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Formel 1-Transfermarkt

Renault entscheidet über Fahrermarkt

Nico Hülkenberg - GP Ungarn 2015 Foto: xpb 59 Bilder

Alle denken, dass die Vertragsverlängerung von Kimi Räikkönen bei Ferrari der Schlüssel zum Transfermarkt war. Falsch. Die Fahrerbörse wird ins Rutschen geraten, wenn Renault sich festlegt, ob es ein Werksteam gibt oder nicht.

19.08.2015 Michael Schmidt

Nico Hülkenberg muss die Frage jedes Wochenende beantworten: "Wo fahren Sie nächstes Jahr?" Standardantwort des Le Mans-Siegers: "Erst wenn klar ist, ob Räikkönen bei Ferrari weitermacht, werden die anderen Puzzlesteine ins Rutschen kommen."

Jetzt ist es klar. Räikkönen bleibt noch ein Jahr. Doch es ist ein Trugschluss, dass damit alle anderen Fahrer nun ihre Positionen für 2016 einnehmen können. Der Stein kommt ins Rollen, wenn Renault über seine Zukunft entscheidet. Gibt es ein Werksteam mit Lotus oder nicht? Von der Antwort hängt auch das Schicksal vieler Fahrer ab.

Offiziell hat Renault die Bekanntgabe seiner Pläne auf September vertagt. Doch intern könnten die Würfel bereits in der Woche nach dem GP Belgien fallen. Dann wird Renault sein Angebot an Lotus nachbessern. Wenn es eine zweite Offerte überhaupt gibt. Was aber wahrscheinlich ist. Doch noch sind viele Fragen ungeklärt. Wie groß kauft sich Renault ein? Wann beginnt das Projekt?

Ein Start schon ab 2016 ist genauso denkbar wie erst 2017. Bei der zweiten Variante könnte sich Renault im kommenden Jahr zusammen mit Red Bull und Toro Rosso auf die Verbesserung des Motors konzentrieren. Und Lotus könnte seinen Vertrag mit Mercedes abdienen. Außerdem steht Infiniti dem Renault-Nationalrennstall als Sponsor sowieso erst 2017 zur Verfügung.

Doch was hat das mit den Fahrern zu tun? Sehr viel. Denn mit dem Schicksal von Renault ist auch die Zukunft von Romain Grosjean und Pastor Maldonado verknüpft. Und damit der ganze Rest.

Plan A: Maldonado zu Force India?

Nehmen wir Plan A: Renault übernimmt Lotus. Und das bereits ab 2016. Dann würde der französische Öl-Konzern Total als einer der Hauptsponsoren auf das Auto kommen. Total-Schützling Grosjean bliebe im Team. Ein großer Total-Schriftzug geht aber nicht zusammen mit dem venezolanischen Öl-Kartell PDVSA.

Pastor Maldonado müsste mit seinen Öl-Millionen woanders hinziehen. Die Szene hat auch schon eine Idee wohin. Zu Force India. Um dort den Platz von Nico Hülkenberg einzunehmen. Der Deutsche könnte dann zu Haas F1 wechseln, wo er ganz oben auf der Wunschliste steht.

Bei Ferrari hat sich das Ratespiel um Kimi Räikkönen erledigt. Williams hat zu lange an einer zweistelligen Ablösesumme für Valtteri Bottas festgehalten. Das machte die Option Bottas für Ferrari unattraktiv, zumal Räikkönen beim GP Ungarn ansteigende Form bewiesen hat. Williams braucht aber das Geld für Bottas, wenn man weiter auf dem aktuellen Niveau fahren und keine Verluste wie 2014 schreiben will. Angeblich hat Claire Williams versucht, bei Petrobras mehr Geld loszueisen. Auch das böse Wort einer Paydriver-Verpflichtung als Alternative soll schon gefallen sein.

Plan B: Bei Lotus bleibt alles beim Alten

Jetzt zu Plan B. Lotus wird das neue Renault-Werksteam, aber erst 2017. Dann wird Lotus noch ein Jahr weiter mit Mercedes-Motoren auf Sparflamme weiterkochen. Grosjean und Maldonado hängen eine dritte Saison dran. Auf beide Fahrer hat der Rennstall eine Option.

Maldonado würde dann erst 2017 mit seiner Ölquelle weiterziehen. Wenn sie bis dahin nicht versiegt ist. Hülkenberg hätte immerhin die Wahl zwischen Force India und Haas F1. Bei Ferrari hieße es in einem Jahr wieder: Räikkönen oder Bottas. Der Williams-Fahrer wäre dann ablösefrei.

Plan C: Grosjean zu Ferrari?

Schließlich noch zu Plan C. Renault steigt nach 2016 komplett aus oder macht mit Red Bull und Toro Rosso wie bisher weiter. Lotus bliebe Mercedes-Kunde, muss das zweite Cockpit neben Maldonado dann aber meistbietend verkaufen, um mehr Budget einzuspielen. Für diesen Fall schaut sich das Management von Grosjean bereits nach Alternativen um. Die Tür bei Ferrari ist für 2016 zugefallen. Doch es gibt ja auch noch Haas F1.

Eine Saison bei Haas F1 könnte der Türöffner bei Ferrari für 2017 sein. Hülkenberg denkt offenbar genauso. Deshalb ist der neue US-Rennstall für den WM-Neunten durchaus eine Überlegung wert.Grosjean soll bei Ferrari keine schlechten Chancen haben. Weil angeblich Technikchef James Allison große Stücke auf den in Genf lebenden Franzosen hält.

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