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Zeiten- und Speed-Analyse

Lotus und Sauber ärgern die Top-Teams

Lotus - GP Malaysia 2012 Foto: xpb 20 Bilder

Analyse ist alles in der Formel 1. Zwischenzeiten und Speedmessungen zeigen, dass McLaren gut in schnellen Kurven ist, Red Bull in der Traktion, Mercedes auf der Geraden. Sauber glänzt mit großer Ausgewogenheit. Das Auto hat kaum Schwächen. Der Geheimtipp für die Zukunft aber ist Lotus.

30.03.2012 Michael Schmidt

Wer ist schnell? Und vor allem wo? Die Teams verwenden viel Aufwand darauf, die eigenen Stärken und Schwächen auszuloten und sie mit der Konkurrenz zu vergleichen. GPS-Analyse, Sektorzeiten und Speedmessungen zeigen ziemlich deutlich, wo die Rundenzeit gemacht oder verloren wird.

Das Rennen in Malaysia verfälscht die Analyse etwas, da nie gleiche Bedingungen herrschten. Man kann nur sagen, dass Sauber im Schnitt mit allen drei Disziplinen am besten zurecht kam: nasse Piste, halbtrockene Bahn, trockene Strecke.

Die Qualifikation liefert einen etwas besseren Aufschluss. Mercedes gewinnt im Training allein auf den Geraden mindestens eine halbe Sekunde auf den Rest. Die Kombination von F-Schacht und DRS produziert nicht nur den höchsten Top-Speed, sie sorgt vor allem dafür, dass dieser Top-Speed über eine längere Wegstrecke gefahren werden kann. Auf einer Strecke wie Sepang mit zwei langen Geraden ist das eine echte Trumpfkarte.

Schnelle Autos auf der Geraden gibt es einige. Neben dem Mercedes sind das vor allem der Lotus-Renault, die McLaren und der Force India. Auch Daniel Ricciardo schmuggelte sich im Toro Rosso-Ferrari in die Top Ten. Kein Zufall, dass drei davon einen Mercedes-Motor im Heck haben. Der Ferrari V8 fällt da eher ab.

Lotus deutlich schneller als Red Bull

Im hinteren Drittel rangieren die Ferrari, Red Bull, HRT und Marussia. Ferrari fährt aus Sorge um den Reifenverschleiß mit viel Flügel, also extrem ineffizient. Red Bull kann sich nicht auf den Motor herausreden, weil Lotus das gleiche Produkt im Heck hat, aber 11,8 km/h schneller war. Ganz offensichtlich ist der Lotus E20 ein aerodynamisch sehr effizientes Auto. Und das Motorkennfeld ist voll auf Power programmiert.

Red Bull opfert dagegen eine zweistellige PS-Zahl, um den Auspuff mehr für die Aerodynamik zu nutzen. Das gleiche ist bei McLaren im Vergleich mit dem Mercedes-Werksteam zu beobachten.

Sektor zwei mit vier Highspeedkurven gehörte den McLaren. Das hatte sich schon bei den Testfahrten in Barcelona angekündigt. "Wir waren die schnellsten in Kurve 3 und Kurve 9", verrät Teamchef Martin Whitmarsh. Früher waren schnelle Kurven das Revier von Red Bull. "Da haben uns schon viele eingeholt", winkt Sebastian Vettel ab.

Ferrari schnell in Kurven, langsam auf den Geraden

Die Zwischenzeiten beweisen es. Auch Lotus und Sauber waren in dieser Passage schnell. Kimi Räikkönen und Sergio Perez fuhren exakt die gleiche Zwischenzeit. Ferrari schaffte es ebenfalls in die Top Ten. Viel Flügel sei Dank. Das ist verlässlicher Abtrieb und gibt dem Fahrer Vertrauen.

Dafür sind die Red Bull in der Traktion eine Bank. In der Messstelle am Ausgang von Kurve 9 nehmen die beiden Red Bull und erstaunlicherweise auch die beiden Sauber den McLaren zwei km/h ab. Eher schwach an der Stelle sind Lotus und Mercedes.

Ferrari schnitt besser ab als erwartet, weil man der Traktion zuliebe das Fahrwerk etwas weicher abgestimmt hatte als davor in Melbourne. Offenbar hat man dazugelernt, den Anpressdruck über das Chassis etwas stabiler darzustellen. "Aber das Fenster, in dem das funktioniert, ist verdammt klein", gibt Fernando Alonso zu.

Red Bull fehlt der angeblasene Diffusor

Der dritte Sektor gehörte trotz der langen Geraden den Red Bull. Weil es drei Stellen gibt, an denen beschleunigt wird. Erneut ein Indiz für die gute Traktion des Autos. Adrian Neweys Konstruktionen hatten schon immer einen üppigen Federweg an der Hinterachse. Nur er hat den Schlüssel raus, hinten so hoch zu fahren, ohne dabei die Aerodynamik zu stören.

Dieses Jahr sind die Parameter dazu etwas ungünstiger, denn es fehlt der Auspuffstrahl, um den Diffusor seitlich abzudichten. Und es wird der Frontflügel vermisst, dessen Endplatten sich unter Last Richtung Straße biegen. Die neue Belastungstests der FIA haben ganze Arbeit geleistet. McLaren hat in der Traktion im Vergleich zu den Testfahrten aufgeholt. Jenson Button fehlten im dritten Sektor auf Mark Webber nur 0,058 Sekunden über eine 39-Sekunden-Wegstrecke.

Interessanterweise lagen die Sauber im Training in zwei der drei Sektoren nur im Mittelfeld. Sergio Perez landete auf den Platz 13 in Sektor 1, auf Platz sechs in Sektor 2 und auf 13 in Sektor 3. Die Verteilung über die drei Sektoren zeigt, dass das Auto aus Hinwil sehr ausgewogen ist. Es hat keine echte Schwäche. Dafür eine Stärke. Das Auto steigert sich auf gebrauchten Reifen deutlich mehr als die Konkurrenz.

Mercedes und Sauber mit umgekehrten Talenten

Im Rennen sieht es gleich ganz anders aus. Da belegte Perez die Ränge zwölf (Sektor 1), eins (Sektor 2) und fünf (Sektor 3). In Summe 14 Plätze besser als im Training. Das umgekehrte Bild ergibt sich bei Mercedes. Michael Schumacher rangierte in der Qualifikation in den drei Sektoren auf den Plätzen eins, acht und vier. Im Rennen lediglich auf den Positionen fünf, elf und drei, also insgesamt sechs Ränge schlechter als am Samstag.

Am besten schneidet bei diesem Vergleich Lotus ab. Aus den Positionen drei, fünf und sechs im Training wurde im Rennen drei, zwei und zwei. Die Fahrer müssten ihre Sektorenbestzeiten nur einmal in eine Runde packen. Im Rennen ist es Kimi Räikkönen mit der schnellsten Runde gelungen. Wenn der Finne einmal ein Wochenende ohne Probleme hinkriegt, dann ist er ein echter Siegkandidat.

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