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F1-Testauftakt

Finanzkrise hinterlässt Spuren

Timo Glock Foto: Toyota

Die Angst um die Zukunft fährt mit bei den ersten Tests der neuen Formel-1-Saison. Die deutlich spürbare Wirtschaftskrise drückt mächtig auf die Stimmung bei den Probefahrten an der Algarve.

21.01.2009

"Es geht ums Überleben", räumte Renault-Teamchef Flavio Briatore am Streckenrand in Portimao unumwunden ein. Abseits der Piste im Süden Portugals werden dieser Tage kaum Scherze gemacht. Geschuldet ist dies nicht nur dem miserablen Wetter nebst Hagelschauern. Der Hauptgrund für die langen Gesichter ist die Sorge um die Königsklasse, die sich in die Boxen und Cockpits geschlichen hat.

"Wir hatten in der Formel 1 nie einen kritischen Moment wie diesen", warnte der als Lebemann bekannte Briatore mit ernster Miene. Der Druck auf Piloten, Ingenieuren und Sponsoren ist seit dem plötzlichen Ausstieg des japanischen Autogiganten Honda und dem Kampf um dringend notwendige Einsparungen immens gestiegen.

BMW Sauber F1.09 - Präsentation 1:42 Min.

Sorgen um die Jobs

John Howett, Teamchef des Toyota-Teams um den Deutschen Timo Glock, macht keinen Hehl daraus. "Wir brauchen eine starke Saison, um eine Zukunft zu haben. Ich weiß nicht, ob wir unbedingt siegen müssen, um unseren Verbleib zu sichern, aber wir fühlen schon, dass wir Rennen gewinnen müssen", sagte Howett, der von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone einen höheren Anteil der Vermarktungseinnahmen fordert.

Die Angst vor dem Aus ist überall im PS-Zirkus zu spüren. "Wir machen uns um unsere Jobs schon große Sorgen", sagt hinter vorgehaltener Hand eine Marketingmitarbeiterin eines der fünf Teams, die in Portugal testen. Ein Mechaniker meinte, man schaue sich inzwischen nach anderen Arbeitsstellen um.

Bescheidenere Maßstäbe

Der Wersauer Timo Glock hingegen beteuert, die Stimmung in seinem Team sei normal. "Natürlich ist das eine schwierige Situation", sagte der 26-Jährige. Aber alle seien motiviert, das Team weiter nach vorn zu bringen, und freuten sich auf die Ende März in Melbourne beginnende Weltmeisterschaft.

Unterdessen machen sich die Sparmaßnahmen nicht nur an der Regelreform bemerkbar. Die Formel 1 hat die Trainingsfahrten für die neue Saison in bescheidenerem Gewand gestartet. Die neuen Boliden werden schnörkellos präsentiert oder gar nur im Internet vorgestellt. Die VIP-Zelte der Teams bieten weniger Komfort. Bis zu 30 Prozent der Kosten und damit rund eine Milliarde Euro wollen die Rennställe in diesem Jahr einsparen.

Kontinuität ist gefragt

Im Kampf gegen die Krise sind neue Ideen gefragt. Doch der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso ist überzeugt, dass die Formel 1 eher "mehr Kontinuität" braucht. "Der Zuschauer daheim will nicht 15 Veränderungen pro Saison sehen, das verärgert und vertreibt ihn", befand der Spanier, der in Portugal ebenso wie Weltmeister Lewis Hamilton von McLaren-Mercedes erst am Mittwoch und Donnerstag seine ersten Runden drehen sollte. Im Fußball werde ja auch die Abseitsregel nicht alle Jahre geändert.

Der Rückzug von Honda sei traurig gewesen, meinte Alonso, "aber vielleicht trägt das dazu bei, dass andere Teams gerettet werden". Sein Chef Briatore meint, Honda habe in den vergangenen Jahren Fehler gemacht. Der Rennstall enttäuschte in der Vorsaison trotz eines Top-Budgets. Briatores Erkenntnis: "Es ist genau so, als wenn man T-Shirts verkauft. Ohne Gewinne kein Business, ohne Show kein Business".

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