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F1 Technik-News

Technik-Wettrüsten vor dem Saisonauftakt

Red Bull F1 Test 2011 Foto: xpb 31 Bilder

Der letzte Test vor dem Saisonstart in Melbourne brachte viele technische Neuentwicklungen. Wir haben noch einmal zusammengefasst, was die Teams im Einzelnen an den Autos geändert haben.

19.03.2011 Michael Schmidt

Es war das große Wettrüsten vor der Premiere. Alle Konstruktionsbüros hatten für den Abschlusstest in Barcelona technische Neuheiten im Gepäck. Manche schieben sogar noch bis Melbourne Modifikationen nach. Die meisten Updates werden wir wohl aber auch in Melbourne wiedersehen. auto motor und sport hat bei einem Rundgang durch die Boxengasse die Techniknews der einzelnen Teams notiert und in einer großen Fotoshow zusammengefasst.

Red Bull:

Äußerlich war dem Red Bull kaum etwas anzusehen. Trotzdem sagte Teamchef Christian Horner: "Es ist ein großes Paket. Wir haben praktisch jedes Detail noch einmal angefasst." Soll heißen: Das Weltmeister-Team hat eine exzellente Basis perfektioniert. Frontflügel, Heckflügel, Diffusor und Auspuffführung waren neu. Die Motorverkleidung ist noch kompakter. Beim Frontflügel ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Fahrer probierten eine zweiteilige und dreiteilige Version.

Der Auspuff zielt seine Gase nun noch näher an die Innenkanten der Hinterräder, der Ausschnitt im Boden wurde vergrößert. Da gilt die Regel: Je näher, umso effizienter. An Fotos des Diffusor lässt sich gut erkennen, wo die Auspuffgase hingeleitet werden. Die beiden äußeren Kanäle des siebenteiligen Diffusors sind nach ein paar Runden fast weiß, und das kommt nicht durch den Schutz der Pyrosic-Isolierung. Die Hitze verändert die Farbe.

Ferrari:

Die Ferrari-Ingenieure haben seit der Präsentation des Autos am 28. Januar an der letzten Ausbaustufe für den Saisonauftakt gearbeitet. Auffälligste Neuerung war der im Boden verlegte Auspuff, der in den Ausschnitt vor den Hinterrädern bläst. Zudem gab es einen neuen Heckflügel und modifizierte Frontflügel-Flaps. Die Motorverkleidung liegt nun etwas enger an. Der Zeitgewinn auf eine Runde fiel allerdings nicht so groß aus, wie es Ferrari erhofft hatte. Dafür verbesserten sich die roten Autos erneut bei den Dauerläufen. Kein Auto schont die Reifen so wie der F150.

McLaren:

Katzenjammer beim WM-Zweiten. Trotz Modifikationen an den Frontflügelendplatten und dem Auspuff sind beide Komponenten weiter die großen Sorgenkinder des MP4-26. Auffällig waren die neuen Heckflügel-Endplatten, die bis zum Boden reichen und unten gefächert sind, um die bodennahe Strömung zu kontrollieren. Der immer noch dreiteilige Diffusor wurde ebenfalls nachgebessert. Die vertikalen Streben sind neu platziert. Der Auslass der heißen Kühlluft am Ende der Motorabdeckung ist nun vertikal statt rund. Er schrumpfte deutlich in der Größe. Neben dem Cockpit tauchen nun zwei kleine Finnen auf. Auf die Spitzenzeiten der Konkurrenz kam man allerdings nicht. Trotzdem hofft Teamchef Martin Whitmarsh auf eine Überraschung beim Saisonauftakt: "Für Melbourne haben wir das Paket noch einmal nachgebessert."

Mercedes GP:

Totalumbau am Silberpfeil: Das spektakulärste Detail des Barcelona-Updates ist der neu platzierte Auspuff. Er mündet auf halber Höhe der Seitenkästen und unterstützt die Strömung auf dem Unterboden Richtung Heck. Die Bodenplatte wurde von allen vertikalen Strömungshilfen befreit. Da die Strömung nun völlig neuen Rahmenbedingungen folgt, mussten auch die Leitbleche vor den Seitenkästen, die Bremsbelüftungen und der Diffusor nachgebessert werden.

Die Motorabdeckung liegt in ihrer zweiten Version viel enger an und ist im Heck fast so schmal wie beim Red Bull. Die heiße Kühlluft entweicht über 14 Kiemen und ein kleines Loch am Ende der Airbox. Neben einem neuen Heckflügel wurde auch mit einem dreiteiligen Frontflügel experimentiert. Die schnellsten Runden erzielte Michael Schumacher jedoch mit dem zweiteiligen Vorgängermodell.

Renault:

Heckflügel und Unterboden waren neu. Im Vergleich zur mutigen Basisversion fiel das Facelift beim Abschlusstest eher undramatisch aus. Die radikalsten Details waren schon bei der Präsentation in Valencia zu bewundern.

Williams:

Der Williams FW33 präsentierte sich beim letzten Test als halbes neues Auto. Doch er ist immer noch nicht in der Version, in der ihn Technikchef Sam Michael gerne hätte. Dabei waren in Barcelona der Auspuff, die Motorabdeckung, die Seitenkästen, der Diffusor, die Bremsbelüftungen und der Frontflügel neu. Die Motorabdeckung im Heck ist jetzt nicht mehr nur flach, sondern auch noch schlank.

Beim Frontflügel und dem Auspuff wird weiter nachgebessert. Schon in Melbourne hat Williams einen weiteren neuen Frontflügel im Gepäck. Der Auspuff wurde zwar neu platziert, er mündet aber immer noch aus einer Spalte der Verkleidung in Höhe des Motors. Nur die Richtung, in die die Auspuffgase geblasen werden, hat sich geändert. Das Endrohr zielt nach außen statt nach innen. Ab dem GP Malaysia schlängelt sich der Auspuff des Cosworth V8 durch den Boden und tritt vor dem Ausschnitt der Hinterräder ins Freie. Williams legte bei den Dauerläufen deutlich zu. Der Fortschritt über eine Runde fiel geringer aus als erwartet.

Force India:

In Barcelona gab es noch große Probleme mit dem Heckflügel. Die erste Version überraschte die Fahrer mit Strömungsabriss an Stellen, wo der Flügel besser Abtrieb produzieren sollte. Auch Mercedes und Virgin meldeten dieses Problem. Das liegt daran, dass die Heckflügel wegen des verstellbaren Flaps näher am Limit gebaut sind. Man will ja bei flach gestelltem Flap möglichst viel Luftwiderstand abbauen. So passiert es, dass manche Flügel schon in Normalstellung dazu tendieren, die Strömung abreißen zu lassen. Ein neuer Heckflügel sollte am letzten Testtag Abhilfe schaffen.

Außerdem änderte Technikchef Andy Green das Auspuffsystem. Man kam von der Red Bull-Lösung ab, bei der die Gase seitlich unter den Diffsusor geblasen werden, und macht es jetzt so wie Sauber. Der Auspuff mündet innen und bläst in das Anlasser-Loch.

Toro Rosso:

Die Änderungen waren nur für Experten zu sehen. Pünktlich zum dritten Testtag kamen ein modifizierter Diffusor und Retuschen am Frontflügel. Wie Renault hatte Toro Rosso seine größten Tricks schon bei der Präsentation in Valencia ausgepackt.

Sauber:

Die Technikcrew von James Key hatte für den Barcelona-Test Übergepäck in den Transportern. Neu waren der dreiteilige Frontflügel, der Heckflügel, der Unterboden, die Motorabdeckung und natürlich die auffälligen Kamine am vorderen Ende der Seitenkästen, dem einzigen Platz, wo sie noch erlaubt sind. So kann bereits früh heiße Kühlluft abgelassen und kanalisiert werden. Dafür schrumpfte zur Freude der Aerodynamiker der Auslass im Heck. Für Melbourne gibt es weitere Neuerungen an der Verkleidung. Der nach außen verlegte Auspuff soll bis zum Europa-Debüt in Istanbul fertig sein.

Lotus:

Eine längere Nase, ein neuer Frontflügel, der das Vorjahresmodell ablöste, modifizierte Leitbleche und Änderungen am Unterboden haben laut Technikchef Mike Gascoyne eine halbe Sekunde Zeitgewinn gebracht. Bis zu den Europa-Rennen wird sich die Auspuff-Position ändern. "Da das im Zusammenspiel mit Renault stattfinden muss, ist das ein zeitaufwändiger Akt. Wir fahren zum ersten Mal mit einem angeblasenen Diffusor und haben deshalb eine konventionelle Variante gewählt, um die Lernphase abzukürzen", erzählt Gascoyne.

Virgin:

Wie bei Force India gab es Ärger mit Strömungsabriss am Heckflügel. Eine Neukonstruktion leistete am letzten Testtag Abhilfe. Alle Probleme konnte das kleine Update aber nicht lösen. Vor allem an Abtrieb fehlt es noch. Erst in der Türkei kommen wieder neue Teile für Timo Glock.

Hispania:

Den neuen HERT F111 gab es in Barcelona nur im Stand zu bewundern. Wegen Dämpfern, die im Zoll hängengeblieben waren, fiel das Streckendebüt aus. Welcher Zoll zwischen England, Deutschland und Spanien da ein Streich gespielt hat, war nicht zu erfahren. Böse Zungen behaupteten, das Auto hätte auch kein Getriebe gehabt.

Nach Aussage von Teamchef Colin Kolles sind 95 Prozent der Teile neu. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Front- und Heckflügel, die Seitenkästen und die Motorabdeckung modifiziert. Neu ist natürlich auch das Williams LG14-Getriebe aus dem Vorjahr. Die TV-Kameras sind als eine Art Zusatzflügel in die immer noch relativ tief getragene Nase eingelassen. Der Heckflügel mit seinen weit nach hinten reichenden Endplatten folgt der Renault-Philosophie. Designer Geoff Willis spricht allerdings noch von einem Basismodell, an dem noch viel Arbeit nötig ist.

In unserer großen Fotogalerie zeigen wir Ihnen die wichtigsten Technik-Updates auch noch einmal detailliert im Bild.

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