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F1-Transfer-Krimi

So kam Rosberg zu Brawn GP

Nico Rosberg Foto: Williams 143 Bilder

Nico Rosberg wird im kommenden Jahr für Brawn GP fahren, Rubens Barrichello für Williams. Doch der Weg dorthin war ein echter Krimi, wie auto motor und sport in seiner jüngsten Ausgabe enthüllt.

22.10.2009 Michael Schmidt

Angefangen hat alles damit, dass Fernando Alonso zu Ferrari wollte. Und Ferrari für ihn auf Druck von Sponsor Santander schon 2010 einen Platz finden musste.

Und so sah der Plan aus: Ferrari verbündete sich mit Williams. Sollte Ferrari Räikkönen ohne juristische Probleme ausklinken können, fährt der Finne für Williams. Falls nicht, wäre Fernando Alonso dort bis 2011 geparkt worden. Nach dem Rücktritt von BMW hatte man Angst, dass als nächstes Alonsos Team Renault die Reißleine ziehen würde, und so entstand die Frage: Wohin mit dem Spanier, wenn bei Ferrari für 2010 kein Platz ist? Dann kam der Unfall von Felipe Massa in Budapest, und der brachte neuen Schwung in den Transfermarkt.
 
Barrichello als sichere Lösung
 
Williams bekam plötzlich kalte Füße. Man fragte sich in Grove: Was passiert, wenn Massa ganz ausfällt oder Ferrari ihn aus Zweifeln an seiner Wettbewerbsfähigkeit um ein Jahr vertrösten und stattdessen Räikkönen und Alonso zusammenspannen würde? Die Antwort war klar: Dann wäre Williams mit leeren Händen dagestanden. Deshalb griff sich Teamchef Frank Williams Rubens Barrichello. Als ideale Ergänzung zu Neuling Nico Hülkenberg. Der erfahrene Brasilianer ist der einzige im Feld, dem Rennen ohne Tankstopps nicht fremd sind. Was 2010 Pflicht wird, war zuletzt in Barrichellos Debütsaison (1993) im Programm.
 
Nico Rosberg wollte oder konnte sich Mitte August noch nicht festlegen, ob er weiter im Team bleiben wolle. Zu dem Zeitpunkt nahm die geplante Partnerschaft zwischen Mercedes und Brawn GP erst langsam Formen an. Und Rosberg sollte Teil dieses Projekts sein. Williams musste Rosberg kündigen, um Platz zu schaffen für Barrichello.
 
Alles hängt an Button
 
Die Bekanntgabe der Fahrer lässt allerdings noch auf sich warten. Jenson Button pokert bei Brawn GP um seine künftige Gage. Es geht um eine Differenz von vier Millionen Dollar. Der Titel bringt Button in eine bessere Verhandlungsposition. "Ich weiß noch nicht, wo ich fahre", drohte er seinem Team, um zwei Tage später zu relativieren: "Brawn GP wird auch im nächsten Jahr um den Titel mitfahren. Das ist meine Heimat. Ich bin mir sicher, dass wir zu einer Lösung kommen." Stellt sich Button stur, könnte es jedoch noch einmal zum großen Stühlerücken kommen. Barrichello soll in seinem Williams-Vertrag die Option haben, dass er bei Brawn GP bleiben kann, wenn man sich mit Button nicht einig wird. Und Kimi Räikkönen ist auch noch auf dem Markt.
 
Was macht Räikkönen?
 
Auch der Wechsel von Kimi Räikkönen zu McLaren ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das Management des Finnen fordert bei den Silberpfeilen mehr als die von Ferrari bezahlte Abfindung. Um die Differenz wird nun gestritten. McLarens Schmerzgrenze liegt bei einer Zuzahlung von fünf Millionen Dollar. Sollte der Weltmeister von 2007 bei der Gehaltsfrage hart bleiben, stünde das halbe Fahrerlager um den dann vakanten Platz bei McLaren an. Von Nick Heidfeld bis Adrian Sutil. Fakt ist jedoch: Räikkönen fühlt sich zu jung fürs Nichtstun. Er will noch zwei Jahre in der Formel 1 dranhängen. Geld ist ihm relativ egal. Sein Management denkt da anders. Sportlich gleichwertige Alternativen für Räikkönen gibt es kaum. Die Brawn GP-Variante ist zu vage. Red Bull ist dicht. Die können ihm höchstens einen Rallyeeinsatz finanzieren. Toyota wird sich vor dem 15. November auf keinen Fahrer festlegen, aber das ist so ziemlich der letzte Platz, an dem man sich den Finnen vorstellen kann. Räikkönen hat von Werksteams mit all ihren Zwängen die Nase voll. Wenn alle Stricke reißen könnte er dort landen, wo er angefangen hat. Bei Sauber. Wenn das Team einen Platz bekommt.
 
Kubica erleichtert
 
Robert Kubica ist einer der wenigen Fahrer mit einem festen Vertrag. Der Pole hat bei Renault unterschrieben. Für ein Jahr plus Option, die allerdings beim Team liegt. Nur wenn Renault im nächsten Jahr eine ähnlich enttäuschende Saison hinlegt wie 2009 wäre Kubica wieder frei. Damit fällt die Theorie, dass der Zweite des GP Brasilien für 2011 bereits bei Ferrari unterschrieben hat, in sich zusammen. Ferrari schließt kein Abkommen mit einem Fahrer, der heute nicht sagen kann, ob er 211 aus seinem Vertrag kommt. Heißester Anwärter auf das zweite Renault-Cockpit ist weiter Timo Glock.  

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