Nächstes Rennen: 10. Juni 2012
GP Kanada

F1-Teams: Aufstand gegen Hybrid

Update + + Am Samstagmorgen (26.4.) haben sich die Teamchefs und Technikdirektoren in Barcelona überraschend zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen. Es ging um das Thema Hybrid, genauer gesagt die KERS-Systeme (kinetic energy recovery systems), die ab 2009 zugelassen sind.

Nicht alle Formel 1-Teams teilen die Begeisterung von FIA-Präsident Max Mosley über eine "grüne Formel 1". So langsam kommen die Beteiligten drauf, wie komplex die Technologie ist und vor allem wie teuer sein wird. "Die Entwicklung kann bis zu 20 Millionen Dollar kosten", klagt Renault-Teamchef Flavio Briatore. Renault gilt als einer der KERS-Gegner.

Briatore scheitert mit Antrag

Briatore würde die Einführung des Hybridantriebs am liebsten bis auf 2010 verschieben. Doch der Antrag des Italieners wurde von seinen Kollegen abgelehnt: "Es ist, als rede man gegen eine Wand. Die anderen Teams wollen anscheinend Geld ausgeben", sagte der Renault-Teamchef im Anschluss. In der anderthalbstündigen Sitzung soll es zwischen den Teamchefs zu hitzigen Diskussionen gekommen sein.

Rückendeckung erhielt Briatore kürzlich auch von Ferrari-Sohn Piero Lardi. Der hatte ebenfalls die hohen Kosten angeprangert. Ferraris Presseabteilung beeilte sich jedoch mitzuteilen, dass dies die private Meinung von Herrn Lardi sei. Man will sich auf keinen Fall den Ärger der FIA einhandeln, verweist dennoch auf die Schwierigkeit der technischen Aufgabenstellung.

Zwei Fraktionen

Renault wird bei der Sitzung auf Widerstand stoßen. Honda und BMW unterstützen Mosleys grüne Politik. Aus technischen Gründen, aber auch wegen der positiven Außenwirkung. Mercedes hält sich bedeckt, verweist auf die Kostenfrage einerseits, auf die Bedeutung für die Automobilindustrie andererseits. Toyota müsste wegen seinem Knowhow-Vorsprung bei Straßenautos eigentlich pro Hybrid sein, doch auf Fragen dazu beißt man sich lieber die Zunge ab. "Das Thema ist mir zu politisch". wiegelt Technikchef Pascal Vasselon ab.

Frank Williams dagegen wird dem Renault-Vorstoß eine klare Absage erteilen. Der englische Privatrennstall rechnet sich gute Chancen aus, den Werksteams ein Schnippchen zu schlagen. Williams ist das einzige Team, das zwei Systeme parallel entwickelt. Neben der logischen elektrischen Lösung basteln die Techniker in Grove auch an einer Variante mit Schwungrädern.

Kommentare
Bild vergrößern
Michael Schmidt

Autor:

Anzeige
Thema
Hybridantrieb: Weitere Artikel zu diesem Thema
Sitzprobe im Toyota Prius+: Van mit Hybridantrieb ab 29.900 Euro

Der Toyota Prius bekommt Zuwachs: Jetzt wird aus dem Hybridmodell auch noch ein Van für sieben. Er wird ab 29.900 Euro kosten.

Sitzprobe auf der IAA 2011 in Frankfurt - Henning Busse im Toyota Prius Plus
Erlkönig Ferrari Enzo-Nachfolger: Super Sportler, super leichter

2013 wird Ferrari einen Supersportwagen als Nachfolger für den legendären Ferrari Enzo Ferrari auf den Markt bringen.

Erlkönig Ferrari Enzo-Nachfolger
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Top Artikel
: Dreistufen-Plan für Hybrid-Zukunft

Der Weltverband FIA hat seine Pläne über die Einführung von Hybridtechnik in der Formel 1 präzisiert. Schon ab 2009 sind sogenannte KERS-Systeme (kinetic energy recovery systems) erlaubt, die gespeicherte Bremsenergie über einen Elektromotor in den Antrieb speisen.


Elektronik-Teufel: Fehler im System

Viel wurde vor der Saison über die neue Einheitselektronik von McLaren-Tochterfirma MES geschimpft. Auch nach drei Rennen gibt es noch Kritik und Probleme mit dem Steuergerät.


Newsletter
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...