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Formel 1-Technik 2012

Formel 1-Autos werden hässlicher

Ferrari F2012 Foto: Ferrari 59 Bilder

Der Formel 1-Jahrgang 2012 wird hässliche Autos hervorbringen. Schuld daran ist eine Reglementänderung, die ab 2012 die Maximalhöhe der Nase auf 550 Millimeter über der Referenzebene festlegt.

12.10.2011 Michael Schmidt

Formel 1-Autos müssen spektakulär sein. Wichtig sind ein aggressives Design und geordnete Proportionen. Die Optik ist ein wichtiger Bestandteil der Faszination der Königsklasse. Das technische Reglement hat in den letzten Jahren das Aussehen der Autos korrigiert. Mehr zum Negativen als zum Positiven. Es begann 1998, als die Breite der Formel 1-Fahrzeuge von zwei auf 1,80 Meter reduziert wurde. Gleichzeitig wuchsen aus aerodynamischen Gründen die Radstände. Die Autos waren plötzlich im Verhältnis zu ihrer Breite viel zu lang.

Formel 1-Proportionen verändern sich

2009 wurden die Frontflügel in der Breite von 1,40 Meter auf 1,80 Meter gestreckt. Dafür schrumpften die Heckflügel von einem Meter auf 75 Zentimeter. Das Missverhältnis der Flügel vorne und hinten fiel sofort ins Auge. Die Proportionen stimmten nicht mehr. Durch das Tankverbot wurden die Autos noch länger. Die Radstände übersteigen teilweise schon 3.30 Meter. Für die langen Autos wirken auch die Reifen zu schmal.

Das nächste Attentat auf die Optik droht 2012. "Die Autos werden nicht schön aussehen. Die Nase bekommt eine hässliche Welle", warnt Mercedes-Teamchef Ross Brawn. Kollege Sam Michael von Williams präzisiert: "Der vordere Teil erinnert an die Nase eines Delfins im Profil." Schuld daran ist eine Änderung im Technischen Reglement. Die Höhe der Nase wird auf maximal 550 Millimeter festgeschrieben.

Neue Regeln für bessere Sicherheit

Damit soll das Risiko verringert werden, wenn ein Auto ein anderes von der Seite trifft. Je höher die Nase, umso größer die Gefahr, dass der Fahrer im querstehenden Auto verletzt wird. Der Unfall von Michael Schumacher und Vitantonio Liuzzi vergangenes Jahr in Abu Dhabi war den Regelhütern ein warnendes Beispiel. Liuzzis Force India war auf den Mercedes geklettert und verfehlte Schumachers Kopf nur um Zentimeter.

Prinzipiell ist gegen das Absenken der Nasen nichts einzuwenden, wenn auch das Chassis an Höhe verlieren würde. Doch da bleibt alles beim Alten. Die Maximalhöhe des vorderen Chassisschotts beträgt 625 Millimeter. Die neue Nasen-Vorschrift gilt für alle Karosserieteile, die 1,95 Meter vor der Chassisrückwand liegen. An diesem Punkt beträgt die durchschnittliche Höhe eines Formel 1-Autos 595 Millimeter.

Sam Michael: "Neue Autos sehen schlimm aus"

Das heißt, dass an der Stelle die Höhe abrupt auf 550 Millimeter fallen muss. "Dadurch entsteht diese Welle", so Brawn. Die Windkanalmodelle geben den Ingenieuren bereits einen ersten Eindruck, was den Fans 2012 blüht. "Sieht schlimm aus", urteilt Sam Michael. Deshalb wird überlegt, ob man aus Gründen der Optik den Absatz nicht mit einer Art Verkleidung füllen kann, die keine strukturellen Aufgaben übernimmt.

Das einfachste wäre, wenn die FIA auch die Höhe des Chassis im Bereich der Vorderachse auf das neue Maß reduziert. Dagegen aber sträuben sich einige Ingenieure und die kleineren Teams. Die Ingenieure wollen weiterhin so viel Luft wie möglich unter das Auto strömen lassen, um den Diffusor zu füttern. Das ist kein Argument, denn eine Höhenbeschränkung würde alle gleich treffen. Der Einwand der Teams am Ende des Feldes ist schon eher verständlich. Sie wollen aus Kostengründen die alten Chassis mit in die Saison 2012 übernehmen.

Das Reglement 2012 würde nicht zum ersten Mal hässliche Autos hervorrufen. In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal einige Beispiele für Technik-Flops und skurrile Ideen der Ingenieure, die am guten Geschmack vorbeigehen.

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