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Michael Schmidt: Exklusiv aus dem Fahrerlager

Der ganz normale Formel 1-Testwahnsinn

Feranando Alonso Foto: Ferrari 34 Bilder

In Barcelona geht der Testwinter in die entscheidende Phase. Obwohl die Saison noch drei Wochen entfernt ist, herrscht Hektik bei den Teams. In der Mittagspause hat sich Formel 1-Experte Michael Schmidt das Treiben im Fahrerlager mal genauer angeschaut.

26.02.2010 Michael Schmidt

Das Fahrerlager von Barcelona platzt aus allen Nähten. Es sind mehr Fahrzeuge und mehr Leute im Heiligtum der Formel 1 als bei einem Grand Prix. Das Formel 1-Volk mischt sich mit Sponsorgästen und zahlendem Publikum. Die größte Traube schart sich um das Ferrari-Motorhome. Alle warten, bis Fernando Alonso auftaucht. Der Superstar zeigt sich seinen Fans für geschätzte 20 Sekunden. Er hetzt vom Technikbesprechungsraum ins Motorhome, wo Ferrari zum Mittag auftischt. Immerhin, für ein schnelles Foto mit einem vorwitzigen Fan, der es in seine Nähe schafft, bleibt der neue Ferrari-Star stehen.

Michael Schumacher bleibt unsichtbar

Auch rund um das Mercedes-Areal warten die Kiebitze. Michael Schumacher suchen und fotografieren heißt der Sport. Als Nico Rosberg, der heute testfrei hat, für ein paar Fotos posiert, verlässt die Fangemeinde kurz ihren Beobachtungsposten. Sie haben Pech. Schumacher bleibt weitgehend unsichtbar. Der Rekordweltmeister pendelt zwischen Technik-Truck und seinem eigenen Motorhome. Beide stehen in einem abgeschirmten Bereich.

Apropos Wohnmobil. Man könnte eine Messe vermuten, soviele fahrbare Wohnungen stehen mittlerweile im Fahrerlager. Kaum noch ein Fahrer geht ins Hotel. Sebastian Vettel hat im Vergleich zu den Mercedes-Piloten ein bescheidenes rollendes Zuhause. Zwölf Meter lang, aber unabhängig von einem Stromanschluss. Vater Norbert hat den Camper selbst von Heppenheim in 14 Stunden nach Spanien kutschiert. Rosberg und Schumacher lassen fahren. Vettels weißes Gefährt ist während der vier Testtage in Barcelona Basislager für Vater, Sohn und einen Kumpel. Von Hotels hat der Vettel-Clan seit Jerez die Nase voll. Trotz Fünfsterne-Hotel hauste man in Jerez mit ein paar Kakerlaken im Zimmer.

Die Mittagspause dauert nur eine Stunde. Nico Hülkenberg hockt mit seinem Trainer und dem Rest der Mannschaft im Williams-Zelt. Dann trifft Technikguru Patrick Head ein und plötzlich kommt Unruhe in die Mannschaft: Head ist gefürchtet im Team. "Immer wenn es schlechte Nachrichten gibt", grinst Testchef Dickie Stanford, "schaue ich, dass jemand anderes Patrick anruft." Head setzt sich zu zwei Ingenieuren, die ihrem Chef mit roten Köpfen das Tagesprogramm rapportieren.

Coulthard analysiert die neue F1-Generation

David Coulthard pendelt zwischen Mercedes und Red Bull hin und her. "Eigentlich habe ich drei Hüte auf", lacht der Schotte. "Ich bin Berater von Red Bull, Botschafter von Mercedes und TV-Kommentator für die BBC." Coulthard kommt gerade von der Rennstrecke zurück, wo er sich mit Mercedes-Rennleiter Norbert Haug die Autos angeschaut hat.

Coulthard macht in der zweiten, dritten, zehnten Kurve und der Schikane Halt. Sein Eindruck: "Red Bull, Mercedes und Ferrari sehen stabil aus. Der McLaren scheint mir noch ein paar Probleme mit der Traktion zu haben. Der Sauber ist auf der Vorderachse nervös, aber schnell. Der Renault wirkt träge, hat wahrscheinlich aber jede Menge Sprit an Bord. Aus dem Toro Rosso werde ich nicht schlau. Alguersuari fährt ganz komische Linien. Der Williams hat immer noch zu viel Untersteuern."

Teams verschenken keine Sekunde

Sebastien Buemi kommt gerade an. Er wird am Samstag den Job von Alguersuari übernehmen. Hülkenberg hat es am Abend eilig. Um sieben Uhr geht sein Flugzeug. Deshalb muss er auf die Frage passen, wie er mit Rubens Barrichello zusammenarbeitet. "Wir sehen uns kaum. Wenn er kommt, bin ich schon wieder weg." Freie Tage an der Strecke sind für Rennfahrer nervtötend. Da fliegen sie lieber nach Hause, trainieren oder drehen Runden im Simulator. Hülkenbergs Programm bis Bahrain hört sich wenig spannend an: PR-Termine, Fitness, Simulator. Punkt 14 Uhr ist es vorbei mit der Ruhe auf dem Circuit de Catalunya. Die Teams verschenken bei nur 15 Testtagen nicht eine Sekunde.

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