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Fall Vergne geht weiter

Force India droht mit Berufung

Jean-Eric Vergne - Toro Rosso - Formel 1 - GP Singapur - 20. September 2014 Foto: xpb 63 Bilder

Force India gibt sich mit der Erklärung der FIA im Fall Vergne nicht zufrieden. Der Weltverband erkennt an, dass Jean-Eric Vergne die erste seiner beiden 5-Sekunden-Strafe beim GP Singapur nicht vollständig abgesessen hat, weigert sich aber das als neues Beweismittel zu sehen. Deshalb droht der Rennstall mit einem Berufungsverfahren.

04.10.2014 Michael Schmidt

Force India bekam Post von FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Es geht um den Fall Vergne beim GP Singapur. Der Toro Rosso-Pilot kassierte für das Verlassen der Strecke zwei Fünfsekunden-Strafen. Die erste musste er während des zweiten Boxenstopps abdienen. Doch es gibt mittlerweile Filmaufnahmen, die eindeutig beweisen, dass die Toro Rosso-Mechaniker vor Ablauf der fünf Sekunden mit den Arbeiten am Auto begangen. Force India forderte deshalb eine Wiederaufnahme des Verfahrens wegen neuer Beweismittel.

Die FIA bestätigt dem Team gegenüber, dass die Wartezeit vor dem Reifenwechsel 4,7 Sekunden betragen hat. Sie erkannte den von Force India angelieferten Film aus einer FOM-Kamera aber nicht als neues Beweismittel an. Einer der Sportkommissare begründet diese Einschätzung so: "Force India hatte alle Zeit der Welt gegen das Resultat in Singapur zu protestieren. Sie haben uns nach dem Rennen informiert, dass man den Verstoß auf Filmaufnahmen erkennen könne. Wenn sie jetzt einen Film bringen, ist das kein neues Beweismittel."

Regelverstoß um 12 Prozent

Force India widerspricht dieser Behauptung. Der erste Verdacht kam nach einer Handstoppung durch Teammanager Andy Stevenson aus der Boxengasse auf. Erst später sei man in der Lage gewesen, einen Film zu beschaffen, der diesen Verdacht bestätigt. Man könne deshalb durchaus von einem neuen Beweis sprechen.

Da die FIA zugebe, dass Toro Rosso die Wartezeit unterschritten habe, liege ein klarer Regelverstoß vor. Während die FIA von 4,7 Sekunden spricht, sind es nach Software gestützten Messungen von Force India sogar nur 4,4 Sekunden. "Das sind 12 Prozent der Gesamtzeit. Was würde passieren, wenn ein Auto 12 Prozent unter dem Mindestgewicht fahren würde?", fragt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Force India schrieb an die FIA zurück, dass man die Zurückweisung der neuen Beweise nicht akzeptiere. "Wir wollen sie überzeugen. Wenn sie nicht darauf eingehen, müssen wir in Berufung gehen", droht Szafnauer. Berufung gegen was? Gegen den Beschluss der Sportkommissare, den Film nicht als neues Beweismittel zu akzeptieren. Dazu hat Force India bis zur FIA-Preisverleihung im Dezember Zeit.

Vergne würde auf Platz 10 zurückfallen

Force India argumentiert, dass Vergne seine Strafe nicht ordnungsgemäß angetreten habe, er deshalb wenigstens die 5 Sekunden aufaddiert bekommen müsste. Eher aber 20 Sekunden, weil er einen Regelverstoß begangen hat. Und der wird während eines Rennens mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet. Also würden zur Gesamtzeit nicht 5, sondern 20 Sekunden dazugezählt. Szafnauer: "Wenn ein Spieler beim Eishockey eine Zweiminuten-Strafe kassiert, kann er auch nicht nach 1.30 Minuten wieder aufs Feld laufen. Sonst bekäme er eine neue Strafe."

Selbst mit nur 5 Sekunden zusätzlich müsste das Resultat des GP Singapur neu geschrieben werden. Vergne würde dann auf Platz 10 zurückfallen. Damit würden Sergio Perez und Nico Hülkenberg um je eine Position aufrücken, was Force India zusätzlich vier Punkte einbringen würde. Wichtig im Kampf um Platz 6 gegen McLaren.

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