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Formel 1-Technik

Das KERS-Geheimnis von Red Bull

Red Bull KERS Foto: ams 19 Bilder

KERS bleibt der wunde Punkt im Gesamtpaket des Red Bull. Drei Rennen, und nie hat es problemlos bei beiden Autos funktioniert. Wir erklären exklusiv und im Detail, wo die Probleme des Hybrid-Systems liegen.

21.04.2011 Michael Schmidt

"Wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich KERS lieber nicht im Auto", gab Red Bull-Technikguru Adrian Newey zuletzt nach dem Rennen in Malaysia unverhohlen zu. Das Hybrid-System ist die größte Baustelle im Weltmeisterteam. Hier sind Vettel und Webber verwundbar. "Wir machen gerade eine Lernphase durch", fasst es Newey in freundliche Worte.

Große Fortschritte in Sachen KERS ließ das erfolgsverwöhnte Team zuletzt nicht erkennen. In der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport (Heft 10, seit dem 21. April im Handel) lesen Sie im Detail, wo die Red Bull-Probleme mit der Hybrid-Technik liegen. Bisher funktionierte das System noch in keinem der drei Rennen fehlerfrei.

Red Bull-KERS zu 40 Prozent hausgemacht

In Australien blieb das System komplett abgeschaltet. In Malaysia verlor Webber den KERS-Schub schon beim Start. Die Elektronik streikte. Auf dem Weg in die erste Kurve büßte der Australier 28 Meter auf Vettel ein. Der Weltmeister wurde bei Halbzeit gebeten, auf KERS zu verzichten. Es war zuvor wegen Fehlermeldungen mehrmals in den Sicherheitsmodus gegangen. In China befiel die Hybrid-Seuche erneut das Auto von Webber. Ein Kabelbrand schmorte die Pumpe für das KERS-Kühlsystem an.

Red Bull hat KERS zum Tabuthema erklärt. Die Fahrer müssen schweigen. Die Teamleitung verbreitet Nebel. Weil 40 Prozent des Systems aus eigenem Haus kommen. Und weil die Komponenten anders angeordnet sind. Bezahlt Red Bull einen Preis für die ungewöhnliche Unterbringung der KERS-Bausteine?

KERS-Elemente verstreut eingebaut

Konstrukteur Newey bestreitet, dass die Probleme hausgemacht sind. Möglicherweise eine Schutzbehauptung, denn Renault hat ein vergleichbares KERS, nur zentral unter dem Fahrersitz verstaut. Es läuft nahezu störungsfrei.

Red Bull macht ein Geheimnis daraus, wo genau die Elemente eingebaut sind. Inzwischen kursieren erste Fotos. Ein Batteriesatz und die Leistungselektronik sind links und rechts seitlich an das unten V-förmig zulaufende Getriebegehäuse gequetscht. Der andere Teil der Batterien liegt schwer zugänglich im Getriebegehäuse.

Ladekapazität der Batterien reduziert

Diese Position birgt Risiken: Vibrationen, höhere Temperaturen, daraus resultierend Softwarefehler. Die Einbaulage zwang Newey dazu, die Batterien zu verkleinern. Das reduziert gegenüber größeren Batterien die Ladekapazität. Die Red Bull-Fahrer sind jede Runde gezwungen zu laden, um dann auch die vollen 400 Kilojoule abrufen zu können. Was im Rennen von Shanghai nicht funktionierte. Bei Vettel und Webber gab KERS nur einen Teil der 82-PS-Leistung ab.

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