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Formel 1-Zukunft

Was passiert am 23. Oktober in Paris?

Bernie Ecclestone & Jean Todt 2012 Foto: xpb 41 Bilder

Am 23. Oktober treffen sich die Formel 1-Teamchefs mit Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt in Paris. An diesem Tag soll den Teams die endgültige Version des Concorde Abkommens präsentiert werden. Das neue Sportgesetz wurde schon vor kurzem veröffentlicht. Von einer Ressourcenbeschränkung ist keine Rede mehr.

12.10.2012 Tobias Grüner

Endlich gibt es ein Sportgesetz für 2013. Lange hat es gedauert. Die Verzögerung kam zustande, weil man sich über zwei Themenkomplexe nicht einigen konnte. Die Ressourcenbeschränkung und Kundenautos. Von einer Kostenbremse ist in dem Reglement nichts zu sehen. Für Kundenautos wurde eine erste Tür geöffnet. Auf einer Liste sind Teile vermerkt, die ein Team selbst bauen muss. Es werden immer weniger.

Die Veröffentlichung des sportlichen Reglements war nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Ereignissen, die im Monat Oktober über die Zukunft der Formel 1 entscheiden. Ab dem 15. Oktober können sich die Teams für die nächstjährige Weltmeisterschaft einschreiben. Am 31. Oktober ist Nennschluss.

FIA und Ecclestone präsentieren neues Concorde-Abkommen

Die Teams werden sich mit ihrer Unterschrift aber Zeit lassen. Zumindest bis zum 23. Oktober. An dem Tag wollen FIA-Präsident Jean Todt und Bernie Ecclestone den Teamchefs das neue Concorde-Abkommen mit dem künftigen Entscheidungsprocedere in Reglementfragen präsentieren. Und auch die Wahrheit über die Ressourcenbeschränkung und die Einschreibegebühren, die drastisch angehoben werden sollen.

Der Zeitplan beunruhigt die Rennstallchefs. Sie fürchten, dass ihnen am 23. Oktober in Paris Dinge vorgesetzt werden, die sie nicht akzeptieren können. Doch was tun? "Es gibt nur eine Chance, sich zu wehren", sagt ein Teamchef. "Man schreibt sich nicht in die WM 2013 ein. Doch wer geht schon dieses Risiko ein? Selbst wenn sich zehn der zwölf Teams einig sind, dass wir bestimmte Dinge nicht akzeptieren können, mit der Pistole vor der Brust wird diese Eintracht bröckeln."

Eine der Hauptfragen ist, wie in Zukunft das Reglement geändert wird. Bernie Ecclestone musste seinen ursprünglichen Plan bereits mehrmals modifizieren, weil es Zweifel über dessen Legalität gab. In der letzten Version wird eine Arbeitsgruppe die Regeländerungen einer 18-köpfigen Formel 1-Kommission zur Abstimmung vorlegen. Am Ende segnet der Weltrat alles ab.

Formel 1-Kommission mit Ecclestone-Mehrheit?

Auf den ersten Blick scheint sich im Vergleich zum Ist-Zustand wenig zu ändern. Doch der entscheidende Punkt liegt in der Zusammensetzung der beiden Gremien. In der Kommission sitzen demnach Vertreter von Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes und zwei nicht namentlich genannten Teams. Man geht davon aus, dass es sich um Williams und Lotus handelt. Dazu sechs FIA-Repräsentanten und sechs Veranstalter.

Der ursprüngliche Plan einer abgespeckten Formel 1-Kommission mit den gleichen sechs Teams, drei Veranstaltern, Todt, Ecclestone und einem Vertreter der Motorenhersteller wurde offenbar aufgegeben. Ganz sicher sein kann man sich aber nicht. "Wir wissen nicht, was uns am 23. Oktober vorgesetzt wird", sagt Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn. Ungeklärt ist auch noch, was mit dem Vetorecht von Ferrari passiert. Es ist kaum anzunehmen, dass sich Ferrari dieses Privileg aus der Hand nehmen lässt.

Todt betont, dass die Teams schon immer die Regeln in der Formel 1 gemacht haben. Und er glaubt, dass die FIA im entscheidenden Plenum ein Übergewicht hat. Das wird in der Szene bezweifelt. Red Bull, Williams, Lotus und McLaren gelten als Ecclestone-Teams, weil Bernie Ecclestone sie beim nächsten Concorde Abkommen mit Sonderzahlungen verwöhnt. Die Veranstalter stehen generell auf Ecclestones Seite, auch wenn Todt darauf bestand, dass die ursprünglichen Promoter gegen neue getauscht werden.

FIA verliert an Macht

Eine Stimme aus dem Fahrerlager: "Bernie kann in Zukunft machen, was er will. Todt wird es mit sich geschehen lassen, wenn er die höheren Einschreibegebühren durchdrücken kann." Deshalb sehnen sich einige Teams nach der alten Zusammensetzung der Arbeitsgruppen und der Formel 1-Kommission zurück. Die würde der FIA mehr Macht geben.

Fatal ist, dass die Ressourcenbeschränkung offenbar unter den Tisch fällt. Setzt sich Red Bull am Ende gegen zehn Teams durch, die alle für Restriktionen auf dem Kostensektor sind? "Eine Ressourcenbeschränkung macht erst ab 2014 Sinn, wenn die neuen Motoren mal da sind", beschwichtigt Todt. Doch kann er sicher sein, dass er die dann auch im Reglement unterbringt?

Sieg der Budgetdeckel-Gegner?

Wenn es wirklich mehr Ecclestone-Stimmen gibt, kann der alles blockieren. Ecclestones jüngsten Vorschlag von einer Budgetdeckelung halten viele für ein Ablenkungsmanöver. "So will er uns beruhigen. Wenn dann alles über die Bühne gegangen ist, wird er sagen, dass sein Plan leider nicht durchführbar ist", heißt es in der Szene.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh klammert sich an das Abkommen, das die Teams untereinander geschlossen haben. "Es gilt immer noch das Singapur-Abkommen. Wir halten uns an diese Ressourcenbeschränkung, die bis 2017 gilt, und meines Wissens tun es auch die anderen Teams. Selbst wenn einer dabei ist, der die Regeln besonders großzügig auslegt, dann ist das nicht der WM-entscheidende Faktor."

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