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F1 Technik-Video (exklusiv)

Lotus-Auspuff kostet zu viele Pferdchen

Lotus E20 Piola Technik 2012 Foto: Piola Animation 32 Bilder

Seit Korea ist Lotus mit einem neuen Auspuff unterwegs. In unserem Technik-Video zeigen wir Ihnen die letzten größeren Updates im Detail vor und erklären, wo es nach den ersten Renneinsätzen noch Verbesserungsbedarf gibt.

31.10.2012 Tobias Grüner

Die Auspuff-Entwicklung war das große Technik-Thema der Formel 1-Saison 2012. Nach und nach legten alle Ingenieure die Endrohre in einen Kanal in der Motorhaube. Die meisten Teams hatten den Umbau bis zur Sommerpause fertig. Nachdem in Singapur auch noch Mercedes nachgezogen hatte, blieb von den etablierten Teams nur noch Lotus mit einem konventionellen Auspuff übrig.

Da merkten das Technikbüro in Enstone offenbar, dass man in diesem Bereich nur die zweitbeste Lösung zu bieten hat. Die Vorteile der normalen Variante sind schnell erklärt. Das Endrohr kann auf den Maximal-Durchmesser ausgedehnt werden, was zu einer höheren Motorleistung führt. Dass die Abgase dabei ungenutzt verpuffen war den Lotus-Ingenieuren lange egal.

Lotus zieht als letztes Team nach

Anderen Teams, wie zum Beispiel McLaren, Sauber und Red Bull, war schon zu Saisonbeginn aufgefallen, dass es mehr bringt, wenn man die künstliche Strömung zum Abtriebsgewinn nutzt. Dabei werden die Gase aus den laut Reglement nach oben geneigten Endrohren durch einen konvex geformten Kanal geblasen. Die Strömung bleibt dadurch an der Oberfläche kleben ("Coanda-Effekt"). Die Seitenwände geben die Richtung vor.

In Korea präsentierte Lotus erstmals die eigene Lösung. Im Gegensatz zu den anderen Teams, setzten die Ingenieure bei der Ausformung des Kanals nicht auf hitzeisoliertes Karbon sondern eine hitzebeständige Titan-Legierung. Zunächst war nur Kimi Räikkönen mit dem chromglänzenden Update unterwegs. Die positive Wirkung stellte sich allerdings sofort ein, weshalb in Korea auch das Auto von Romain Grosjean umgerüstet wurde.

Neuer Lotus-Auspuff kostet Leistung

Ganz zufrieden war Lotus-Technikchef James Allison aber nicht. "Die erste Version unseres Coanda-Auspuff war etwas leistungshungrig", erklärte der Brite. Damit die Gase gezielt auf die Flügelchen an den Bremsverkleidungen sowie auf dem Diffusordach ankommen und dort Abtrieb produzieren, müssen die Endrohre verkleinert werden.

"Wir erwarten, dass wir mit der Hilfe von Renault Sport ein Drittel des Verlustes in Abu Dhabi wieder zurückholen können. Später dann irgendwann ungefähr die Hälfte", so die Hoffnung von Allison. Vor allem eine neue Endrohr-Variante soll den Leistungsverlust in Grenzen halten. Auch speziell abgestimmtes Motormapping dürfte helfen. Sieben PS sollen die Sofortmaßnahmen bringen.

Alle Lotus-Updates im Video

Das aufwendig konstruierte DRD-System im Heck, mit dem der Abtrieb auf der Geraden reduziert werden soll, kommt dagegen in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz. Zu kompliziert war es, die Technik so abzustimmen, dass der Abtriebsverlust nicht an Streckenabschnitten auftritt, wo er nicht erwünscht war.

In der exklusiven Video-Animation zeigt auto motor und sport Technik-Experte Giorgio Piola noch einmal die wichtigsten Änderungen am Lotus E20 der letzten Rennen - vom DRD-System, über den neuen Auspuff bis zum Frontflügel.

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