Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1-Motoren

Am Samstag kippt der Vierzylinder-Motor

Ferrari F1-Motor Foto: xpb 28 Bilder

Am Samstag (21.5.) treffen sich FIA-Präsident Jean Todt und die Motorenhersteller in Barcelona. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass dann der Vierzylinder-Motor für 2013 beerdigt wird. Drei der vier Motorenhersteller äußern Bedenken.

19.05.2011 Michael Schmidt

Formel 1-Chef Bernie Ecclestone hatte es in seinem Interview mit auto motor und sport bereits angedeutet. Das neue Motorenreglement, das ab 2013 Vierzylinder-Turbos mit 1,6 Liter Hubraum, KERS und Direkteinspritzung vorschreibt, ist nicht in Stein gemeißelt. "Die FIA hat ihre Entscheidung aufgrund falscher Annahmen getroffen. Sie hat die Nebenwirkungen nicht bedacht."

Der 80-jährige Engländer ging davon aus, dass die Motorenhersteller selbst die Initiative ergreifen werden, um die FIA davon zu überzeugen, dass es für die Formel 1 wirtschaftlich das beste ist, weiter mit den bewährten Achtzylinder-Motoren zu fahren. "Die Hersteller und die Teams können auf die FIA zugehen und ihr sagen, dass sie darüber nachgedacht haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass eine Entscheidung, die damals richtig schien, aus heutiger Sicht falsch ist."

Cosworth kann F1-Vierzylinder nicht bauen

Genau das ist passiert. Cosworth hat Mercedes, Ferrari und Renault gegenüber mitgeteilt, dass man nach Auswertung aller Konzeptstudien nicht in der Lage ist, mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln bis 2013 einen konkurrenzfähigen Vierzylinder-Turbo zu bauen. Ferrari war von Anfang an gegen die Vierzylinder-Idee. "Das passt nicht zur DNA der Formel 1", hatte Präsident Luca di Montezemolo lautstark Politik für den Verbleib der V8-Motoren gemacht.

Auch Mercedes hat die Lage neu überdacht. Da Renault keinerlei Zusage über ein längerfristiges Engagement in der Formel 1 machen will, sind die Schwaben besorgt, dass am Ende Mercedes und Ferrari darauf sitzenbleiben würden, das halbe Feld mit Motoren auszurüsten. "Das können wir nicht. Wir stimmen dem Vierzylinder nur zu, wenn es eine Garantie gibt, dass die Kosten in einem Zeitraum von fünf Jahren um 30 Prozent gesenkt werden", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Nach jüngsten Kalkulationen ist genau das Gegenteil der Fall.

"Pure"-Alternative nur ein politischer Schachzug

Die Ankündigung von Ex-Teamchef Craig Pollock mit Ex-Peugeot-Ingenieuren einen Formel 1-Motor nach der Vierzylinder-Formel namens "Pure" zu bauen, nimmt im Fahrerlager keiner ernst. Das wird als politischer Schachzug gesehen, um zu beweisen, dass eine neue Motorenformel auch neue Hersteller anlockt.

Mercedes, Ferrari und Renault wollen aber nicht gegen namenlose Konkurrenz antreten. Sie hatten auf den Einstieg von VW, Honda oder Toyota gehofft. Doch gerade von VW, die sich am meisten für ein Downsizing der Rennmotoren stark gemacht haben, kommt beim Thema Formel 1-Einstieg eher Ablehnung als Zustimmung.

Todt gibt sich gesprächsbereit

Jean Todt braucht die Hersteller, um das Motorenreglement zu reformieren. Er hatte zwar in seiner Pressekonferenz beim GP Türkei gesagt, dass die FIA weiter an ihrem Plan festhalten wolle, gleichzeitig aber auch eingeräumt: "Wenn mich einer vom Gegenteil überzeugt, bin ich bereit für eine Diskussion."

In einem Interview mit auto motor und sport sagte der Franzose vor zwei Monaten: "Es ist nicht meine Art, autokratisch Entscheidungen durchzudrücken. Ich höre mir lieber Vorschläge von Experten an und versuche in der Entscheidungsfindung so viel Übereinstimmung wie möglich zu erzielen. Warum sollte ich ignorieren, dass die Experten mehr Knowhow und mehr Ingenieurswissen mitbringen als ich selbst?"

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden