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Vorschau GP Australien 2016

Endlich Karten auf den Tisch

Vettel vs. Rosberg - Ferrari vs. Mercedes - Formel 1-Test - Barcelona - 23. Februar 2016 Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Beim Formel 1-Saisonstart in Melbourne ist es vorbei mit dem Pokerspiel. Alle Teams müssen die Karten auf den Tisch legen. In unserer Vorschau verraten wir alles, was Sie zum ersten Rennen des Jahres wissen müssen.

16.03.2016 Tobias Grüner

Es geht wieder los! Am Wochenende kämpfen die 22 Formel 1-Piloten nicht mehr nur um Testbestzeiten und Kilometerrekorde - endlich werden auch wieder WM-Punkte und Siegerpokale verteilt. Der Auftakt zur 67. Formel 1-Saison findet traditionell in Melbourne statt. Lange Geraden mit hohen Top-Speeds sowie enge Kurven und Schikanen wechseln sich auf den öffentlichen Straßen im malerischen Albert-Park ab - da ist Action garantiert.

Eigentlich bräuchte das Auftaktrennen nicht noch zusätzliche Würze. Doch Bernie Ecclestone brachte in der Winterpause mal etwas Abwechslung ins Spiel. Auf Wunsch des F1-Zampanos wurde in letzter Minute noch ein neues Qualifying-Format eingeführt, das in Australien erstmals zum Einsatz kommt. Die Startplätze werden dabei in einem sogenannten Knock-Out-Modus ausgefahren. Alle 90 Sekunden fliegt der Fahrer raus, der in der Zeitentabelle gerade am Ende liegt.

Pirelli Video Screenshot
Das ist neu an der Gummi-Front 1:19 Min.

Die zweite große Neuerung betrifft die Reifen. Knapp 4 Seiten umfasst das komplizierte Reglement zum Gummi-Thema mittlerweile. Wir machen wir es für Sie kurz: Pirelli bringt nun 3 statt 2 Mischungen zu jedem Rennen. Vorgeschrieben ist, dass in der letzten Qualifying-Runde die weichste Mischung - in Australien "Super-Soft" - eingesetzt werden muss. Im Rennen muss dann auch noch eine der beiden härteren Sorten "Soft" oder "Medium" mindestens einmal verwendet werden. (Hier gibt es die neuen Reifen-Regeln noch einmal im >> Video)

Die Strecke: Albert Park Circuit

Auch ohne den zusätzlichen Reiz des Saisonauftakts ist die eckige Strecke im Albert Park ein Garant für dramatische Rennen. Obwohl es sich nicht um einen Straßenkurs im eigentlichen Sinne handelt, werden Fehler hier immer hart bestraft. Die Kiesbetten sind tief, die Mauern stehen gefährlich nahe. Safety-Car-Einsätze sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Wahrscheinlichkeit, dass es mindestens ein Mal zur Neutralisation kommt, liegt bei mehr als 50 Prozent.

Die DRS-Zonen befinden sich gleich zu Beginn der Runde auf der Start-Ziel-Geraden und dem Vollgasstück zwischen den Kurven 3 und 4. Hier gibt es auch die besten Überholmöglichkeiten. Auch für das Material ist Melbourne direkt eine große Herausforderung. Das Thermometer soll am Rennsonntag auf über 25°C klettern. Neben dem Motor sind auch die Bremsen wegen der Stop-&-Go-Charakteristik übermäßigen Belastungen ausgesetzt.

Fast Facts zum GP Australien

  • Streckenlänge: 5,303 km
  • Rundenanzahl: 58
  • Renndistanz: 307,574 km
  • Anzahl Kurven: 16 (6 links/10 rechts)
  • Top-Speed: 327 km/h
  • Entfernung Start bis Kurve 1: 265 Meter
  • Länge Boxengasse: 289 m
  • Zeit bei Tempolimit in der Boxengasse: 17,3 Sekunden
  • Durchschnittliche Startposition des Siegers: 2,77
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 52 %

Set-Up:

Wegen der vielen engen Kurven und den harten Beschleunigungsphasen aus langsamen Ecken sind in Melbourne vor allem Traktion und Bremsstabilität gefragt - was auf dem glatten Asphalt der öffentlichen Straßen gar nicht so einfach ist. Gefahren wird mit einer relativ weichen Federung und viel Bodenfreiheit. Das Setup muss mit dem stark steigenden Grip über das Wochenende immer an die Streckenverhältnisse angepasst werden.

Trotz einiger längerer Geraden werden die Flügel auf die steilste Stufe - fast Monaco-Niveau - gestellt. Abtrieb kann man in den vielen Kurven und Schikanen von Melbourne gar nicht genug haben. Vor allem auf der Vorderachse ist Grip gefragt. In den langsamen Ecken muss das Auto dorthin fahren, wo der Pilot hinlenkt. Untersteuern kostet wertvolle Zehntel. Auch eine gute Bremsstabilität ist wichtig. Hat der Fahrer Vertrauen und einen guten Rhythmus, spiegelt sich das direkt in der Rundenzeit wider.

Man darf gespannt sein, ob die Reifen mit dem neuen Reglement ein größeres Thema werden. Mit den für das Rennen vorgeschriebenen "Soft" und "Medium"-Gummis blieb Pirelli wie üblich beim Saisonstart eher auf der konservativen Seite. Lewis Hamilton war bei seinem Sieg 2015 mit einer Einstopp-Strategie unterwegs - am Start zunächst auf Soft, ab Runde 25 dann bis ins Ziel auf Medium.

Updates:

Nicht nur in Sachen Regeln erwarten wir Neues, auch in puncto Technik dürften viele Teams noch einmal nachlegen. Besonders spannend wird es natürlich im Duell zwischen Ferrari und Mercedes. Während die Silberpfeile ihr Pulver schon bei den Testfahrten verschossen haben, soll Ferrari angeblich noch etwas im Köcher haben. Allerdings bergen ungetestete Technik-Updates auch immer die Gefahr von unvorhergesehenen Problemen.

Auch bei Red Bull erwarten wir noch einen kleinen Nachschlag. Das ehemalige Weltmeisterteam hielt sich bei den Tests noch sehr bedeckt, was Technik-Neuerungen anging. Konkretes ist allerdings noch nicht bekannt. Williams wird entgegen ursprünglicher Planungen nicht mit der neuen kurzen Nase antreten. Sie hatte den ersten Crashtest nicht bestanden. Auch bei Manor kommt nicht wie erwartet eine neue Nase, nur ein neuer Frontflügel. Ganz verändert wird sich der Renault präsentieren. Allerdings bezieht sich das Update lediglich auf die Lackierung, die im Renn-Outfit großflächig gelb erstrahlen soll.

Die Favoriten:

Vor dem ersten Rennen sind Prognosen immer Kaffeesatzleserei. Nach den Testeindrücken erwarten wir natürlich wieder Mercedes und Ferrari ganz vorne. Weil Motor-Power und Traktion in Melbourne eine große Rolle spielen, sollte der Silberpfeil unserer Meinung nach wieder die Nase vorne haben. Die Ferrari-Stärke in Sachen Reifenverschleiß, die sich bei den Wintertests angedeutet hat, kommt im Albert Park nicht zum Tragen.

Um die weiteren Punkteplätze wird hart gekämpft. Die beiden Mercedes-Kundenteams Williams und Force India müssen sich mit den beiden Red Bull-Teams herumschlagen. Vor allem von Toro Rosso erwarten großes Überraschungspotenzial. Die größten Wundertüten heißen jedoch McLaren und HaasF1. Wenn alles gut läuft, können beide Teams in die Punkte fahren. Ein Fragezeichen schwebt bei beiden Teams aber noch über der Zuverlässigkeit. Ganz hinten erwarten wir beim ersten Rennen Sauber, Renault und Manor.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Australien 2015

Im Vorjahr ließ Mercedes beim Saisonauftakt nichts anbrennen. Lewis Hamilton siegte vor Nico Rosberg. Der Vorsprung im Ziel von 1,3 Sekunden sah knapper aus, als es in Wirklichkeit war. Rosberg besaß nie eine realistische Chance seinen Teamkollegen zu attackieren. Hamilton gab die WM-Führung nach dem Auftaktsieg übrigens nicht mehr ab.

Die weitere Konkurrenz blieb dahinter chancenlos. Sebastian Vettel konnte sich bei seinem ersten Einsatz im Ferrari immerhin über Rang 3 freuen. Der Rückstand von 34,5 Sekunden sprach jedoch eine eindeutige Sprache. Die größte Überraschung beim Saisonauftakt 2015 hieß Sauber: Mit den Plätzen 5 für Felipe Nasr und 8 für Marcus Ericsson kam das Schweizer Team auf die drittbeste Punkteausbeute im Feld.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des GP Australien aus dem Vorjahr.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 18. März - 02.30 Uhr
Freies Training 2Freitag, 18. März - 06.30 Uhr
Freies Training 3Samstag, 19. März - 04.00 Uhr
QualifyingSamstag, 19. März - 07.00 Uhr
RennenSonntag, 20. März - 06.00 Uhr
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