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Formel 1-Teams in Not

Neue Turbomotoren zu teuer

Williams F1 Renault Nase GP Malaysia 2013 Foto: ams 18 Bilder

Hinter den Kulissen der Formel 1 wird nicht nur heiß über die Reifen diskutiert, sondern auch über die neuen Motoren für 2014. Die Finanznot einiger Teams macht Renault, Mercedes und Ferrari Sorgen. Wir sagen Ihnen, wie schlimm die Lage wirklich ist.

15.05.2013 Michael Schmidt

Das böse Erwachen kommt auf leisen Sohlen. Eigentlich war damit zu rechnen, doch in der Formel 1 ist Betriebsblindheit eine weit verbreitete Krankheit. Jetzt passiert gerade, was kritische Stimmen schon längst vorausgesagt haben. Mehr als die Hälfte der Formel 1 leidet unter akuter Finanznot.

Wer rechnen muss, ob er sich im nächsten Jahr auf Wunsch von Pirelli einen Überseetest im Mittleren Osten leisten kann, der darf an die Preise für die neuen Turbomotoren gar nicht erst denken. Dagegen ist die Reise an den Arabischen Golf ein Schnäppchen.

Renault der teuerste, Ferrari der billigste Motor

Renault ruft je nach Paket zwischen 20 und 23 Millionen Euro für den Motorenservice 2014 auf. Bei Mercedes beginnt es je nach Ausstattung bei 17 Millionen Euro. Ferrari hat mit rund 15 Millionen das billigste Paket. Selbst das ist für viele Teams am Rande der Schmerzgrenze.

Die Konditionen von Renault gehen am Markt völlig vorbei. Wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 11/2013, ab Donnerstag 15.5.2013 im Handel) berichtet, haben vier der fünf Teams, die mit Renault in Verbindung gebracht werden, bei der Konzernzentrale in Paris die hohen Preise für die neuen Turbo-Triebwerke ab 2014 angemahnt.

Für Williams, Lotus, Caterham und dem Neukunden Toro Rosso liegt dieser Preis jenseits des Bezahlbaren. Das fünfte Team, das auf Renault-Motoren setzt, ist der finanziell bestens ausgestattete Rennstall Red Bull. Offiziell will sich keiner den Mund verbrennen, doch hinter vorgehaltener Hand wird eifrig über das Thema geredet.

Renault im Streit mit Ecclestone

Die betroffenen Teams rennen Bernie Ecclestone die Bude ein. Entweder sie bekommen von ihm mehr Geld um sich die Motoren leisten zu können, oder die Preise der Triebwerke gehen runter. Ecclestone gibt den Druck an die Motorenhersteller weiter. Weil sich Renault offenbar uneinsichtig zeigte, kam es zum Streit. Der gipfelte darin, dass die Franzosen ihr eigenes Motorhome nicht im Haupt-Fahrerlager abstellen konnten. Offiziell heißt es natürlich, dass dort für Ausrüster kein Platz ist.

Deshalb kommt es am Donnerstag (16.5.2013) zu einem Treffen zwischen Ecclestone und Renault-Präsident Carlos Ghosn. Und was, wenn Renault bei seinen Preisen bleibt? Ecclestone zwickt ein Auge zu und schmunzelt: "Vielleicht wird die Realität Renault dazu zwingen. Wer kein Geld hat, kann nicht bezahlen. Wenn keiner bezahlen kann, kriegt Renault auch kein Geld." Klingt logisch.

Williams 2014 mit Mercedes?

Mercedes hat seine Preise bereits gesenkt. Das Basispaket gibt es angeblich jetzt für 17 Millionen Euro. Das umfasst Motoren, Batterien, Generator, Elektronik, Turbolader und Getriebe. Bei Williams überlegt man bereits, bei diesem Angebot nach dieser Saison zu Mercedes zu wechseln.

Auch Lotus schließt nicht aus, nach Vertragsende über einen anderen Lieferanten nachzudenken, wenn Renault bei seiner Preispolitik bleibt. Da kommen Namen wie Ferrari oder Honda ins Spiel. McLaren hat es am besten getroffen. Der Deal mit Honda soll gratis sein. Die Japaner würden bei McLaren offenbar als Entwicklungspartner einsteigen. Einziges Risiko: Honda wird 2015 ein Jahr Erfahrung fehlen. Und der Katalog an Änderungen, die der Weltverband den Herstellern pro Saison erlaubt, wird von Jahr zu Jahr kleiner.

In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen den neuen Renault V6 Turbo für die Formel 1-Saison 2014 im Detail vor.

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