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F1-Transfermarkt blockiert

Alle warten auf McLaren und Lotus

Adrian Sutil & Nico Hülkenberg - Sauber - GP Korea 2013 Foto: Wilhelm

Die beiden großen Transfers sind über die Bühne. Kimi Räikkönen fährt 2014 für Ferrari. Daniel Ricciardo wird neuer Teamkollege von Sebastian Vettel. Nico Hülkenberg, Felipe Massa und Co. befinden sich in der Warteschleife. Wir sagen, wie es weitergeht.

08.10.2013 Michael Schmidt

Einen Monat lang war der Transfermarkt blockiert. Zuerst hat alles auf Red Bull gewartet, dann auf Ferrari. Nach der Verpflichtung von Daniel Ricciardo durch Red Bull und Ferraris Entscheidung für Kimi Räikkönen glaubte man, dass die restlichen offenen Cockpits schnell vergeben würden. Tatsächlich ist seit dem Transfer von Räikkönen nichts mehr passiert. Sehen wir einmal von Marussias Vertragsverlängerung für Jules Bianchi ab.

Nico Hülkenberg, Felipe Massa, Adrian Sutil, Paul di Resta, Pastor Maldonado, Esteban Gutierrez, Sergio Perez, Charles Pic, Giedo van der Garde und Max Chilton wissen immer noch nicht, wo sie 2014 fahren. Oder ob sie überhaupt noch Formel 1-Fahrer sind. Dazu tauchen plötzlich Namen wie Heikki Kovalainen und Rubens Barrichello auf. Auf dem Verschiebebahnhof ist Ruhe eingekehrt, weil sich McLaren und Lotus mit ihrer Fahrerwahl Zeit lassen. Wir nehmen die einzelnen Teams unter die Lupe.

McLaren: Was passiert mit Perez?

Offiziell hat McLaren noch keinen Fahrer für 2014. Der Rennstall aus Woking hält Optionen auf seine beiden Fahrer. Intern hört man, dass sich McLaren mit Jenson Button auf eine fünfte Saison geeinigt hat. Es ging offenbar darum, ob der Weltmeister von 2009 noch ein oder zwei Jahre bleibt.

Sergio Perez steht auf dem Prüfstand. Eine Entscheidung soll nach dem GP Japan fallen. Der Mexikaner hat sich nicht so entwickelt wie erhofft. Je länger die Saison dauert, umso größer wird sein Punkterückstand auf Button. Der Engländer hat bereits mehr als doppelt so viele Zähler gesammelt.

Wenn McLaren auf Perez verzichtet, dann bekäme das Transferkarussell neuen Schwung. Alle Fahrer sind sich einig, dass der zweitälteste Rennstall der Formel 1 die attraktivste Adresse wäre. Selbst nach einem Pleitejahr wie diesem. McLaren fährt 2014 noch mit Mercedes-Motoren. 2015 kommt Honda. Da steckt technische und wirtschaftliche Power dahinter.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh träumt immer noch von Fernando Alonso. Er kann sich nicht vortstellen, dass die Ehe Alonso und Räikkönen bei Ferrari lange hält. Wenn er ab 2015 mit dem Spanier spekuliert, braucht er einen Fahrer, der ihm die Lücke füllt. Massa wäre ein Kandidat. Auch Hülkenberg, trotz der Meldungen, der Sauber-Pilot sei zu groß und zu schwer. Hülkenberg ist nicht viel größer und schwerer als Button.

Whitmarsh relativiert: "Ich habe nur gesagt, dass sich nächstes Jahr Fahrer schwer tun werden, die 80 Kilogramm oder mehr wiegen. Andere haben diese Aussage auf Hülkenberg bezogen." Das Mindestgewicht der 2014er Autos ist außerdem noch nicht in Stein gemeißelt. Verschiedene Teams hätten lieber 700 statt 690 Kilogramm. Für eine Anpassung braucht es aber Einstimmigkeit.

Lotus: Warten auf Geld von Infinity

Bei Lotus ist nach dem Abgang von Räikkönen erst einmal Ruhe eingekehrt. Das Team will seine wirtschaftliche Situation in Ordnung bringen, bevor es sich auf den Teamkollegen von Romain Grosjean festlegt. Lotus-Besitzer Gerard Lopez wartet auf die Auszahlung seines Miteigentümers in spe. Eine arabische Investorengruppe namens Infinity Racing hat ihm für eine 35-prozentige Beteiligung ein Investment über fünf Jahre versprochen. Das Geld liegt auf der Bank, kann aber nicht eingezogen werden, weil die Herkunft des Geldes noch geprüft werden muss.

Offen ist auch nicht, ob Lotus bei Renault Werksstatus erhält. Drei Fahrer bewerben sich für Räikkönens Platz. Nico Hülkenberg steht in der Pole Position. Nach der Galavorstellung in Korea führt eigentlich kein Weg an dem Deutschen vorbei. Felipe Massa hat nach Aussage seines Managements eine 30 Prozent-Chance. Als Dritter bewirbt sich Pastor Maldonado mit seiner Mitgift von 35 Millionen Euro aus dem venezolanischen Ölkartell. Der Sieger des letztjährigen GP Spanien hat aber noch einen Vertrag bei Williams bis 2015.

Force India: Werden beide Fahrer ausgetauscht?

Force India spricht mit Nico Hülkenberg. Wenn finanzielle Sicherheiten geleistet werden können, wäre der Deal perfekt. Auch Felipe Massa hat sich gemeldet. Der Brasilianer soll dank einer nationalen Rettungsaktion bis zu sechs Millionen Dollar Mitgift im Gepäck haben.

Der zweite Sitz könnte an den Dänen Kevin Magnussen gehen. McLaren will seinen Juniorpiloten unbedingt in der Formel 1 installieren. Offenbar hat McLaren noch offenstehende Forderungen bei Force India. Woking liefert Getriebe und Hydraulik an das Team aus Silverstone. Für Paul di Resta wird es eng. Adrian Sutil steht trotz eines Punktedefizits auf di Resta besser da, weil er seinen Teamkollegen in der zweiten Saisonhälfte klar im Griff hatte.

Sauber: Wer fährt neben Sirotkin?

Eigentlich gilt Sergey Sirotkin als gesetzt. Der 18-Jährige aus Moskau ist Teil des Deals mit den neuen russischen Partnern. Trotzdem ist es noch nicht in Stein gemeißelt, ob der Neunte der Renault-Weltserie dann auch tatsächlich in Melbourne am Start steht. Sauber behält sich das Recht vor, Sirotkin auf die Ersatzbank zu schieben, sollte er bei den Wintertestfahrten zeigen, dass die Formel 1 noch zu früh kommt.

Neben Sirotkin ist ein Fahrer mit Erfahrung Pflicht. Für das zweite Cockpit kommen viele in Frage. Massa, Sutil, di Resta. Und was ist mit Perez, sollte der bei McLaren seinen Platz verlieren? Auch Rubens Barrichello hat sich in Hinwil gemeldet. Der Brasilianer glaubt, eine zweistellige Millionensumme auftreiben zu können. Die in Verbindung mit der Erfahrung von 323 GP-Starts wäre für alle Teams in der zweiten Hälfte der Tabelle interessant. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn erteilte dem Brasilianer zunächst einmal eine Absage: "Ich kann es eindeutig ausschließen, dass er für uns fährt."

Toro Rosso: Da Costa mit den besten Chance

Wenn es nach Red Bull-Berater Helmut Marko geht, dann wird Felix da Costa das Rennen um den freien Platz neben Jean-Eric Vergne machen. "Er ist aus unserem Kader der Fahrer mit der meisten Erfahrung. Für Daniil Kvyat und Carlos Sainz junior käme die Formel 1 ein Jahr zu früh." Normalerweise ist das Wort des Doktors Gesetz. Auch wenn es innerhalb von Toro Rosso Strömungen gibt, die lieber einen Fahrer wie Hülkenberg verpflichten würden.

Williams: Kommt Massa mit Petrobras-Millionen?

Valtteri Bottas kann ruhig schlafen. Der Finne fährt 2014 seine zweite Saison bei Williams. Pastor Maldonado geht fremd. Der Venezolaner hat bei Lotus angeklopft. Doch wenn Williams nicht will, muss Maldonado bleiben. Der Vertrag bis 2015 ist wasserdicht. Auch das Abkommen mit PDVSA. Die Venezolaner stecken pro Jahr 35 Millionen Euro in das Team. Das ist die Lebensader für Williams. Deshalb lässt man Maldonado nie freiwillig gehen. Außer es gibt eine bekömmliche Abfindung. Die Brasilianer spekulieren, dass dann Massa mit Petrobras-Geld zu Williams kommen könnte.

Caterham: Kovalainen mit Chancen

Caterham hat gemerkt, dass man mit Bezahlfahrern nicht weiterkommt. Obwohl Caterham das schnellere Auto als Marussia hat, liegt das Team in der Konstrukteurs-Wertung hinter dem direkten Gegner im Kampf um Platz 10. Außerdem interessiert sich keiner für ein Team ohne Namen. Deshalb hat Heikki Kovalainen eine gute Chance auf eine Rückkehr.

Marussia: Bianchi fix, Platz zwei ist offen

Marussia hat Jules Bianchi bestätigt. Auch der zweite Fahrer muss eigentlich Geld mitbringen. Deshalb hat Max Chilton gute Chancen. Aber auch Kevin Magnussen, sollte der Däne nicht bei Force India unterkommen. Auch Marussia ist Kunde bei McLaren. Ein Preisnachlass wäre wie eine Mitgift.

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