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Fahrerwahl bei Renault

"Kubica bekommt eine faire Chance“

Gerard Lopez Eric Boullier Foto: xpb

Renault ist in die Kritik geraten. Nach einem guten Saisonbeginn ist das Team abgerutscht. Nach dem Austausch von Nick Heidfeld durch Bruno Senna wurde dem Rennstall vorgeworfen, das Geschäft sei wichtiger als der Sport. Teambesitzer Gerard Lopez wehrt sich dagegen.

30.09.2011 Michael Schmidt

Für Renault wiederholte sich in Singapur die Erfahrung von Monte Carlo und Budapest. Das Auto kommt auf Strecken, die viel Abtrieb verlangen, nicht in Fahrt. Ein letztes Aerodynamikpaket mit einem schlankeren Heck wurde wieder abgebaut, weil sich unter der Verkleidung zuviel Hitze staute. Das Team hofft jetzt, dass die anstehenden schnelleren Strecken den Renault R31 wieder in ein besseres Licht rücken. Das Team hat zwar noch 22 Punkte Vorsprung auf Force India, aber ein Ruhekissen ist das bei fünf noch ausstehenden Grand Prix nicht.

Kubica bekommt seine Chance

Teambesitzer Gerard Lopez wehrt sich gegen Vorwürfe, das Team sei mehr am Geschäftserfolg als an Ergebnissen interessiert. "Wir haben die Mannschaft von 480 auf 520 Mitarbeiter vergrößert, den Windkanal von 50- auf 60 Prozent-Modelle ausgebaut und sind gerade dabei, einen Simulator zu installieren. Macht man so etwas, wenn man nur die Kohle im Auge hat?"

Lopez ärgert sich, wenn Vitaly Petrov und Bruno Senna als Bezahlfahrer abqualifiziert werden. Die Sponsoren, die mit Petrov und Senna in Verbindung gebracht werden, seien schon vorher dagewesen. Der Markt ihrer Herkunftsländer spiele erst eine Rolle, wenn man unter gleichwertigen Fahrern auswählen müsse. So zum Beispiel im letzten Jahr, als man die Wahl zwischen Petrov und Nico Hülkenberg hatte. Beide heben in der GP2-Serie 2009 einen gleich starken Eindruck hinterlassen, führt Lopez aus. Am Ende sprach für Petrov, dass der Rennstall in Russland bessere Möglichkeiten sah, mit Firmen und Partnern in Kontakt zu kommen als in Deutschland. Nick Heidfelds Entlassung sei eine Entscheidung der Ingenieure gewesen. Er habe dem Team in der Zeit, als das Auto schwächelte, nicht die erhofften Impulse gegeben. Im Trainingsduell gegen Vitaly Petrov lag er mit 3:8 zurück. Dabei hatte man sich von dem Mönchengladbacher Routinier eine halbe Sekunde im Vergleich zu Petrov versprochen.

Hätte man nur Bezahlfahrer im Sinn, hätte das Team nie einen Vertrag mit einem Fahrer wie Robert Kubica abschließen dürfen, beteuert Lopez. Kubica kommt aus einem Land, in dem es keine Sponsoren gibt, und er ist mit Abstand der teuerste Angestellte des Teams. "Wenn einer wie Robert Kubica auf dem Markt ist, nehmen wir natürlich ihn. Unser Geschäftsmodell verlangt auch den Erfolg auf der Strecke. Wir haben auch in diesem Jahr Roberts Gehalt bezahlt, obwohl er kein Rennen für uns gefahren ist", führt Lopez aus. Der Luxemburger Geschäftsmann will dem Polen eine faire Chance geben, sich für ein Comeback zu beweisen. Nachdem Teamchef Eric Boullier in Monza noch von einer Frist bis Mitte Oktober gesprochen hatte, gibt der Teambesitzer dem Rekonvaleszenten etwas mehr Zeit. "Wir schauen uns Anfang November die Sache an. Robert muss kein Formel 1-Auto fahren, um uns zu zeigen, ob es noch geht. Die Datenauswertung ist heute so gut, dass man auch in anderen Autos sehen kann, ob er körperlich in der Lage ist, wieder zurückzukehren."

Button als Fahrer-Option

Und wenn nicht? Dann sind Petrov und Senna nicht automatisch gesetzt. Auch Romain Grosjean hat eine Chance. Und Fahrer, die im Moment keiner auf dem Radar habe. "Es gibt bei den Teams, die vor uns liegen, Fahrer, die wechseln würden." Jetzt darf geraten werden, wer das ist. Manche munkeln, dass sich Button von einer Traumgage blenden lässt. Worauf die Zweifler im Fahrerlager fragen: Woher kommt das Geld? Wieso sollte McLaren Button hergeben? Und warum sollte Button ein Siegerauto gegen ein Team eintauschen, von dem schwer abzuschätzen ist, wohin sportlich die Reise geht?

Lopez erklärt auch, wie es zu den Gerüchten kam, dass man angeblich mit den Motorenzahlungen im Rückstand sei. "Wir haben jede Rechnung pünktlich bezahlt." Das Missverständnis rührt daher, dass es beim Kauf der restlichen 25 Prozent von dem Rennstall zu Misstönen gekommen sei. Lopez gehörten bereits 75 Prozent. Er hatte bereits die Kontrolle. So konnte er das Einlösen der Option auf den Rest als Druckmittel benutzen, um das von Renault zu bekommen, was er wollte.

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