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Formel 1: Technikanalyse GP Spanien

Alle Updates auf einen Blick

F1 Technik GP Spanien Foto: xpb 22 Bilder

In Spanien debütierten viele neue Teile an den Formel 1-Autos. Aber nicht alle Updates brachten den erhofften Effekt. Wir geben Ihnen einen Überblick über die neuen Techniktrends und wie sich die Modifikationen auf das Kräfteverhältnis ausgewirkt haben.

09.05.2010 Tobias Grüner

Red Bull:

Bei Red Bull waren die Updates erst auf den zweiten Blick sichtbar. Die Verkleidung von den Seitenkästen bis zum Heck fällt jetzt schräger zur Seite ab als vorher und ist im Heck noch einmal eine Spur flacher. Das erlaubt eine verbesserte Anströmung des unteren Heckflügelelements und der Oberseite des Diffusors. Die Motorabdeckung ist nun komplett geschlossen, um störende Luftwirbel zu reduzieren. Auch das optimiert die Strömung zum Heck.

Um die heiße Luft aus dem Motorraum zu bekommen, wurde das Loch am Ende der Airbox, intern Kanonenrohr genannt, vergrößert. Das ist damit der einzige Ort, wo die heiße Luft entweicht. Es ist der Platz, wo es am wenigsten stört. Der seitlich austretende Auspuff rückte leicht nach vorne. Damit konnte Chefdesigner Adrian Newey den oberen Bereich des Doppeldiffusors ein weiteres Mal vergrößern. Der Erfolg war deutlicher sichtbar zu erkennen als die Änderungen. Mit einer Sekunde Vorsprung fuhr Red Bull der Konkurrenz im Qualifying um die Ohren.

Mercedes GP:

Bei Mercedes GP war es genau andersherum. Vor allem die radikal umgebaute Airbox war deutlich zu erkennen. Die Wirkung ist allerdings nicht überwältigend. "Ein neuer Flügel bringt mehr", gibt auch Teamchef Ross Brawn zu. "Aber es hilft." Je nach Strecke können die seitlich an der Airbox angebrachten Lufthutzen in ihrer Größe und Form verändert werden. Nur die mittlere Finne, die als Überrollbügel dient, bleibt gleicht. Der Nutzen? "Der Heckflügel wird besser angeströmt, der Motor besser gekühlt und ein bisschen reduziert sich auch der Luftwiderstand", erklärt Brawn.

Der zweite große Eingriff betrifft den Radstand, der deutlich gewachsen ist, um die Balanceprobleme in den Griff zu bekommen. Diese Maßnahme verlangte auch gleichzeitig Retuschen am Frontflügel, am Unterboden und den Luftleitblechen. Das Ergebnis war ernüchternd. "Eigentlich wollten wir hier die Spitze angreifen, stattdessen ist der Abstand zu Red Bull sogar noch angewachsen", berichtet Nico Rosberg. "Wir können nicht zufrieden sein", pflichtet Michael Schumacher bei. Genau wie Red Bull hat Mercedes noch das F-Schacht-System im Köcher, mit dem man auf der Geraden schneller wird.

Ferrari:

Ferrari hat sein F-Schacht-System bereits am Auto. Dass der provozierte Strömungsabriss am Heckflügel funktioniert, zeigt ein Blick auf die Top-Speeds. Mit 311,9 km/h war Fernando Alonso der Schnellste auf der Geraden. Bedient wird das System nicht mit dem Knie sondern mit der linken Hand, was deutlich am zusätzlichen Handschuh-Polster der Piloten zu erkennen ist. Nach Aussage der Fahrer sei es aber kein Problem gleichzeitig links das Luftloch zu schließen und mit der rechten die Bremsbalance zu verstellen.
 
Dazu hat Ferrari noch eine modifizierte Hinterachse, einen neuen Frontflügel und ein Update des Unterbodens nach Spanien gebracht. Auch der Motor wurde nach den Zuverlässigkeitsproblemen zuletzt überarbeitet. Die FIA erlaubte Ferrari, die Dichtungen im pneumatischen Ventiltrieb zu verändern. Viel schneller ist der Ferrari im Vergleich zur Konkurrenz nicht geworden. Auf Red Bull fehlt eine halbe Ewigkeit. Der Vorsprung auf Mercedes ist eher geschrumpft. Die Piloten klagten vor allem über die Reifen, die einfach keinen Grip brachten.

McLaren-Mercedes:

Auch McLaren brachte neue Teile nach Barcelona. Auf der Suche nach Abtrieb wurden neue Front- und Heckflügel sowie ein neuer Diffusor getestet. Martin Whitmarsh war allerdings etwas enttäuscht über den Effekt: "Der Computer hat uns drei bis fünf Zehntel Fortschritt prognostiziert. Das haben wir im Qualifying nicht ganz geschafft." Ein endgültiges Urteil will der McLaren-Teamchef aber erst nach dem Rennen abgeben. Hier waren die Chrom-Pfeile bisher immer deutlich besser sortiert.

Williams:

Williams montierte zunächst nur am Auto von Barrichello die neuen Teile. Der Frontflügel wurde überarbeitet, der Diffusor ist neu und auch die Form der Seitenkästen. "Die anderen haben größere Schritte gemacht", wagte sich Nico Hülkenberg an ein Urteil. Teamkollege Rubens Barrichello pflichtet dem deutschen Rookie bei: "In letzter Zeit kamen die Windkanaldaten nicht mehr auf der Rennstrecke an."

Renault:

Die gelb-schwarzen Renault-Boliden zeigten sich in Barcelona kaum verändert. "Wir bringen immer nur ganz kleine Schritte. Dafür bei jedem Rennen", erklärte Robert Kubica. Der Pole konnte mit Nico Rosberg und Felipe Massa im Qualifying sogar zwei Autos der vier Top-Teams hinter sich lassen. "Viele Teams haben Updates gebracht aber insgesamt hat sich unsere Position nicht groß verändert", freut sich Renault-Chefingenieur Alan Permane.

Sauber:

Sauber hat neben Red Bull den größten Schritt nach vorne gemacht. "Es waren sogar zwei Schritte, sonst wäre es nicht so deutlich sichtbar gewesen", freute sich Teamchef Peter Sauber. Der F-Schacht wurde noch einmal modifiziert. Nun wird die Luft wie bei McLaren auf der Front eingesaugt, was mehr Luft für den Heckflügel bedeutet. Außerdem wurde der Frontflügel überarbeitet, und der Unterboden vorne am Lufteinlass und hinten am Diffusor verändert. "Das gute ist, dass alle Windkanalprognosen auch auf der Strecke angekommen sind", berichtet Sauber zufrieden.

Force India:

Bei Force India gab es nicht viel Neues. "Überall ein bisschen", erklärte Adrian Sutil. Vor allem am Frontflügel und den seitlichen Luftleitblechen (Barge Boards) wurde gearbeitet. "Vorne haben wir jetzt ein bisschen mehr Grip", berichtet Sutil. Im Vergleich zu Sauber hat Force India allerdings an Boden verloren.

Toro Rosso:

Toro Rosso musste auf größere Modifikationen verzichten. Das Resultat war deutlich zu erkennen. Das kleine Team aus Italien wurde in der Rangliste nach hinten durchgereicht.

Lotus:

Neben Red Bull und Sauber machte Lotus den größten Schritt nach vorne. Die Liste der Änderungen ist lang. Frontflügel, Diffusor, Form der Kühlereinlässe und Bremsbelüftungen wurde modifiziert. Die aerodynamischen Änderungen sollten alleine eine Sekunde bringen. Außerdem verwendet Lotus nun Masseträgheitsdämpfer, wovon sich Technikchef Mike Gascoyne eine weitere halbe Sekunde verspricht. Das Ergebnis sah vielversprechend aus. Auf die Spitze fehlte den grünen Autos im Qualifying (Q1) nur noch 3,2 Sekunden.

Virgin Racing:

Auch bei Virgin hat man sich eine Sekunde erhofft. Der Tank wurde endlich vergrößert, das Benzinsystem so verbessert, dass die Fahrer auch noch den letzten Tropfen in den Motor bekommen. Infolgedessen musste auch der Radstand verlängert und der Unterboden angepasst werden. Auch der Frontflügel bekam ein kleines Update. Das ernüchternde Fazit von Timo Glock: "Wir sind nicht schneller als vorher. Das einzig Positive ist, dass der Tank und die Benzinzufuhr funktioniert."

HRT F1:

Beim kleinen Team von Lokalmatador Hispania Racing kann man sich keine großen Sprünge leisten. Große Updates gibt es nicht. HRT fährt am Ende des Felds in einer eigenen Liga. Immerhin konnte man die Zeit der GP2 um sieben Zehntel unterbieten. Formel 1-tauglich ist man noch nicht, wie auch Ersatzfahrer Christian Klien zugab.

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