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Fahrerfrage bei Mercedes

Muss Schumi seinen Platz räumen?

Hamilton Schumacher  2012 Foto: xpb 153 Bilder

Die Gerüchte wollen nicht aufhören. Eddie Jordan verkauft Lewis Hamilton bereits als Mercedes-Fahrer. So weit ist es aber noch nicht. Doch an der Geschichte ist durchaus ein Körnchen Wahrheit. Käme Lewis Hamilton 2013 zu Mercedes müsste Michael Schumacher seinen Platz räumen.

20.09.2012 Michael Schmidt

Michael Schumacher kann die Frage schon nicht mehr hören. Wer wissen will, was der Rekordsieger 2013 macht, wird auf den Oktober vertröstet. Auf die berechtigte Frage, warum gerade Oktober, gibt es auch keine schlüssige Antwort. Eine mögliche wäre, dass die FIA den Nennschluss für die Teams auf den 30. September verschoben hat, doch dieser ist wegen der Verzögerungen mit dem Concorde Abkommen und dem sportlichen Reglement für 2013 schon nicht mehr zu halten.

Da Mercedes bis vergangene Woche das Concorde Abkommen noch nicht unterschrieben hatte und intern erst einmal geklärt werden musste, ob der Konzern in der Formel 1 überhaupt weitermacht, war Schumachers Abwartetaktik durchaus verständlich.

Hamilton-Wechsel mehr als nur ein Gerücht

Mercedes soll sich inzwischen für den Verbleib in der Formel 1 entschieden haben. Und trotzdem bleibt die Personalie Schumacher ungeklärt. Eddie Jordan hatte vor dem GP Italien in einem BBC-Interview hinaustrompetet, dass Lewis Hamilton im nächsten Jahr für Mercedes fährt. Der alte Brandstifter war damit ein bisschen voreilig, doch wie immer bei solchen Ansagen, enthält auch diese ein Körnchen Wahrheit. Mercedes ist an Hamilton zumindest interessiert.

Eddie Jordan hat sich die Geschichte nicht einfach so aus den Fingern gesaugt. Sie wurde ihm eingeflüstert, und zwar von Leuten, die den wahren Hintergrund kennen. Wer das sein könnte? Entweder Hamiltons Management, das Interesse hat, seinen Klienten im Verhandlungspoker mit McLaren und Mercedes besser zu positionieren.

Oder Bernie Ecclestone, dem die Medienpolitik der Teams mit vorgefertigten Wohlverhaltensphrasen und ihrer Heile-Welt-Politik ein Dorn im Auge sind. Mit der Hamilton-zu-Mercedes-Story wurde die langweilige Nachrichtenlage der Formel 1 gleich wieder ein wenig aufgefrischt.

Muss Schumi für Hamilton Platz machen?

Wie gesagt: Wo Rauch aufsteigt, ist auch immer ein bisschen Feuer. Mercedes beschäftigt sich seit Sommer mit der Frage, was passiert, wenn Michael Schumacher nicht mehr fährt. Die logische Alternative war Lewis Hamilton. Sein Vertrag bei McLaren läuft aus. Er ist seit 2007 ein Mercedes-Mann. Er zählt zu den drei Top-Piloten der Formel 1. Er ist 16 Jahre jünger als Schumacher, spricht jüngere Käuferschichten an und ist auf dem US-Amerikanischen Markt mindestens so präsent wie der siebenfache Weltmeister.

Außerdem befällt Hamilton im Simulator nicht die Seekrankheit, wie das bei Schumacher der Fall ist, was ein nicht unerheblicher Faktor ist, weil der neue Supersimulator von Mercedes demnächst ans Netz geht.

Was anfangs nur eine Sondierung der Möglichkeiten war, reifte mit der Zeit zu einem heimlichen Entschluss. Wenn Mercedes Lewis Hamilton zu einem vernünftigen Preis haben kann, wird man ihn holen. Dann muss Schumacher notfalls über die Klinge springen. Nico Rosberg hat einen Vertrag bis 2014.

Krach zwischen Hamilton und McLaren?

Die Chancen, ob der Transfer von Hamilton zu Mercedes klappt, liegen allerdings bei unter 50 Prozent. McLaren wird sein Angebot nachbessern. Der Rennstall fährt seit 15 Jahren ununterbrochen an der Spitze mit, und wenn es mal eine Krise gab, dann hat McLaren schnell und zielsicher einen Weg zurück zum Erfolg gefunden. Jenson Button jedenfalls rät seinem Teamkollegen zu bleiben, wo er ist: "Wenn es ein Team gibt, bei dem du zur Zeit sein willst, dann ist das McLaren."

Für Mercedes spricht, dass es zuletzt atmosphärische Störungen zwischen Fahrer und Teamleitung gab. In Spa sorgte Hamilton für einen Eklat, weil er Telemetriedaten des Teams via Twitter öffentlich machte. Sein Triumph in Monza wirkte wie eine Trotzreaktion. Selten hat man Hamilton nach einem Sieg so einsilbig erlebt. Normalerweise lobt er überschwänglich Team und Auto. Diesmal sagte er nur: "Wäre Alonso weiter vorne gestartet, hätte ich es nicht so einfach gehabt."

Das Korsett bei McLaren soll dem Weltmeister von 2008 zu eng geworden sein, behaupten Eingeweihte. Bei Mercedes geht es lockerer zu. Außerdem gäbe es dort mehr Möglichkeiten den Fahrer zu vermarkten. Beispiel Schumacher: Sein Overall ist vollgepflastert mit vier Privatsponsoren. Und was macht Schumacher, wenn bei Mercedes kein Platz mehr für ihn ist? "Ich würde ihn sofort nehmen", lächelt Peter Sauber. Michael Schumacher sollte darüber nachdenken.

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