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Exklusives Formel 1-Technik-Video

Darum ist der Ferrari F2012 so langsam

Ferrari F2012 Technik Video Piola Australien Foto: Piola 27 Bilder

Der Sieg in Malaysia kann über die Ferrari-Probleme nicht hinwegtäuschen. In unserem exklusiven Technik-Video zeigen wir Ihnen im Detail, was den neuen F2012 von den anderen Autos unterscheidet und wo die Problemzonen des neuen Autos liegen.

28.03.2012 Tobias Grüner

Mit dem neuen Ferrari F2012 wollte Ferrari alles anderes machen. Ein Auto mit "Wow-Effekt" hatte Stefano Domenicali versprochen. Das Erstaunen der Fans bei der Vorstellung der neuen roten Göttin war zwar in der Tat groß, doch anders heißt nicht immer besser, wie die Ferrari-Ingenieure feststellen mussten.

Bei den Testfahrten wurde schnell klar, dass das neue Auto nicht auf Anhieb ein Kandidat für WM-Titel war. Den Piloten gab der F2012 genauso viele Rätsel auf wie den Technikern. Giftig beim Einlenken, wenig Traktion aus langsamen Kurven und ein Reifenverschleiß jenseits von Gut und Böse lauteten die ersten Erkenntnisse vor der Saison.

F1-Technik: Ferrari F2012 - Updates Australien 1:21 Min.

Ferrari-Auspuff kocht die Reifen weich

Die radikalen Techniklösungen erwiesen sich nicht als der Weisheit letzter Schluss. Der Auspuff, der beim neuen Auto in wulstigen Ausbuchtungen der Motorhaube sitzt, zielte zunächst auf die Flügelchen an den Bremsbelüftungen. Dabei schlugen aber schnell die Hitzesensoren Alarm. Die Reifen wurden weichgekocht.

In der letzten Testwoche wanderten die Endrohre wieder nach innen. Die Form der Motorhaube blieb aber gleich. Experten vermuten, dass die breit ausgestellten Öffnungen der Strömung zum unteren Heckflügelelement im Weg stehen. Die Colaflaschen-Form, also die enge Taillierung des Hecks aus der Vogelperspektive, ist durch die Auspuff-Wülste gestört.

Teamchef Stefano Domenicali gibt zu, dass die ineffiziente Aerodynamik einer der großen Schwachpunkte des F2012 ist. Das Auto produziert zu wenig Abtrieb bei gleichzeitig zu hohem Luftwiderstand. Um im Rennen eine Chance zu haben, setzt man auf viel Flügel, was aber zu langsamen Top-Speeds auf den Geraden führt. Im Regen von Malaysia war das dank des Regens genau die richtige Taktik.

Pullrod-Aufhängung schwer zu durchschauen

Die schwache Qualfying-Pace zeigt allerdings die wahre Qualität des Autos. Neben der Aerodynamik bereitet den Ingenieuren auch die Pullrod-Aufhängung an der Vorderachse Sorgen. Der Anlenkpunkt der Dämpfer ist dabei auf der Unterseite des Vorderbaus angebracht - im Gegensatz zur konventionellen Pushrod-Bauweise, bei der die Schubstange oben am Chassis ansetzt.

Der F2012 ist das einzige Auto, das auf diese ungewöhnliche Anordnung setzt. Der Vorteil der Lösung liegt laut Ferrari im tieferen Schwerpunkt. Allerdings scheint das System auch einige Nachteile mit sich zu bringen. Die Aufhängung mit den fast waagerecht liegenden Querlenkern soll deutlich schwieriger abzustimmen sein. Außerdem wird die Strömung nach hinten durch die Aufhängung anders abgelenkt als in den Simulationen berechnet.

Ferrari mit vielen Updates zum GP Spanien

Schon zum GP Spanien will Ferrari mit einem stark umgebauten Auto antreten. Dass die Pullrod-Aufhängung an der Front aufgegeben wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Nach unseren Informationen will man die Form der Seitenkästen und die Anordnung der Kühler verändern. Die Durchströmung des Autos scheint nicht optimal. Es ist auch möglich, dass die Endrohre weiter nach vorne rücken und die Abgase besser nach unten drücken zu können.

In unserer exklusiven Technik-Animation zeigt der auto motor und sport-Experte Giorgio Piola die Problemzonen des neuen Ferrari F2012 und die ersten Updates der Saison. Die wichtigsten Szenen gibt es auch mit Erklärungen auch noch einmal in der Bildergalerie.

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