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Streit zwischen F1-Teams und FIA

Nur Bernie Ecclestone kann noch helfen

GP Monaco 2009 Foto: dpa 143 Bilder

Die Fronten im Formel 1-Streit sind verhärtet. Die FIA steht auf dem Standpunkt: Jetzt ist genug geredet worden. Die Teams behaupten dagegen: Wir sind der FIA so weit wie möglich entgegen gekommen. Nur noch Bernie Ecclestone kann den gordischen Knoten lösen.

05.06.2009 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone ist krank. Der Formel 1-Boss wird den GP Türkei wegen einer Infektion auslassen. Dabei würde er dringend gebraucht. Als letzter möglicher Vermittler im Krieg um die Formel 1-Zukunft. "Wenn einer die FIA und uns noch zusammenbringen kann, dann Bernie", sagt Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Es ist ja auch in seinem Interesse, dass die Formel 1 auf dem Standard bleibt, auf dem sie ist." Würden die Teams eine eigene Meisterschaft starten, wäre keinem gedient. Mittelfristig würde die Formel 1 und ihre Konkurrenzserie zugrunde gehen. Die IRL und die ChampCar-Serie sollte jedem eine Warnung sein.

Nach dem siebten WM-Lauf bleiben nur noch fünf Tage Zeit, den Konflikt friedlich zu lösen, bevor die FIA am 12. Juni die Teams für die Formel 1-WM 2010 bekannt gibt. Und das kann nur in einer Kampfansage enden. FIA-Lobbyist Alan Donnelly steht auf dem Standpunkt: "Es wurde genug diskutiert. Es ist gesagt, was gesagt werden musste. Jetzt nehmen die Dinge ihren natürlichen Lauf."

Vorschläge der FOTA zu kompliziert

Die Teams warten immer noch auf eine Antwort von FIA-Chef Max Mosley. Der hat seit vergangenem Freitag (29.5.) den Kompromissvorschlag der Teams auf dem Tisch. Es ist ein Plan, der das Budgetlimit zwar nicht erwähnt, aber im Prinzip das realisiert, was Mosley haben will. Ein Stufenplan, um schließlich bei Ausgaben von rund 50 Millionen Euro pro Jahr zu landen. Trotzdem stellt sich Mosley stumm. Vermutlich, weil er die Pressemitteilung der FOTA als Erklärung für die bedingte Einschreibung der Teams als Kriegserklärung auffasst.

Die FIA hat sich zu den jüngsten Sparvorschlägen der FOTA bis jetzt nicht im Detail geäußert. Und sie wird es wahrscheinlich auch nicht mehr tun. Aus Paris kommen Signale, dass ihnen die Vorschläge der Teams zu kompliziert sind, auch wenn der Spareffekt unter dem Strich der gleiche ist wie mit einem Budgetlimit. Eine Budgetdeckelung, heißt es aus FIA-Kreisen, sei die simpelste Lösung. Weil es eine klare Ansage ist. Ohne wenn und aber. Die FIA selbst verzichtet mittlerweile auf das böse Wort. Offiziell wird die Budgetobergrenze dann "Finanzgesetz" heißen. Analog zu den Begriffen "Sportgesetz" oder "Technisches Reglement".

FIA-Showdown am 12. Juni

Wenn es zu keiner Vernunftlösung kommt, wird die FIA am kommenden Freitag (12.6.) folgende Einschreibungen bekanntgeben: Ferrari, weil sie nach Meinung des Weltverbandes vertraglich zu einem Verbleib bis 2012 verpflichtet sind. Williams und Force India, weil sie sich bedingungslos eingeschrieben haben. Und drei oder vier, vielleicht auch mehr neue Bewerber, die von der FIA als Formel 1-würdig eingestuft werden. Die Zahl dieser Nennungen wird entscheiden, wie es weitergeht. Sind es mehr als drei Teams, droht die Spaltung. Denn damit wäre wenigstens eines der bestehenden Teams aus dem Rennen. Es sei denn, es kauft einem der Neubewerber dessen Platz ab.

Die FOTA wird diese Erpressung nicht akzeptieren. In Paris zuckt man mit den Schultern. Tenor: Wir sind schon rein juristisch gezwungen, den neuen Bewerbern einen Platz zu geben, die sich ohne Bedingungen eingeschrieben haben und die unsere Bedingungen in Bezug auf die Finanzen und die Ressourcen erfüllen. Ein Formel 1-Teamchef widerspricht: "Die meisten dieser so genannten Bewerber sind nicht in der Lage, selbst ein Auto zu bauen. Sie müssten Teile und Knowhow von einem etablierten Team einkaufen."

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