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F1-Test Kilometer-Statistik

Mercedes greift nach Distanzrekord

Fernando Alonso - McLaren - Highlights - Barcelona Test 2 - 2016 Foto: xpb 38 Bilder

Mercedes drehte Runde um Runde und ließ andere Bestzeiten fahren. Doch warum? Ist man sich im Lager der Silberpfeile so sicher, dass der Speed stimmt? Wir erklären, warum die Ingenieure lieber Daten als schnelle Runden sammelten.

08.03.2016 Michael Schmidt

Testfahrten sind heute eine ziemlich dröge Angelegenheit. Nichts geht kaputt, kaum einer fliegt ins Kiesbett. Sie fahren und fahren. Früher wurde extra vermeldet, wenn einer die 100 Runden-Marke überschritten hat. Heute muss erklärt werden, warum man sie nicht geschafft hat. An den acht Testtagen von Barcelona haben 41 Fahrer die 100er Schallmauer durchbrochen. Das sind immerhin 465 Kilometer. Also eineinhalb Renndistanzen.

Nico Rosberg schaffte am zweiten Testtag mit 172 Runden oder 801 Kilometern den Tagesrekord. Mercedes fuhr mit großem Abstand die meisten Runden. Insgesamt standen am Ende 6.024 Kilometer auf der Uhr. Damit hat der Titelverteidiger fast das gesteckte Ziel erreicht, in 8 Tagen das gleiche Pensum abzuspielen wie 2015 an 12. Vor einem Jahr schafften die Silberfeile trotz 4 Tagen mehr 6.118 Kilometer.

Toro Rosso ist die Nummer zwei

Alle anderen Teams sahen in Bezug auf die Distanz im Vergleich zum Weltmeister nur zweitklassig aus. Toro Rosso war mit 4.883 Kilometern die klare Nummer 2. Sonst schaffte keiner die 4.000 Kilometer-Marke. Ab Platz 3 folgten Williams (3.985), Ferrari (3.975), Red Bull (3.803), Force India (3.626), Renault (3.612), McLaren (3.305), Manor (2.253), HaasF1 (2.207) und Sauber (1.889). Wobei wir bei Sauber nur die Kilometer mit dem neuen Auto gezählt haben.

Interessanterweise haben die 3 Teams, bei denen die Motorenfrage erst spät gelöst wurde, nichts von dem späten Entwicklungs- und Produktionsbeginn spüren lassen. Renault beklagte einen Turboschaden und ein Getriebeproblem. Red Bull hatte Ärger mit den Bremsen. Und Toro Rosso stellte ohne einen großen Defekt einen internen Kilometer-Rekord für die Wintertestfahrten auf. "Dabei saßen wir mit den Ferrari-Ingenieuren zum ersten Mal im Dezember zusammen", erklärte Technikchef James Key.

Mercedes hat alle Entwicklungsziele erreicht

Nach Durchsicht der Testkilometer stellt sich die Frage, warum Mercedes so viele Kilometer mehr abgespult hat als die Konkurrenz. Und warum hat man hauptsächlich Medium-Reifen bestellt und keine von der weichsten Kategorie? Lewis Hamilton und Nico Rosberg brauchen sicher keine Fahrstunden. Sie haben Erfahrung genug. Es gibt nur eine Erklärung. Mercedes ist sich sicher, dass der Speed stimmt. Chefdesigner Aldo Costa sagt: "Wir haben alle unsere Entwicklungsziele erreicht." Das klingt wie eine Drohung.

Die Mercedes-Ingenieure warnen aber auch, dass Ferrari deutlich aufgeholt hat, dass Kimi Räikkönens Bestzeit auf dem Medium-Reifen und vor allem sein Longrun am vorletzten Testtag Werte sind, die man nicht so einfach aus der Hand schüttelt.

Es war Mercedes klar, dass Ferrari irgendwann aufholen wird. Und vielleicht auch Red Bull, wenn ab dem GP Kanada mehr Leistung kommt. Also mussten sich die Titelverteidiger in zwei Disziplinen absichern, die man nur durch hohe Laufleistung erzielt.

Zuverlässigkeit und Reifenmanagement. 2015 beklagte Mercedes drei Defekte. Nach Meinung von Technikchef Paddy Lowe drei zu viel. Die Pirelli-Reifen haben in diesem Jahr eine andere Struktur. Eine harte Lauffläche unter der Lauffläche. Man wollte herausfinden, wie sich das auf den Verschleiß und Gripabbau auswirkt. Deshalb die vielen Kilometer.

TeamKilometer
Mercedes6.024 km
Toro Rosso4.883 km
Williams3.985 km
Ferrari3.975 km
Red Bull3.803 km
Force India3.626 km
Renault3.612 km
McLaren3.305 km
Manor2.253 km
Haas F12.207 km
Sauber*1.889 km
*neues Auto
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