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F1-Treffen abgesagt

Schlinge um Ferrari und Toyota zieht sich zu

FOTA Monaco Foto: dpa 26 Bilder

Entgegen der Ankündigung vom Freitag (22.5.) wird es keine weitere Krisensitzung mehr in Monte Carlo geben. Die FIA will das Budgetlimit in Stufen einführen. Die Gegner Ferrari und Toyota stehen angezählt in der Ecke.

23.05.2009 Michael Schmidt

FIA-Präsident Max Mosley reicht das Treffen mit den Formel 1-Teamchefs vom Freitag (22.5.) aus. Für ihn steht der Plan, wie er den Teams ein Budgetlimit schmackhaft machen will. "Es wird kein weiteres Treffen hier in Monte Carlo geben", erklärte der gelernte Jurist. Stattdessen begab sich Mosley zu Einzelgesprächen auf Tour durch die Motorhomes. Der FIA-Chef hat offenbar den Königsweg gefunden, wie er den Teams ein Budgetlimit schmackhaft machen kann. Es soll sich dabei um einen Stufenplan handeln. Summen sind noch nicht bekannt.

Stufenplan bis 2012

Damit keiner sein Gesicht verliert, könnte sogar das ungeliebte Wort "Budget-Cap" fallen. Was die FIA vor hat heißt dann anders, bewirkt aber das gleiche. Ein weiteres Zeichen dafür, zu welchem Kindergarten die Formel 1 verkommen ist. Die FIA ist bereit die Budgetdeckelung etwas zu lockern. Die Teams sollen sich bis 2012 in Stufen der 40 Millionen Grenze annähern. Gleichzeitig gibt es eine Hilfestellung für neue Teams. Sie sollen in der Übergangsphase nicht nur billig Motoren (5 Millionen Euro), Getriebe (1,5 Millionen Euro) und KERS einkaufen können, sondern auch ganze Chassis.
 
Das würde sicherstellen, dass Neueinsteiger nicht hoffnungslos hinterherfahren, auch wenn sie weit unter dem für dem Anfang festlegten Budgets liegen. Dem Vernehmen nach sollen die Rennställe auch die Möglichkeit bekommen, B-Teams zu gründen, sollten Hersteller aussteigen. Die Cockpits in diesen Kundenteams wären dann aber nur für Formel 1-Neulinge reserviert.

Mercedes, BMW und Renault mit im Boot

Um die Versorgung des Feldes mit Motoren sicherzustellen, wird das Motorenreglement gelockert. Bisher galt: Jeder Hersteller darf maximal zwei Teams beliefern. Sein eigenes und einen Kunden. Wenn einer an ein drittes Team Triebwerke verkaufen will, so wie Mercedes in diesem Jahr, brauchte er bislang die Zustimmung der anderen Teams. Diese Regel soll entfallen. Damit könnte Mercedes theoretisch das halbe Feld beliefern. Das gleiche gilt für KERS und Kraftübertragungen. Damit entstünde für Hersteller ein interessantes Geschäftsmodell. Mosley hat mit diesem Angebot offenbar erfolgreich Mercedes, BMW und Renault ins Boot geholt.
 
Nur Ferrari und Toyota blieben stur. Als Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gefragt wurde, was er gegen ein Budgetlimit habe, antwortete er, dass sich Ferrari von außen nicht kontrollieren lasse. Auf den Einwand, dass die Sparvorschläge der FOTA mehrere Budgetlimits in den bereichen Aerodynamik, Motor, Getriebe und Testfahrten beinhalte, was erheblich komplizierter sei als einen einzige Grenze, wusste Montezemolo keine befriedigende Antwort.

Ferrari-Rücktritt unwahrscheinlich

Stattdessen drohte der Ferrari-Chef in dem Treffen erneut mit Rückzug. Worauf er von Mosley belehrt wurde, dass er das gar nicht so einfach könne. Ein ordentliches Gericht hatte vergangenen Dienstag (19.5.) festgestellt, dass Ferrari einen verbindlichen Vertrag bis 2012 mit den Inhabern der kommerziellen Rechte habe. Da Bernie Ecclestone seine Vertragsbedingungen stets eingehalten habe, könne er bei einem Rückzug von Ferrari die gesamte Summe von rund 300 Millionen Dollar zuzüglich Strafzahlung zurückfordern.
 
Ein entsprechender Brief, in dem auf diese Vertragspflichten hingewiesen wird, soll Montezemolo bereits vorliegen. Offenbar beginnt Maranello langsam Einsicht zu zeigen. Am Abend nach dem Treffen hörten sich die Statements von Ferrari bereits gemäßigter an. Wer zwischen den Zeilen liest, gewinnt den Eindruck, dass man 2010 doch an der Formel 1 teilnehmen wolle.

Sucht Toyota Ausstiegsgrund?

Toyota ist ein anderer Fall. Der Widerstand aus Köln ist nicht nur dadurch begründet, dass man Angst hat mit einem Viertel des derzeitigen Budgets nicht konkurrenzfähig zu sein. Im Fahrerlager verbreitet sich die Meinung, dass der Ausstieg von Toyota bereits seit vergangenem Winter beschlossene Sache ist. Man suche jetzt lediglich einen schönen Vorwand, um das zu begründen.

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