sein, doch auf Fragen dazu beißt man sich lieber die Zunge ab. "Das Thema ist mir zu politisch". wiegelt Technikchef Pascal Vasselon ab.

Frank Williams dagegen wird dem Renault-Vorstoß eine klare Absage erteilen. Der englische Privatrennstall rechnet sich gute Chancen aus, den Werksteams ein Schnippchen zu schlagen. Williams ist das einzige Team, das zwei Systeme parallel entwickelt. Neben der logischen elektrischen Lösung basteln die Techniker in Grove auch an einer Variante mit Schwungrädern.

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