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Formel 1: Teambilanz nach drei Rennen

F1-Kräfteverhältnis: Wo stehen die Teams?

Red Bull Malaysia 2010 Foto: Red Bull 63 Bilder

Nach drei Rennen zeichnet sich langsam ein Bild ab, wie die Formel 1-Saison laufen könnte. Red Bull reist mit einem kleinen Vorsprung nach China. Ferrari, McLaren und Mercedes GP wollen die Lücke mit einem großen Entwicklungsschritt zum Europaauftakt in Spanien schließen.

06.04.2010 Michael Schmidt

Red Bull ist das Maß aller Dinge. Ein Auto, fast ohne Fehler. Schnell in allen Kurventypen. Das Top-Speed-Manko stört nicht, solange man vorne fährt. Es wird erst zum Problem, wenn man wie Mark Webber in Melbourne ins Feld zurückfällt. Für Bauchgrimmen sorgt nur die Zuverlässigkeit. "Die zweite Rennhälfte in Malaysia wollte gar nicht mehr aufhören", stöhnte Teamchef Christian Horner nach den schlechten Erfahrungen in Bahrain und Australien.

Beide Red Bull kamen ins Ziel. "Das Einzige, das kaputt den Geist aufgab, war der Motor vom Ventilator in der Garage", scherzte Horner anschließend erleichtert. Aber kugelsicher sind die Bullen immer noch nicht. Diesmal beschränkte sich der Alarm auf das Training. Sebastian Vettel klagte über Ärger mit den Bremsen und der Lenkung, bei Mark Webber ging ein Motor hoch.

Ferrari mit Motorenproblemen

Ferrari ist die Nummer zwei, auch wenn das Ergebnis von Malaysia dem widerspricht. Doch Ferrari strafte sich für die strategische Panne im Training mit schlechten Startplätzen selbst. Die Rundenzeiten auf freier Strecke, vor allem von Fernando Alonso in einem waidwunden Auto, zeigen, dass den Roten die Kronprinzenrolle hinter Red Bull gehört. Der F10 ist unter allen Bedingungen gut ausbalanciert, und er geht mit den Reifen noch schonender um als die Red Bull. Die Achillesferse ist der Motor. Alonso ist bereits jetzt im Minus.

McLaren ist langsam im Kommen. Der Joker des Teams ist der unglaubliche Top-Speed, der zumindest zum Teil das Resultat eines technischen Coups ist, den jetzt alle kopieren müssen. Die Fahrer können auf der Geraden die Strömung am Heckflügel abreißen lassen und so mindestens fünf km/h gewinnen. Auch in schnellen Kurven sind die chromfarbenen Autos bei der Musik. Man könnte sogar sagen auf Red Bull- und Ferrari-Niveau.

Die Defizite liegen in langsamen Kurven und auf Bodenwellen. Die Aerodynamik des MP4-25 funktioniert nur in einem kleinen Fenster. Deshalb ist man im Training gehandikapt, weil man mit Hinblick auf die Rennabstimmung mit viel Sprit aus dem Bodenfreiheitsfenster fällt, in dem das Auto gut funktioniert.

Mercedes: Barcelona-Update muss sitzen

Mercedes GP betreibt in den ersten vier Rennen Schadensbegrenzung. Aerodynamische Balance und Gewichtsverteilung sind nicht im Einklang. Es muss mehr Gewicht ins Heck. Sonst passiert das, was in den ersten drei Rennen die Silberpfeile vor allem im Rennen bremste. Die Hinterreifen leiden und bauen nach spätestens zehn Runden ab. "Rosbergs dritter Platz in Malaysia war unser persönlicher Sieg", ordnet Mercedes-Rennleiter Norbert Haug den ersten Podestplatz für das Team richtig ein.

Das Problem mit der Gewichtsverteilung ist nur durch einen massiven Umbau des Autos zu lösen. Der Schuss, der in Barcelona abgefeuert wird, muss sitzen. Der GP Spanien ist bereits das fünfte Rennen, und die Konkurrenz schläft auch nicht. Immerhin stimmt bereits der Rest: "Bei der Strategie haben wir bis jetzt alles richtig gemacht, und unsere Boxenstopps waren in Malaysia wie in Australien die schnellsten."

Renault und Force India regelmäßig für Punkte gut

Renault kann aus dem großen Mittelfeld am ehesten in die Top-Liga vorstoßen. Das Auto ist wendig, gutmütig über Bodenwellen und Randsteine, schnell auf der Geraden und fast schon traditionell der beste Sprinter beim Start. "Uns fehlt nur Abtrieb", urteilt Robert Kubica, der mit den Plätzen zwei und vier bei den letzten beiden Rennen mitten im Feld der WM-Aspiranten mitschwimmt. Die Charakteristik des Autos macht Kubica bei einem Rennen zum Geheimtipp. Der Pole wird in Monte Carlo für Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes GP zur echten Gefahr.

Force India hat sich ebenfalls zu einem sicheren Punktesammler entwickelt. Das Auto ist jetzt auf allen Streckentypen konkurrenzfähig. Toro Rosso befindet sich im Aufwind, muss hin und wieder aber noch für die Unerfahrenheit seiner jungen Piloten bezahlen. Williams etabliert sich als graue Maus. Nicht gut, nicht schlecht, der klassische Punkteabstauber.

Sauber unzuverlässig und zu langsam

Die Enttäuschung der ersten drei Rennen ist Sauber. Die Autos aus Hinwil können nicht die Vorschusslorbeeren der Testfahrten erfüllen. Das aerodynamische Fenster ist viel zu klein, und dazu kommen auch noch unerwartete Probleme mit der Standfestigkeit. Bis jetzt sah erst ein Sauber das Ziel.

Im Armenhaus der Formel 1 kristallisiert sich Virgin Racing so langsam als das schnellste Auto heraus. Seit die rot-schwarzen Renner leidlich standfest sind, können die Fahrer ans Feintuning gehen. Der Abstand zur Spitze fiel in Malaysia unter vier Sekunden. Das für Barcelona angekündigte Aerodynamikpaket könnte unter dem Umbau des Chassis zur Vergrößerung der Tankkapazität leiden. "Da müssen wir vielleicht ein paar Kompromisse in Kauf nehmen, die den geplanten Fortschritt etwas verwässern", sagt Technikchef Nick Wirth.

Lotus und HRT müssen schneller werden

Lotus wird mit Zuverlässigkeit allein nicht lange überleben können. Die Virgin-Boliden sind klar schneller. Lotus-Konstrukteur Mike Gascoyne verspricht in Barcelona mindestens eine Sekunde Zeitgewinn. Für HRT F1 ist Ankommen bereits ein Erfolg. Berater Geoff Willis mahnte in Malaysia konstruktive Defizite des Dallara-Pakets an. Da stellt sich die Frage: Hat der spanisch-deutsche Rennstall das Geld, die Mängel abzustellen?

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