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Fahrer diskutieren über Fahrspaß

"Der alte Speed ist noch im Kopf"

Formel 1 GP Australien 2014 Valtteri Bottas Foto: xpb 24 Bilder

Die neue Formel 1 ist noch langsamer als die alte. Doch im Cockpit müssen die Piloten Schwerstarbeit verbringen. Der fehlende Abtrieb lässt sie wieder mit ihren Autos kämpfen. Kompensiert das den Fahrspaß, der durch die langsameren Rundenzeiten verloren geht? Die meisten Piloten sagen nein.

16.03.2014 Michael Schmidt

Nico Rosberg fuhr im dritten Training die schnellste Runde des Wochenendes. Mit 1.29,375 Minuten war er um 1,968 Sekunden langsamer als Sebastian Vettels Pole Position von 2013. Da beide Runden nicht unter perfekten Bedingungen gedreht wurden, ein vergleichbarer Wert. Die Turbo-Autos sind auf der Geraden schneller und in den Kurven langsamer als ihre Vorgänger. Obwohl das Abschlusstraining im Regen stattfand, lag der Topspeed mit 317,5 km/h deutlich über dem des Vorjahres. Da war Lewis Hamilton im Training mit 311,1 km/h gestoppt worden.

Weniger Abtrieb und weniger Traktion

Ein Unterschied zum Vorjahr ist deutlich sichtbar. Die Fahrer müssen im Cockpit wieder arbeiten, um ihr Auto auf der Strecke zu halten. Es liegt nicht mehr wie festgeschraubt auf der Straße. Heute fehlen 15 Prozent Abtrieb. Und weil die Auspuffgase nicht mehr zum Versiegeln des Diffusor genutzt werden können, auch an Traktion. Dafür ist das Drehmoment von 380 auf 550 Newtonmeter gestiegen. Und die Autos kommen schneller in den Bremszonen an. Das verlängert die Bremswege.

Martin Brundle urteilte bei der Streckeninspektion: "Die Jungs brauchen wieder die ganze Straße." Nico Hülkenberg widerspricht: "Ich habe schon früher jeden Millimeter Strecke genutzt." Er ist aber bestimmt nicht so oft quergestanden wie heute. Einspruch: "Im Rennen darfst du dir das nicht erlauben. Sonst sind die Reifen gleich im Eimer."

Zu langsam und zu leise

Moderne Formel 1-Piloten sind verwöhnt. Sie sind in Rennwagen aufgewachsen, die dank eines Überangebots an Abtrieb wie auf Schienen durch die Kurven gefahren sind. Dadurch lief der Film im Auto viel schneller ab. "Der alte Speed ist einfach noch im Kopf. Dass du jetzt im Auto mehr zu tun hast, kann die langsameren Rundenzeiten nicht kompensieren", vergleicht Hülkenberg.

Sebastian Vettel schließt sich dem an: "Der alte Fahrspaß ist nicht mehr da. Die Autos haben weniger Leistung, und mir sind sie zu leise." Er schränkt aber auch ein: "Man muss diesen Autos Zeit geben. Wir sind erst in einem Anfangsstadium. Es gibt noch viele Dinge, die schlechter oder besser werden können. Eines ist aber jetzt schon klar: Rennfahren ist etwas anderes geworden."

Bottas nicht vorbelastet

Nico Rosberg differenziert: "Es ist eine andere Herausforderung. Die Regeln wurde aus einem Grund eingeführt, den wir akzeptieren müssen. Da gibt es immer Dinge, die positiv oder negativ gesehen werden können. Als Rennfahrer würdest du am liebsten immer volle Kanne fahren. Jetzt kommen neue Aufgaben auf uns zu, die auch ihren Reiz haben. Zum Beispiel Sprit sparen, ohne Rundenzeit zu verlieren."

Fernando Alonso hat sich ebenfalls mit den Tatsachen abgefunden. Nur das Abschlusstraining im Regen empfand er als die Hölle: "Für mich war es das erste Mal, dass ich im Regen gefahren bin. Das hat keinen Spaß gemacht. Du warst in jeder Kurve knapp am abfliegen." Valtteri Bottas ist als einer der jungen Piloten noch nicht vorbelastet: "Das Fahren ist schwieriger geworden, obwohl wir langsamer geworden sind. Du brauchst viel mehr Gefühl im rechten Fuß, und das Bremsen ist ein echtes Abenteuer geworden. Wir bremsen früher. Deshalb sind auch die Unterschiede größer."

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